Bauen

Die neue Geschäftsstelle. (Foto: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.)

13.03.2015

Alles unter einem modernen Dach

Neue Regionalgeschäftsstelle der Johanniter-Unfall-Hilfe in Augsburg

Früher lag das Haus versteckt in einer Senke und man musste schon genau wissen, wohin man will, um es zu finden. Nun erhebt sich der Neubau der Regionalgeschäftsstelle der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. in Augsburg gut sichtbar an einer zentralen Kreuzung im Stadtteil Bärenkeller/Oberhausen. Fahnen wehen im Wind und empfangen den Besucher. Nach nur knapp einem Jahr Bauzeit sind die Augsburger Retter mit allen weiteren Diensten der Johanniter in Schwaben pünktlich zurück am alten Standort am Augsburger Holzweg.
Gertrud Streit-Doderer strahlt über das ganze Gesicht, wenn sie Gäste heute stolz durch die hellen Räume führt: „Mit diesem Gebäude ist für uns und auch für mich persönlich ein Traum wahr geworden. Wir haben lange in sehr beengten und veralteten räumlichen Verhältnissen gearbeitet. Wenn ich heute Bilder unserer alten Geschäftsstelle sehe, kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln.“
Seit den 1970er Jahren nutzten die Johanniter in Schwaben das ehemalige Gebäude des Fernmeldezugs der Telekom zuerst als Kreis- später als Regionalgeschäftsstelle. Von hier aus wurden der Rettungsdienst mit einem Rettungs- und zwei Krankentransportwägen eingesetzt und der Bevölkerungsschutz für Augsburg sichergestellt. Auch die sozialen Dienstleistungen wie Hausnotruf, Menüservice und Demenzbetreuung sowie die Breitenausbildung in Erster Hilfe waren unter dem Dach der Regionalgeschäftsstelle versammelt.
Als im April 2013 die Bagger anrückten, um das alte einstöckige Gebäude am Augsburger Holzweg dem Erdboden gleichzumachen, hielt sich das Bedauern in Grenzen. Auch die Aussicht auf mehrere Monate in einer Interimsgeschäftsstelle trübte die Stimmung nicht. Zu groß war die Freude, dass es nun endlich soweit sein sollte.
„Die Zeit in unserem Ausweichquartier am Kurzen Geländ war nicht einfach, doch wir haben ein tolles Team, das sich auch in einem Großraumbüro mit erhöhtem Lärmpegel zurecht gefunden hat. Bei uns ist einfach immer viel los. Und das freut uns ja“, fasst Streit-Doderer, die den Verband seit 1999 anführt, die Übergangszeit zusammen. „Wir sind unglaublich froh und glücklich, wieder zuhause zu sein“, sagt sie, „auch wenn nun nichts mehr an früher erinnert. Der alte Standort am Holzweg ist und bleibt unverwechselbar unserer. Da kommen wir her, da gehören wir hin“, erklärt Streit-Doderer. Nun steht auf dem rund 6000 Quadratmeter großen Grundstück ein modernes dreistöckiges Gebäude, in dem ausreichend Räume für alle Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Von damals 800 Quadratmeter hat man sich nun auf 1700 Quadratmeter vergrößert.
Bis sie im Sommer 2014 ihr neues altes Domizil beziehen konnten, mussten viele Entscheidungen getroffen werden. Wie jeder Bauherr weiß, braucht es mitunter viel Vorstellungskraft, große Weitsicht und ein hohes Maß an Abstimmung, um ein neues Gebäude entstehen zu lassen, mit dem dann alle zufrieden sind. Und so hat das engere Planungsteam um den Regionalvorstand von Beginn an großen Wert darauf gelegt, die Mitarbeiter in die Planung einzubeziehen. „Es sollte ihre Dienststelle werden, in der sie sich dann wohlfühlen und gerne arbeiten sollen“, so Michael Rettenmaier, der den Neubau und Umzug als interner Projektmanager begleitete. „Aber zu teuer durfte es natürlich auch nicht werden.“ Den gesteckten Rahmen von 3,8 Millionen Euro Baukosten konnte man gut einhalten. „Wir Schwaben sind halt doch ein sparsames Volk“, ergänzt Rettenmaier verschmitzt.

Umzug in nur zwei Tagen

In einer generalstabsmäßig geplanten Aktion fand an nur zwei Tagen der vollständige Umzug in die neuen Räume statt. Der Tagesbetrieb in der Verwaltung war kaum gestört, der Betrieb im Rettungsdienst war permanent zu jeder Zeit gewährleistet. Nur einen weiteren Tag nach dem Umzug konnte auch schon die erste Gruppe an Kursteilnehmern zum Erste-Hilfe-Training in den neuen Räumen begrüßt werden.
Jetzt sind die Büroräume funktional und modern ausgestattet. Glastüren trennen sie vom hell beleuchteten Gang. Die Farbenwelt der Johanniter – das prägnante Rot-Weiß mit einem dezenten Grau – wird nur durchbrochen vom Grün der Zimmerpflanzen. Von abgehängten Decken strahlen sogar rot eingefasste Lampen. Das Farbkonzept zieht sich durch sämtliche Räume und alle drei Stockwerke.
Im Erdgeschoss befindet sich das operative Herz der Augsburger Johanniter. Hier sind die Rettungswache und der Bevölkerungsschutz untergebracht, gleich neben der modernen Fahrzeughalle, die bei Bedarf teilweise auch als Veranstaltungsraum genutzt werden kann. Im ersten Stock, der von der Zufahrt durch den Haupteingang zu erreichen ist, sind die Büroräume der Verwaltung und des Vorstands. Die hellen und mit moderner Tagungstechnik ausgestatteten Ausbildungsräume befinden sich im obersten Stockwerk. Hier entdeckt der Besucher auch, was von der Straße aus nicht sofort erkennbar ist: Ausbildungsteilnehmern und auch Mitarbeitern steht eine großzügige Dachterrasse für die Pausen zur Verfügung. Hier können sie Luft holen und sich erfrischen, bevor sie in den Lehrsaal zurückgehen und dort weiter alles Wichtige rund um lebensrettende Sofortmaßnahmen oder Wundversorgung lernen.
Mit Inbetriebnahme der neuen Geschäftsstelle planen die Johanniter in Augsburg auch die Angebotspalette zu erweitern. Im Rettungsdienst soll die Vorhaltung auf 24 Stunden erweitert werden und im Bevölkerungsschutz wollen die Schwaben auch am Einsatzleitdienst teilnehmen. Darüber hinaus sind zahlreiche neue Beratungsangebote und soziale Dienstleistungen geplant: Kunden sollen sich in Zukunft über Wohnraumanpassungen beraten lassen können, die nach einem Unfall oder Krankheit oft notwendig sind. Die Erste-Hilfe-Ausbildung soll um Spezialangebote erweitert werden und auch im Bereich der Stadtteilarbeit will man sich stärker engagieren.
„Wir blicken zuversichtlich in die Zukunft und freuen uns, dass wir nun alle Dienstleistungen und Angebote der Johanniter in Augsburg unter einem Dach versammelt haben – und noch dazu unter einem so schönen“, freut sich Gertrud Streit-Doderer. (Miriam Wolf)

(Die Fahrzeughalle und der Blick in einen Flur - Fotos: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.)

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