Bauen

Haus 30a verfügt über eine Innenhalle. (Foto: Ulrich Schmitt)

23.07.2010

Anlage unter denkmalschutz

Sanierung und Umbau des Münchner Studentenwohnheims in der Biedersteinerstraße

Bei der Münchner Studentenwohnanlage in der Biedersteinerstraße 22 – 32, geplant von den Architekten Harald und Otto Roth, handelt es sich um mehrere Gebäude, die von 1951 bis 1955 errichtet wurden. Die gesamte Anlage steht unter Denkmalschutz. Die Gebäude sind seit ihrer Errichtung als Wohngebäude für Studenten genutzt. Diese Nutzung sollte auch weiterhin erhalten bleiben. Bis heute erfolgten diverse Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Insbesondere 1981 wurden die Häuser Nr. 22, 24 und 26 in ihren Grundrissen neu organisiert. Dabei wurden die Treppenhäuser und Raumzuschnitte komplett erneuert. Teilweise befinden sich die Gebäude noch im Originalzustand.
Die Häuser 30, 30b und 30a sind aneinander gebaut und miteinander verbunden. Da sich in Haus 30 auch die zentrale Heizanlage befindet und der bauliche Zustand dieser Gebäude weniger gut war, als der Zustand der anderen Gebäude, sollte der Umbau und die Sanierung dieser Häuser den ersten Bauabschnitt bilden. Die Häuser 22, 24 und 26 sind versetzt aneinander gebaut und teilweise miteinander verbunden. Haus 32 als kleineres Gebäude ist ein Solitär. Diese Häuser waren als zweiter Bauabschnitt vorgesehen.
Die Sanierung und der Umbau des Studentenwohnheims umfasste die Modernisierung, teilweise den Umbau und die Instandsetzung sämtlicher Wohngebäude des Heims. Ziel der Maßnahmen war es, dass die Gebäude heutige technische Standards und Anforderungen erfüllen und Abnutzungserscheinungen beseitigt wurden. Dabei war es möglich einige zusätzliche Wohnplätze zu schaffen. Mit der Planung beauftragt war das Münchner Büro ffc architekten gmbh.
Wesentliche Maßnahmen waren die komplette Erneuerung der teilweise maroden beziehungsweise ungenügenden technischen Gebäudeausrüstung. Dies betraf nicht nur die elektrotechnische Installation vom Hausanschluss bis in die einzelnen Nutzungseinheiten sowie die Telefon- und Computerverkabelung. Zu erneuern war auch die Sanitär- und die Heizungsinstallation. Die erforderlichen mechanischen Be- und Entlüftungen wurden komplett neu konzipiert, wobei neue Lüftungsgeräte mit Wärmetauschern in den bisher ungenutzten Dachräumen installiert wurden. Es wurde auch ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk installiert, das den Ausstoß von CO2 erheblich reduziert.
Die Sanitäreinrichtungen und Küchen wurden neu geordnet und komplett erneuert. Teilweise wurden Zimmer zu Appartements umorganisiert. Alle Räume wurden brandschutztechnisch untersucht und entsprechend dem Brandschutzkonzept ausgerüstet. Die zeitweise Nutzung der Kellerräume als Partyräume wird, wie bisher weiterhin möglich sein. Einige zusätzliche Außentreppen sind als Fluchtwege neu zu schaffen.
Die Gebäudehülle wies wegen bereits erfolgter Sanierungsmaßnahmen zu verschiedenen Zeitpunkten in der Vergangenheit sehr unterschiedliche Qualitäten auf. Vereinzelt waren die Fassaden bereits mit Vollwärmeschutz unterschiedlicher Stärke und Qualität ergänzt, Fenster ausgetauscht oder Dachflächen gedämmt. Entsprechend dem jeweiligem Zustand und den Anforderungen der EnEV wurden die jeweils erforderlichen neuen Maßnahmen konzipiert.
Balkone und Dachterrassen sind entsprechend ihrem baulichen Zustand saniert beziehungsweise renoviert. Einige Geländer mussten komplett erneuert oder die Brüstungen ertüchtigt werden. Im Innenbereich wurden die Boden-, Wand- und Deckenflächen renoviert. Die Türen sind zumeist erneuert worden. Die Zimmer erhielten neue Möbel.
Die Freianlagen blieben unangetastet, soweit dies möglich war. Es ist jedoch eine neue Feuerwehrzufahrt von der Gartenseite geschaffen worden. Das Nebengebäude, das für die Lagerung von Geräten und als Müllsammelstelle diente, musste ebenfalls erneuert werden.
Die bisherigen vier Zimmer in Haus 22 wurden in Appartements umgebaut und die Bestandsgebäudehülle renoviert. Bei Haus 24 wurden unter anderem die Dachdeckung und die Wärmedämmung über dem 2. Obergeschoss erneuert. Alle Zimmer erhielten ein Waschbecken. Die Anzahl der Zimmer blieb unverändert. Im Untergeschoss wurde die Decke zum Erdgeschoss gedämmt. Gedämmt wurden auch die Wände zwischen kalten und beheizten Räumen. Entsprechend erhielten diese Räume isolierverglaste Fenster. Diese Maßnahme wurden bei jedem Gebäudeteil ausgeführt.
Die Dachdeckung und die Wärmedämmung über dem 2. Obergeschoss musste auch bei Haus 26 erneuert werden. Die bestehenden Fenster wurden komplett durch Elemente mit Wärmeschutzverglasung erneuert. Die Anzahl der Zimmer blieb unverändert.

In Haus 30 sollten die bestehenden Fenster als originale Verbundfenster erhalten bleiben und wurden deshalb durch Elemente mit Wärmeschutzverglasung ergänzt. Haus 30b erhielt an der Südseite eine neue Fassade mit Wärmeschutzverglasung. Die bisherige Wohnung wurde aufgeteilt in zwei Appartements. Der Kellergeschoss-Raum wird als Gemeinschaftsraum von Haus 30, 30a und 30b genutzt. Die Dachterrasse musste saniert werden.
Haus 30 a hat eine besondere Bauform mit einer Innenhalle, von der aus alle Zimmer erreicht werden. Die Innenhalle wird über ein freistehendes Treppenhaus und umlaufende auskragende Flure erschlossen. Das Dach dieser Halle ist über dem flachen Normaldach aufgesetzt, so dass die umlaufende, vertikale Verglasung eine natürliche Belichtung ermöglicht. Das Gebäude ist voll unterkellert und besteht aus den Geschossen E+2, wobei die Studentenzimmer im 2. Stock über ein zusätzliches Galeriegeschoss verfügen. Diese Zimmer wurden als Appartements umgeplant und ein nicht mehr benötigter Technikraum in die Wohnzwecknutzung einbezogen, so dass zusätzliche Galeriewohnungen entstanden.
Das Gebäude steht im besonderen Augenmerk der Denkmalschutzbehörde. Es erhielt ein neues Wärmedämmverbundsystem und neue Fensterelemente mit Wärmeschutzverglasung. An der Nord- und Ostseite wurden die Fensterelemente zusätzlich schallschützend ausgelegt. Die Glasfassaden im Süden und des Hallenoberlichts wurden erneuert.
(Klaus Fikentscher)

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