Bauen

Der Siegerentwurf von Jatsch Laux Architekten und ver.de Landschaftsarchitekten. (Foto: Bayerische Hausbau)

14.01.2011

1000 Wohnungen und viel Platz zum Spielen

Neuer Wohnraum für den Münchner Südosten - die Hochäckerstraße in Perlach

Die Bayerische Hausbau geht in die konkrete Planungsphase einer Projektentwicklung an der Hochäckerstraße in München Perlach. Aus dem städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb gehen drei Architekturbüros sowie drei Landschaftsarchitekturbüros als Preisträger hervor.
Mit den Ergebnissen des städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerbs starten die Planungen der Projektentwicklung für ein Wohnquartier auf rund 19 Hektar Grundstücksfläche an der Münchner Hochäckerstraße.
Mit dem ersten Preis wurden Jatsch Laux Architekten und ver.de Landschaftsarchitekten ausgezeichnet, den zweiten Platz belegten Marcel Meili, Markus Peter Architekten und Keller & Damm Landschaftsarchitekten. Platz drei ging an Steidle Architekten und t17 Landschaftsarchitekten. Die Bayerische Hausbau hatte den Wettbewerb, an dem elf renommierte Architekturbüros teilgenommen hatten, im Sommer 2010 in enger Kooperation mit der Landeshauptstadt München ausgelobt. Das Wettbewerbsergebnis ist laut Jürgen Büllesbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bayerischen Hausbau, „sehr einvernehmlich“ gefallen.
„Der Siegerentwurf nimmt auf intelligente Weise Bezug zur Geschichte des Ortes und versteht es, auf seine Potenziale einzugehen. Eine klare Grundstruktur lässt die ehemalige Felderstruktur erahnen und interpretiert sie neu. So entstehen flexible Baufelder, die in Höhe und Gestalt variieren und interessante, leicht versetzte Freiräume, die durch ein innovatives, grünes und ökologisches Gestaltungskonzept charakterisiert werden“, betonte Elisabeth Merk, Münchner Stadtbaurätin.

