Bauen

Die generalsanierte Staatliche Berufsschule II in Landshut. (Foto: Rolf Sturm)

10.07.2015

Barrierefreier Schulkomplex

Generalsanierung der Staatlichen Berufsschule II in Landshut

Der Zweckverband berufliche Schulen – getragen von der Stadt Landshut und dem Landkreis Landshut – saniert und erweitert seit 2011 die beiden staatlichen Berufsschulen. Damit setzt er ein deutliches Zeichen für den Bildungsstandort Landshut und stärkt in erheblichem Umfang die berufliche Bildung im niederbayerischen Raum am Standort des Oberzentrums Landshut. Die Maßnahmen sind für beide Gebietskörperschaften, als Träger des Zweckverbands, eine enorme Herausforderung. Das Gesamtvolumen beläuft sich auf knapp 100 Millionen Euro.
Mit der Einweihung der Staatlichen Berufsschule II im Juni 2015 konnte die erste große Maßnahme abgeschlossen werden. Der ursprünglich im Jahr 1968 als Hauptschule errichtete Gebäudekomplex wird bereits seit 1992 für Berufsschulzwecke genutzt. Die Staatliche Berufschule II besuchen zur Zeit 1954 Schülerinnen und Schüler. Sie werden in 16 verschiedenen Ausbildungsrichtungen der Berufsfelder Wirtschaft/Verwaltung, Gesundheit und Kaufmännische IT-Berufe unterrichtet. Der Einzugsbereich der Schule umfasst bei einzelnen Berufen den gesamten Regierungsbezirk Niederbayern sowie den Landkreis Freising.
Das mit der Regierung von Niederbayern abgestimmte Raumprogramm umfasst eine Hauptnutzfläche von 4205 Quadratmetern, darin enthalten ist eine Erweiterungsfläche von 620 Quadratmetern und 36 776 Kubikmeter umbauter Raum.
Die Baumaßnahme wurde in drei Bauabschnitten durchgeführt. Zur Aufrechterhaltung des laufenden Schulbetriebs wurden während der Umbaumaßnahme Container auf dem Bestandsgelände aufgestellt. Mit den gesamten Planungen der Generalsanierung und der Erweiterung wurde das Architekturbüro Feigel-Huber-Dumps aus Landshut beauftragt. Eine umfassende Analyse der Bestandsgebäude machte wesentliche bauliche, gebäudetechnische, energetische und brandschutztechnische Mängel deutlich. Nach 43 Jahren Nutzungsdauer war die Generalsanierung des Gebäudekomplexes notwendig geworden. Darüber hinaus war es nötig, eine umfassende Schadstoffsanierung vorzunehmen.
Im 1. Bauabschnitt wurde der viergeschossige Erweiterungsbau angebaut, der erforderlich war, um eine neue Technikzentrale zu erstellen und der beengt untergebrachten Schulleitung entsprechende Verwaltungseinrichtungen bereitstellen zu können. Desweiteren sind in diesem Gebäudeteil sowohl die Lehrerbibliothek als auch Seminarräume und zusätzliche Unterrichts- und Mehrzweckräume errichtet worden.
In einem 2.Bauabschnitt erfolgte die Generalsanierung des viergeschossigen Hauptbaukörpers, mit dem auch die Behindertengerechtigkeit des gesamten Gebäudekomplexes sichergestellt werden kann. Durch das Entfernen der Einbauten in den ehemaligen Loggien und die transparente, offene Ausbildung der Speisesaalerweiterung im Erdgeschoss konnte die natürliche Belichtung und Belüftung der angrenzenden Aufenthaltsbereiche und Verkehrsflächen erreicht werden. Mit der Generalsanierung des teils zweigeschossigen Nebengebäudes und der Turnhalle endete die bauliche Maßnahme im Frühjahr 2015. Daran anschließend waren noch die Freianlagen und Sickermulden für eine ökologische Vollversickerung des Niederschlagswassers im 3. Bauabschnitt fertigzustellen.
Der vorhandene Rohbau und die statische Grundstruktur der Bestandsgebäude blieb erhalten. Die Sanierung orientierte sich am Qualitätsstandart eines Neubaus, beziehungsweise wurde hinsichtlich des Wärmeschutzes gegenüber der EnEV2009 noch deutlich übertroffen. Mit Ausnahme der Natursteinbeläge wurden alle Oberflächen sowie alle technischen Anlagen überarbeitet oder erneuert.
Zur Sicherstellung der optimalen Raumluftqualität wurde für die Klassenzimmer eine Lüftungsanlage mit adiabater Kühlung vorgesehen.
Das ursprünglich sehr heterogene äußere Erscheinungsbild der Schule erfährt sowohl durch die Rhythmisierung der Fensterelemente im Erweiterungsbau und den Bestandsgebäuden als auch durch die differenzierte Farbgebung in leicht abgestuften Grautönen seine Homogenität und stärkt dadurch seine städtebauliche Bedeutung im Umfeld.
Das innenräumliche Farbkonzept, in vier unterschiedlichen Farbtönen den jeweiligen Baukörpern zugeordnet, beschränkt sich ausschließlich auf die Erschließungszonen mit Sanitärbereichen und dient zugleich der besseren Orientierung. Ziel war es einen neuen barrierefreien Schulkomplex zu gestalten, der gleichermaßen Vertrauen, Freundlichkeit und Identifikation aller Schüler, Lehrer und Besucher garantiert.
Im Rahmen der Gebäudesanierungsmaßnahmen wurde auch das gesamte Umfeld im Bereich der Freianlagen und dem ruhenden Verkehr saniert. Besonderes Augenmerk wurde auf die Erhöhung der Aufenthaltsqualität für Schüler und Lehrer gelegt. Über eine großzügige Rampe wurde der gemeinschaftlich mit der Stadtteilbibliothek genutzte Eingangsbereich behindertengerecht ausgebildet.
Der aktuelle Kostenrahmen für die Berufsschule II beträgt inklusive Ausstattung und Nebenkosten rund 16,7 Millionen Euro. Die Gesamtmaßnahme wird mit 6,8 Millionen Euro durch den Freistaat Bayern gefördert. (BSZ)

(Der Treppenaufgang; Blick in einen Unterrichtsraum und der Speisesaal - Fotos: Rolf Sturm)

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