Bauen

Blick auf die Campusallee mit dem Neubau der FOS/BOS. (Foto: Goldbeck)

17.10.2014

Als ÖPP-Projekt realisiert

Neubau der Fach- und Berufsoberschule (FOS/BOS) in Weiden

Unmittelbarer in der Nähe zum Bildungscampus Weiden stellte die Bielefelder Unternehmensgruppe Goldbeck im August 2014 den Neubau der Fach- und Berufsoberschule (FOS/BOS) fertig. Im Auftrag der Stadt Weiden realisierte das Unternehmen damit das erste ÖPP-Projekt in der Region.
Neben Planung und Bau vergab die Stadt auch den anschließenden Betrieb an die Goldbeck Public Partner GmbH (GPP) aus Bielefeld. Als privater Partner übernimmt das Unternehmen für 25 Jahre unter anderem die Hausmeister- und Reinigungsleistungen, aber auch die komplette Instandhaltung inklusive Schönheitsreparaturen. Praktiziert wird das so genannte Inhabermodell, bei dem das Eigentum an Grundstück und Gebäude im gesamten Vertragszeitraum bei der Stadt Weiden liegt. Die Betreiberleistungen sind vollständig losgelöst vom eigentlichen Schulbetrieb – dieser bleibt komplett in der Verantwortung der Schulleitung. Geplant wurde der Neubau von den Braunschweiger Architekten Dohle + Lohse.
Durch sinnvolle Optimierungen zwischen Stadt und Auftragnehmer konnten die Projektkosten um mehr als 500 000 Euro auf letztlich rund 21,8 Millionen Euro (brutto) gesenkt werden. Auch terminlich gab es Pluspunkte: Das Gebäude war bereits nach den Sommerferien 2014 fertiggestellt und nicht wie ursprünglich terminiert nach den Herbstferien. Die Bauzeit betrug damit 16,5 Monate. Zusätzliche Kosten für die frühere Fertigstellung fielen nicht an.
Indem sie die verschiedenen Bildungsformen zentralisiert, will die Stadt Weiden ein anschließendes Studium an der benachbarten Fachhochschule (FH) Amberg-Weiden für die Fachober- und Berufsschüler attraktiver machen. Dazu trägt auch Gastunterricht von FH-Dozenten bei. Mit den Ausbildungsbereichen Technik, Wirtschaft, Sozialwesen und Gestaltung sind die Bildungsangebote von FOS/BOS und Fachhochschule bereits bestens aufeinander abgestimmt. Dank der direkten Nachbarschaft können die Schüler die FH-Mensa mitnutzen.

Weitgehend barrierefrei


Der Neubau bietet auf einer Grundfläche von über 12 300 Quadratmetern Platz für 39 allgemeine Unterrichtsräume, drei Informatikräume, Pausenverkauf, Verwaltung und weitere Räumlichkeiten für die Fachklassen Metallarbeiten, Schweißen, Elektropraktikum, Gestaltung, Musik, Physik, Chemie, Technologie sowie Bildbearbeitung.
Haupteingang und zentraler Treffpunkt außerhalb der Unterrichtszeiten ist eine viergeschossige Pausenhalle, die bei Veranstaltungen als Aula genutzt werden kann. Des Weiteren verfügt die FOS/BOS über einen Innenhof, der sowohl in den Pausenzeiten als auch für Schulunterricht im Freien genutzt werden kann. Da ein Großteil der Schüler aus dem Umland anreist, wurden darüber hinaus 275 Pkw-Stellplätze geschaffen.
Die FOS/BOS soll für jeden zugänglich sein und ist deshalb weitgehend barrierefrei. Die Schule kann sowohl von sehschwachen und blinden als auch gehbehinderten Schülern genutzt werden. Der Behinderten-Beauftragte der Stadt Weiden nahm regelmäßig an den Planungs- und Baubesprechungen teil. So konnten sowohl der öffentliche als auch der private Partner ihre Erfahrungen und Kenntnisse zur Barrierefreiheit einbringen.
Die DIN-Norm „Barrierefreies Bauen in öffentlichen Gebäuden“ wurde in vollem Umfang umgesetzt. Es gibt ein taktiles Leitsystem für Blinde im Innen- und Außenbereich, separate Behinderten-WCs, kontrastreiche Gestaltung von Treppenanlagen, ertastbare Raumnummern an den Türschildern und schwellenfreie Geschosse, die durch Aufzüge für Rollstuhlfahrer erschlossen werden. Für die kommenden Schuljahre liegen bereits diverse Voranfragen von beeinträchtigten Schülern vor.
Bereits den Vergabeunterlagen legte die Stadt Weiden ihren eigens entwickelten Leitfaden „Ausbau Erneuerbarer Energien bis zum Jahr 2020“ bei, in dem die Einsparziele für öffentliche Gebäude beschrieben sind. Diesen Ball nahm Goldbeck auf, entwickelte ein extrem energiesparendes Gebäude und garantiert heute der Stadt Weiden einen niedrigen Wärme- und Stromverbrauch. Eventuelle Überschreitungen der Garantiemengen zahlt das Bielefelder Unternehmen an die Stadt zurück.
Das Herzstück des Energiekonzepts ist eine Photovoltaikanlage. Die Schule verbraucht den selbst erzeugten Strom direkt und speist ihn nicht ins allgemeine Stromnetz ein. Damit deckt die Anlage einen wesentlichen Teil des Strombedarfs. Das schont die Umwelt und senkt die laufenden Kosten für den Gebäudebetrieb. Die Anlage ist so dimensioniert, dass sie bis zu 100 Prozent des Strombedarfs der Schule abdecken kann. Die dafür notwendigen Speichermedien sind jedoch heute noch nicht in der entsprechenden Größe zu vertretbaren Anschaffungskosten verfügbar. Eine Holzpellet-Heizung ergänzt deshalb die Energieversorgung.

EnEV weit unterschritten


Weil der Wärmeverbrauch aufgrund hochgedämmter Fassaden, Fenster und Türen so gering ist, werden die Anforderungen der zum Zeitpunkt des Bauantrags geltenden Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009 um 52 Prozent unterschritten. Auch die verschärften Anforderungen der mittlerweile in Kraft getretenen EnEV 2014 erfüllt das Gebäude weit über das Mindestmaß hinaus. Mechanische Lüftungsanlagen sorgen in den Klassenräumen für Frischluft. Über hocheffiziente Wärmerückgewinnungsanlagen machen sie einen Großteil der Heizenergie wieder nutzbar. Wassersparende Armaturen und Spülungen sowie eine Regenwasserrückgewinnungsanlage sichern einen geringen Wasserverbrauch.
Für alle Interessierten öffnet sich die FOS/BOS Weiden am 18. Oktober 2014 zu einem Tag der offenen Tür. (FHH)

(Der Neubau; die viergeschossige Pausenhalle und die kontrastreiche Gestaltung der Treppenanlage für sehschwache Schüler - Fotos: Goldbeck)

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