Differenzierte Ausgestaltung


Auch Büllesbach würdigte den ersten Preisträger. „Jatsch Laux Architekten und ver.de Landschaftsarchitekten haben durch ihr innovatives, nachhaltiges und zukunftsorientiertes städtebauliches und landschaftsplanerisches Konzept überzeugt. Insbesondere die differenzierte Ausgestaltung der Wohnungstypologien, die offen sind für die verschiedenen Interessen und Lebensformen unterschiedlicher Nutzergruppen, wie Familien mit Kindern, Senioren und Singles sind hier hervorzuheben.“
Marcel Meili, Markus Peter Architekten und Keller & Damm Landschaftsarchitekten sowie Steidle Architekten und t17 Landschaftsarchitekten, die den zweiten und dritten Preis erhielten, zeichneten sich durch eine stringente Konzeptentwicklung, die harmonisch ausgewogene Ergänzung aus Urbanität und Freiflächen in ihren Entwürfen sowie durch die schlüssige Eingliederung der Neuplanung in das vorhandene städtebauliche Umfeld aus.
Die planerischen Überlegungen und Ideen von Jatsch Laux Architekten und ver.de Landschaftsarchitekten finden nun Eingang in das anstehende städtebauliche Verfahren zum Bebauungsplan. Für die Planungsaufgaben für den Hochbau des Wohnquartiers wird die Bayerische Hausbau nach Abschluss des Bebauungsplanverfahrens auch auf einen oder mehrere der Preisträger zurückgreifen.
Auf dem im Stadtteil Perlach gelegenen Grundstück zwischen Hochäckerstraße, Peralohstraße und einer Wohnbebauung an der Unterhachinger Straße befinden sich momentan eine Gärtnerei, deren Betrieb zu Gunsten der städtebaulichen Entwicklung aufgegeben wird, sowie eine städtische Kompostieranlage, die verlagert werden soll.
Auf rund 110 000 Quadratmetern Geschossfläche entstehen laut Büllesbach in mehreren Bauabschnitten rund 1000 Wohneinheiten, zu denen sowohl Zwei-Zimmer-Appartements als auch bis zu Fünf-Zimmer-Familienwohnungen zählen. Den Quadratmeterpreis nach heutigem Maßstab beziffert Büllesbach auf 3400 bis 4000 Euro.
Das Wohnquartier teilt sich in 80 Prozent Geschosswohnungen sowie rund 20 Prozent Reihenhäuser und Doppelhaushälften auf. Ein 30-prozentiger Anteil des neu geschaffenen Baurechts für Wohnen ist für den geförderten Wohnungsbau vorgesehen, davon zwei Drittel als öffentlich geförderter Mietwohnungsbau und ein Drittel im München Modell. Für jede Wohneinheit ist ein Tiefgaragenstellplatz vorgesehen.
Neben den vielfältigen Wohnformen werden aber auch Einrichtungen des täglichen Bedarfs, wie zum Beispiel eine Bäckerei sowie großzügige öffentlich zugängliche Grün- und Freiflächen in die Planung der Quartiersentwicklung integriert. Private Gärten, Balkone und Dachterrassen sollen Rückzugsmöglichkeiten bieten.
Insbesondere den Ansprüchen von Familien soll das Quartier gerecht werden: Gemeinschaftliche Freiflächen und begrünte Innenhöfe mit integrierten Spiel- und Freizeitbereichen fördern den sozialen Zusammenhalt und laden zum Erholen ein. Kindertageseinrichtungen wie Kindergarten, Hort und Krippen sollen ebenfalls fester Bestandteil des Bauvorhabens sein.
„Die Entwicklung des Wohnquartiers wird einen wichtigen Beitrag zur Deckung des Wohnungsbedarfs in München leisten und den südlichen Siedlungsrand im Stadtteil Perlach städtebaulich fortschreiben. Neben einer qualitätsvollen Gestaltung der Stadt- und Freiräume, die Büllesbach als sehr wichtig erachtet, steht insbesondere die Nachhaltigkeit der Bebauung im Fokus. Das Quartier wird Energieeffizienz, Funktionalität und Behaglichkeit auf optimale Weise vereinen“, betont Büllesbach.

Ansprüche an nachhaltiges Bauen übererfüllt


Bei der Planung und Realisierung des Quartiers werden höchste Ansprüche an nachhaltiges Bauen übererfüllt. Auf Basis der aktuellen Energieeinsparverordnung soll bei den Gebäuden der Primärenergiebedarf um mindestens 50 Prozent und der Transmissionswärmeverlust um mindestens 30 Prozent unterschritten werden. Aber nicht nur die ökologische Qualität der Bebauung steht laut Büllesbach im Fokus, auch die soziale und ökonomische Entwicklung des Areals – hierunter fallen zum einen der Werterhalt und die Wertsteigerung der Gebäude, zum anderen Faktoren wie die Ästhetik, die Behaglichkeit und die Funktionalität der Flächen – sind Bestandteil des Konzepts.
Das Areal an der Hochäckerstraße liegt am südlichen Rand eines kleinteiligen Wohngebiets mit öffentlichen Grünflächen wie dem Ostpark, mit integrierten Spiel- und Freizeitangeboten und gewachsenem Baubestand. Der charmante Pfanzeltplatz mit kleinen Läden ist fußläufig erreichbar. Der Standort ist zudem für den Individualverkehr optimal durch die südlich gelegene Bundesautobahn A 8 nach Salzburg an das Verkehrsnetz angebunden. Über die Buslinien 139 und 145 sind U- und S-Bahn gut erreichbar. Eine nahtlose Anbindung an das Radwegenetz sowie ausreichend Stellplätze für Fahrräder sind Bestandteile der Planung.
Die Bayerische Hausbau kann als eines der größten integrierten Immobilienunternehmen in Deutschland vielfältige Erfahrungen im Bereich Quartiersentwicklung vorweisen. 2010 wurde das Stadtquartier WelfenHöfe, das die Bayerische Hausbau aktuell in Au-Haidhausen entwickelt, mit dem Architekturpreis „Jung, schön und noch zu haben“ ausgezeichnet.          (Friedrich H. Hettler)

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