Bauen

Die neue Renkertobelbrücke. (Foto: Konstruktionsgruppe Bauen AG)

20.06.2017

122 Meter lange Verbundkonstruktion über dem Tal

Ersatzneubau der Renkertobelbrücke am Riedbergpass

Der Riedbergpass ist der höchste Pass Deutschlands und verbindet das Oberallgäu mit der grenznahen Gemeinde Balderschwang. Der Pass liegt zudem im Landschaftsschutzgebiet „Hörnergruppe“. Die 1962 fertiggestellte, 16 Kilometer lange Passstraße wird seit einigen Jahren schrittweise in 15 Bauabschnitten ausgebaut, gesichert und teilweise neu trassiert.

Im Rahmen des 10. Bauabschnitts wurde von September 2014 bis Oktober 2016 die 1,4 Kilometer lange Strecke entlang der Passhöhe auf 1400 Metern ausgebaut. „Herzstück“ dieser Maßnahme war der Ersatzneubau der 30 Meter langen, 52 Jahre alten Renkertobelbrücke, die den baulichen und verkehrstechnischen Ansprüchen nicht mehr standhielt. Das Unternehmen Konstruktionsgruppe Bauen AG – Ingenieurbüro für Bauwesen aus Kempten wurde vom Landkreis Oberallgäu mit der gesamten Planung und der Bauüberwachung für das Bauwerk beauftragt.

Nach ökologischen Gutachten, aufwendigen Baugrunduntersuchungen und zahlreichen Erkundungsbohrungen vor Baubeginn wurden im Vorfeld der Maßnahme auf beiden Widerlagerseiten sowohl Messungen über Hangbewegungen als auch dynamische Pfahlprobebelastungen durchgeführt.
„Wir haben fünf verschiedene Entwurfsalternativen inklusive Vorstatik, Massenermittlung, Kostenberechnung und Entscheidungsmatrix vorgestellt. Die Maßgabe, Eingriffe in die Natur möglichst gering zu halten und dabei stets die unterschiedlichen Boden- und Gesteinsschichtungen sowie Verformungen zu berücksichtigen, hatte größte Priorität“, fasst Markus Hengst, Bereichsleiter Ingenieurbau Neubau der Konstruktionsgruppe Bauen AG, die Planungsleistungen zusammen.
Zur Ausführung kam eine Verbundkonstruktion als Einfeldträger, bestehend aus zwei dichtgeschweißten Stahlhohlkästen und ergänzt durch eine Ortbetonfahrbahnplatte. Die Stützweite des Einfeldträgers beträgt 84,60 Meter, das Gesamtbauwerk ist infolge der verlängerten Widerlager 122,30 Meter lang und befindet sich rund 30 Meter über dem Talgrund.

Das Bauwerk ist
tief im Fels verankert


Das Bauwerk ist auf tief im Fels verankerte Bohrpfähle gegründet. Der Einbau des Stahltragwerks für den Überbau erfolgte mithilfe einer abgespannten Hilfsstütze im Taktschiebeverfahren, erklärt Alois Holzmeier, der sowohl die Planungen als auch die Bauüberwachung leitete. Zwischen April und Juli 2015 wurden die Stahlbauteile eingehoben, die beiden schwersten davon mit einem Gewicht von jeweils 55 Tonnen und einer Länge von 19 Metern.

Die Lage der neuen Brücke erlaubt nun auch die Straßenanpassung auf Obermaiselsteiner Seite und die Neugestaltung des Anschlusses zu den Parkplätzen des Skigebiets Grasgehren. Die alte Brücke wird in diesem Jahr zurückgebaut.

Die Kosten dieses Bauabschnitts belaufen sich insgesamt auf rund zwölf Millionen Euro, davon entfallen rund 5,5 Millionen Euro allein auf das Brückenbauwerk. Damit ist diese Maßnahme eine der aufwendigsten Baumaßnahmen des Landkreises in den vergangenen Jahren. (BSZ)

(Einer der zwei Stahlhohlkästen; das Gesamtbauwerk ist über 122 Meter lang - Fotos: Landratsamt Oberallgäu/Brigitte Klöpf)

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