Bauen

Dächer ausbauen oder auf sie bauen sind Möglichkeiten zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. (Foto: Verband Privater Bauherren)

11.03.2015

Auf Dächern bauen

Baulandreserven in der City nutzen

Der Platz wird knapp in der City. Da brauchen Bauherren ungewöhnliche Ideen: Zum Beispiel auf Dächern bauen, so der Verband Privater Bauherren (VPB). Jedes Dach ist ein potenzieller Bauplatz, voll erschlossen und mit funktionierender Infrastruktur. Interesse am Aufstocken bestehender Mehrfamilienhäuser könnten nach Erfahrung des VPB Eigentümergemeinschaften haben. Sie besitzen Land und sind bereits als Gemeinschaft etabliert. Gemeinsames Planen und Wirtschaften gehören zum Alltag. Eigentümergemeinschaften könnten also vom Zug der Bauherren in die City profitieren.
Die Idee des Aufsattelns ist nicht ganz neu: Kommunale Wohnungsbaugesellschaften stocken bereits seit Jahren ihre Nachkriegshäuser auf und bebauen die meist großzügigen Freiflächen zwischen den Mietsblöcken mit zusätzlichen Wohnungen. Eigentümergemeinschaften zeigen sich manchmal noch zurückhaltend. Sie lassen die Reserven auf dem eigenen Dach brach liegen. Dabei könnten sie oft ein weiteres Geschoss aufsatteln und so zusätzliche Wohnfläche zur Verfügung stellen. Den neuen Wohnraum können sie verkaufen oder gemeinsam vermieten. Vom Erlös finanzieren sie größere Sanierungen oder Instandhaltungsarbeiten.

Eine Frage des Unterbaus

Natürlich ist das nicht immer so einfach wie es klingt, denn nicht jedes Haus lässt sich aufsatteln. Das ist zunächst immer eine Frage des Unterbaus: Hält die Statik die zusätzlichen Lasten aus? Können Versorgungsleitungen einfach nach oben fortgesetzt werden? Braucht das Haus nach dem Aufstocken einen Fahrstuhl? Reichen die Stellplätze in der Tiefgarage oder im Hof für weitere Mitbewohner? Und genehmigt die Baubehörde den Aufbau überhaupt?
Oft wird die maximal mögliche Gebäudehöhe durch den Bebauungsplan geregelt, und meist ist das Maß auch ausgeschöpft. Dennoch lohnt sich ein Vorstoß bei der Kommune, denn immer mehr Städte und Gemeinden fördern die Nachverdichtung, auch durch Aufstockung bestehender Gebäude.
Konversion heißt eine weitere Chance: Seit der Wende haben ausländische Truppenverbände Deutschland verlassen und dabei viele Kasernen hinterlassen. Etliche stammen noch aus der Kaiserzeit, sie stehen deshalb oft unter Denkmalschutz, aber sie liegen sehr zentral, weil die Städte damals noch kleiner waren und erst später über die Kasernenbereiche hinauswuchsen. Baugruppen haben Chancen, sich Teile solcher Anlagen zu sichern. Gleiches gilt für ehemalige Gewerbeflächen oder große Fabrikareale, für die neue Nutzungen gesucht werden. Baugemeinschaften brauchen dazu neben Kapital gute Ideen und vor allem seriöse Berater. Wie Baugemeinschaften arbeiten und organisiert sein können, das hat der VPB in seinem Ratgeber „Bauen in der Gemeinschaft“ zusammengestellt, der im Servicebereich unter www.vpb.de gratis heruntergeladen werden kann.

Oft aufwendige baurechtliche Genehmigung

Baugemeinschaften brauchen durchdachte Konzepte, denn oft muss ihr Vorhaben baurechtlich aufwendig genehmigt werden, weil kein Bebauungsplan existiert. Dazu müssen zunächst die Kommunalpolitiker und Anwohner überzeugt werden. Das braucht Zeit und gute Nerven und kostet Geld. Deshalb ist es nach Erfahrung des VPB sinnvoll, vorab genau zu prüfen, ob sich das Bauvorhaben auf dem ins Auge gefassten Areal technisch überhaupt realisieren lässt: Wie steht es etwa um den Baugrund? Liegen Altlasten auf dem Grundstück und wenn ja, was kostet deren Entsorgung? Liegen dort vielleicht noch Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg? Wie ist das Areal an das Versorgungsnetz angebunden? Wie steht der Denkmalschutz zu den geplanten Veränderungen? Erst wenn die grundsätzlichen Fragen geklärt sind, beginnt der Gang durch die Instanzen. (BSZ)

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