Bauen

04.03.2015

Bei hohen Mieten verzichten die Bürger auf Komfort

Steigende Wohnkosten: Repräsentative Umfrage zur Mieterreaktionen

Bei steigenden Mieten sind viele Deutsche bereit, deutliche Abstriche bei der Wohnqualität zu machen. Entspricht eine Immobilie jedoch perfekt den Wünschen, würden fast 70 Prozent der Bundesbürger auch höhere Mietpreise zahlen. Zudem sind die Menschen bei uns skeptisch, ob die gerade von der Großen Koalition verabschiedete Mietpreisbremse wirkt. Das sind zentrale Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Sition Property Marketing GmbH. Für die Studie hat das Marktforschungsinstitut Innofact AG Ende Februar 2015 über 1000 Bürger zwischen 18 und 69 Jahren deutschlandweit befragt.
Fast sechs Millionen Haushalte haben laut Erhebungen der Umzug AG 2014 ihr Domizil hierzulande gewechselt. Und die Sition-Umfrage ergab: 65,7 Prozent derjenigen, die in den vergangenen 24 Monaten in eine neue Mietwohnung gezogen sind oder dies in den nächsten zwei Jahren planen, sind mit höheren Nettokaltmieten konfrontiert oder erwarten sie. Doch teurere Wohnungen werden weitgehend akzeptiert. 68,6 Prozent der Umziehenden sind laut Studie bereit, mehr Miete als bislang zu überweisen - wenn die Wünsche in Bezug auf Lage, Größe, Ausstattung erfüllt werden. „Allerdings setzen sich 92,1 Prozent der Bürger bei der Wohnungssuche auch ein maximales Limit für die Miete“, beschreibt Sition-Geschäftsführer Matthias Kutzscher eine Erkenntnis der Umfrage.

Bei Wohnfläche werden Abstriche gemacht

Klare Vorstellungen haben die Bundesbürger davon, was sie bei einem Wohnungswechsel und höheren Angebotspreisen in Kauf nehmen: So akzeptieren 51,6 Prozent weniger Wohnfläche. Jeder Zweite (49,9 Prozent) ist bereit, weitere Wege zu Arbeit, Uni, Schule oder Kindergarten zu tolerieren, wenn an der Miete gespart werden kann. Eine weniger gute Ausstattung etwa bei Böden oder Bädern nehmen 42,2 Prozent hin. 32,6 Prozent akzeptieren eine weniger gute Lage. Besonders wichtig ist den Deutschen aber die Qualität des Umfelds: Nur 25,8 Prozent können sich mit einem weniger guten Wohnumfeld anfreunden. „Die Umfrage zeigt, dass die Deutschen auf steigende Mieten mit Beschränkungen bei bestimmten Wohnungsfaktoren reagieren, gleichzeitig aber durchaus bereit sind mehr zu zahlen, wenn das Angebot stimmt“, sagt Matthias Kutzscher.

Bürger erwarten nicht viel von Mietpreisbremse

Dass die Mietpreise künftig stabil bleiben oder gar sinken, damit rechnet laut der Sition-Umfrage kaum jemand hierzulande. Trotz der gerade von der Bundesregierung verabschiedeten Mietpreisbremse, die günstigen Wohnraum erhalten und schaffen soll, erwarten 88,7 Prozent der Bürger einen weiteren Aufwärtstrend. 34,7 Prozent gehen von einem starken Anstieg der Mieten in den nächsten 24 Monaten aus, 55 Prozent halten geringfügige Aufschläge für wahrscheinlich. Nur 2,6 Prozent sind laut Sition-Umfrage von sinkenden Mieten überzeugt. „Ob die neue gesetzliche Vorschrift dafür sorgt, dass überzogene Vermieterforderungen verhindert werden, wird die Praxis zeigen. Eher skeptisch sind die Menschen, ob das Instrument den Preisanstieg bei Mietwohnungen insgesamt bremsen kann“, erläutert Matthias Kutzscher das Umfrage-Ergebnis zur Mietpreisbremse. (BSZ)

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