Bauen

Der Aufschwung im bayerische Bau- und Ausbaugewerbe steht auf breitem Fundament. (Foto: BSZ)

15.04.2014

Aufschwung steht auf breitem Fundament

Frühjahrs-Konjunktur-Umfrage des bayerischen Bau- und Ausbaugewerbes

Der Aufschwung im bayerische Bau- und Ausbaugewerbe steht auf breitem Fundament. Das zeigen die Umfragewerte aus dem Konjunktur-Lagebericht der Landesvereinigung Bauwirtschaft Bayern (LBV). Nur 4 Prozent der befragten Unternehmen sind derzeit mit ihrer Geschäftslage unzufrieden. Auch bei den Umsätzen überwiegen die positiven Einschätzungen. Jeder zweite Handwerksbetrieb spricht sogar von guten oder sehr guten Erlösen. Dagegen hat sich die Ertragslage, vor allem der Baubetriebe, nur leicht verbessert.

Gleichzeitig verwies LVB-Sprecher Hans Auracher auf konjunkturelle Sondereffekte: Wegen des extrem milden Wetters im Winter seien gerade im Hoch- und Tiefbau viele Aufträge in den Wintermonaten abgearbeitet worden, so dass sich im März in einigen Betrieben ein Auftragsloch aufgetan habe, dass sich voraussichtlich erst im Mai wieder schließen werde. Er appellierte an die öffentliche Hand, geplante Aufträge vorzuziehen.

Insgesamt blicken die Unternehmen sehr optimistisch ins Sommerhalbjahr. 63 Prozent der Bauhauptbetriebe erwarten gute Geschäfte und das verbleibende Drittel geht von einer immerhin noch befriedigenden oder ausreichenden Geschäftslage aus. Im Ausbaubereich sind die Zahlen ähnlich gut. Es gebe daher überhaupt keinen Grund, die Lage schlecht zu reden, meinte Auracher auch im Rückblick auf das Jahr 2013. Nach  Berechnungen des Statistischen Landesamtes stiegen die Umsätze im Bauhauptgewerbe vergangenes Jahr um 8,6 Prozent. Sie stiegen damit deutlich stärker als erwartet und höher als im Bundesschnitt. Für dieses Jahr rechnet die Branche mit einem Wachstum von 3,5 Prozent im öffentlichen Bau und 2,5 Prozent im Wirtschaftsbau. „Nach einem Boomjahr setzt sich der Aufschwung am Bau fort“, betonte Auracher. Der Wohnungsbau werde die Branche mit einem Wachstum von 5 Prozent antreiben. „Allerdings braucht der Mietwohnungsbau dringend neue Impulse, damit sich die angespannte Situation gerade in den bayerischen Metropolen verbessern kann“.  

Deutliche Kritik übte Auracher am energiepolitischen Kurs der Bundesregierung. Er habe kein Verständnis dafür, dass die längst überfällige steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung nicht auf der Agenda stehe, obwohl fast die Hälfte des Energieverbrauches in Deutschland auf den Gebäudebereich entfallen. Der LVB-Sprecher verwies darauf, dass die steuerliche Förderung nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll sei: „Durch die generierten zusätzlichen Handwerksaufträge nimmt der Staat letztlich mehr Steuern ein“. In der Umfrage fordern zwei Drittel der Bau- und Ausbaubetriebe von der bayerischen Staatsregierung ein langfristig aufgelegtes Förderprogramm.


Neben den durch die EEG-Umlage weiter gestiegenen Energiekosten ist der Fachkräftemangel eine der größten Herausforderungen für die Bau- und Ausbauhandwerker. Dies spüren die Unternehmen sowohl bei der Suche nach Lehrlingen, als auch nach Facharbeitern. Die Umfrageergebnisse der Landesvereinigung Bauwirtschaft lassen eine nahezu gleichbleibend hohe Ausbildungsleistung erwarten. Doch trotz hohem Bedarf dürfte insgesamt die Zahl der Beschäftigten nur leicht steigen.

Erleichtert ist das bayerische Bau- und Ausbaugewerbe darüber, dass der Handwerkerbonus erhalten bleibt. LVB-Sprecher Auracher betonte: „Für mich ist es nicht nachvollziehbar, wie SPD-Fraktionsvize Schneider dieses bewährte Instrument, diese Erfolgsgeschichte, überhaupt in Frage stellen konnte.“ Auracher verwies darauf, dass der Bonus nicht nur Handwerkern und Verbrauchern nutze, sondern auch einen volkswirtschaftlichen Nutzen habe. Denn der Staat hole die Ermäßigung durch gestiegene Aufträge und damit Steuermehreinnahmen mehr als heraus. Damit werde Schwarzarbeit eingedämmt. (BSZ)

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