Bauen

20,6 Millionen Euro wurden in die Sanierung investiert. (Foto: Beutenmüller)

25.05.2012

Bitte zu Tisch, es ist angerichtet

Sanierung der Mensa der Universität Augsburg

Die Mensa der Universität Augsburg schloss im März 2010 ihre Pforten und zog für 24 Monate in Interimsverpflegungsstätten auf dem Campus um. Nach der Wiedereröffnung im Frühjahr 2012 präsentiert sich die sanierte Mensa sowohl hinsichtlich der kulinarischen Angebote als auch der optischen Gegebenheiten grundlegend neu. Für 20,6 Millionen Euro wurde die knapp 30 Jahre alte Mensa saniert und technisch komplett erneuert.
Die ursprüngliche Planung der Mensa aus dem Jahr 1977 des Architekturbüros Hans Schrammel aus Augsburg sah im Erdgeschoss neben einem weitläufigen Erschließungsraum Lagerflächen und Raum für eine Cafeteria vor. Im Obergeschoss waren der Koch- und Spülbereich sowie ein großer Speisesaal untergebracht. Der Speisesaal verfügte über 1200 Sitzplätze und wurde zunächst in einer ersten Ausbaustufe für 2500 Essensteilnehmer ausgebaut, räumlich aber bereits für eine spätere Ausbaustufe mit 4500 Essen pro Tag dimensioniert.
Mit der Eröffnung im Jahr 1983 zeigte sich die Mensa als dreiseitig freistehendes Gebäude mit polygonalem Grundriss. Die Tragkonstruktion aus rasterförmig angeordneten Betonrundstützen schließt nach oben im Speisesaalbereich durch eine Dachkonstruktion in Mero-Systembauweise ab. Die Fassade wird geprägt durch ein auskragendes Sockelband aus Betonfertigteilen im Obergeschoss, die vertikal gegliederte Glasfassade und ein relativ steiles Metalldach. Die Ansicht ist deutlich rhythmisiert durch Vor- und Rücksprünge und einen zurückversetzten Erdgeschossbereich.

Äußerlich
weitgehend unverändert


Das Staatliche Bauamt Augsburg wurde im November 2007 durch die Oberste Baubehörde (OBB) beauftragt, eine Planung für die Sanierung der Zentralmensa der Universität in Augsburg zu erstellen. Der Planung wurde eine Strukturuntersuchung des Staatlichen Bauamts Augsburg aus dem Jahr 2004 zugrunde gelegt. Nach zahlreichen Abstimmungen zwischen den Planungsbeteiligten, Nutzern, Betreibern und den beteiligten Ministerien konnte im Februar 2009 die Planung vorgelegt werden und ein Jahr später mit der Ausführung begonnen werden.
Rund 30 Jahre nach der ersten Eröffnung wirkt die Mensa nun nach der Wiedereröffnung zwar äußerlich weitgehend unverändert, zeigt sich aber im Innenraum von einer erfrischend neuen Seite. Insbesondere ein ausgeklügeltes neues Lichtkonzept im Speisesaal versorgt durch eine Kombination aus Tages- und Kunstlicht den großen Raum mit angenehmer Helligkeit.
Ziel war dabei, dass während der Hauptnutzungszeiten weitgehend auf Kunstlicht verzichtet werden kann. Dafür wurden die vorhandenen Rauch-Wärme-Abzüge im Dach des Speisesaals genutzt und mit transluszenten Abdeckungen versehen. So kann im Winter die solare Energie und das Tageslicht zur Belichtung genutzt werden. Ein Sonnenschutz mit Lamellen hält gleichzeitig die Wärme ab. Zusätzlich sorgen reflektierende Spiegel-Werfersysteme für eine Aufhellung der Raumschale.
Auch das vorhandene Dachtragwerk mit seinen Stahlverstrebungen erhält dadurch eine neue Wirkung. Das frische Farbkonzept baut auf den ursprünglichen Farben auf und gibt der Mensa eine moderne, einladende Wirkung.
Die Eingangshalle im Erdgeschoss wurde durch den Rückbau einer vorher vorhandenen Passage räumlich neu geordnet, durch einen Aufzug und zusätzliche Büros sowie einen Infopoint des Studentenwerks Augsburg ergänzt und farblich aufgefrischt in Anlehnung an das Farbkonzept des Obergeschosses. Parallel zur optischen Erneuerung der Innenräume wurden in erster Linie auch die technischen Einrichtungen und hier vor allem die Küchenausstattung und der Spülbereich neu strukturiert und mit modernsten Geräten ausgestattet. Parallel wurden wesentliche energetische Sanierungsmaßnahmen an Fassade und Dach und den technischen Einrichtungen durchgeführt.

Komplett neues Angebotssystem


Verbunden mit der baulichen Sanierung war eine Umstellung auf ein komplett neues Angebotssystem. Die Gäste können nun wählen zwischen verschiedenen „Themen-Stationen“, die Gerichte aus den Bereichen Pasta und Pizza, Bayerisch-Schwäbische-Spezialitäten, Asia-Wok Gerichte sowie weitere Menüs vom Grill und vegetarischen Speisen anbieten. Dabei kann an allen Stationen ein komplettes Menü zusammengestellt werden, wodurch Mehrfachwartezeiten an verschiedenen Ausgabetheken entfallen. Damit kann die nun für 5000 Essensteilnehmer ausgelegte Mensa seinen Gästen jeden Tag eine vielfältige Auswahl an verschiedenen Gerichten anbieten.
Die neu sanierte Mensa der Universität Augsburg bietet somit nicht nur gestalterisch ein ansprechendes und einladendes Ambiente an, sondern zeigt sich auch durch ihre neue Ausgabe- und Angebotssituation in modernen Gewand und gerüstet für die nächsten Studentengenerationen.
(Annette Bubmann)

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