Bauen

15 000 Quadratmeter Büro- und Laborfläche sind entstanden. (Foto: LFK)

25.03.2011

Blickfang im Unternehmens-Zentrum

Neues Büro- und Laborgebäude der MBDA Deutschland in Schrobenhausen fertiggestellt

Die MBDA Deutschland konzentriert ihre Aktivitäten an ihrem Hauptsitz in Schrobenhausen. Der deutsche Marktführer für Lenkflugkörpersysteme wird bis Ende 2011 seinen Entwicklungsstandort in Unterschleißheim nach Schrobenhausen verlagern. Durch die Konzentration an einem Standort stellt sich das Unternehmen für die Zukunft auf. Kurze Wege, weniger Kosten und eine noch engere Zusammenarbeit sind nur einige der Vorteile. Über 500 Beschäftigte ziehen bis Ende 2011 nach Schrobenhausen um. Nach Abschluss der Umzüge sind dann rund 1100 Menschen am Standort beschäftigt.
Um allen Mitarbeitern ein optimales Arbeitsumfeld bieten zu können, baut die MBDA Deutschland ihren Hauptsitz seit 2007 kontinuierlich aus. In mehreren Bauabschnitten wird die Infrastruktur erweitert und modernisiert. Den Anfang machte der Bau eines neuen Betriebsrestaurants, das 170 Sitzplätze umfasst. Bis Ende 2011 wird das Restaurant nochmals erweitert und bietet dann 300 Sitzplätze und eine Cafeteria.
2008 folgte ein Parkhaus mit elf Stockwerken und über 800 Stellplätzen. Direkt an das Parkhaus angeschlossen wurde ein neues Empfangsgebäude. Im Erdgeschoss befindet sich ein repräsentativer Empfangsbereich. Im Obergeschoss wurde ein Gesundheitszentrum für die Beschäftigten eingerichtet. 2009 nahm ein neues Materialwirtschaftsgebäude den Betrieb auf. Es stellt über 4300 Quadratmeter Lagerflächen bereit und löst zehn kleinere, dezentrale Lager ab. Das Gebäude umfasst neben dem Wareneingangs- und Versandbereich eine Lagerhalle mit elf Shuttlesystemen und einem modernen Hochregallager.
Herzstück des Standortes ist jedoch das neue Bürogebäude. Nach zwei Jahren Planungs- und Bauarbeiten hat die MBDA Deutschland im November 2010 das neue Gebäude eröffnet. Der symbolische Spatenstich für den Baubeginn war ein Jahr zuvor erfolgt, kurz nachdem eine Pfahlgründung für das Fundament des Gebäudes vorgenommen wurde.
Der vierstöckige Gebäudekomplex besteht aus einem quadratischen Hauptgebäude und drei weiteren Kammgebäuden. 74 Unterauftragnehmer um den Generalplaner Nething und den Generalunternehmer Züblin waren am Projekt beteiligt. Insgesamt sind 15 000 Quadratmeter an Büro- und Laborfläche entstanden. Davon sind etwa 1000 Quadratmeter für Labore vorgesehen. 1250 Tonnen Stahl und 8800 Kubikmeter Beton wurden verbaut. Das Gebäude ist mit Wartungsstegen versehen. Dadurch lassen sich die Wartungs- und Reinigungskosten deutlich reduzieren.
In der Mitte des Hauptgebäudes entstand ein verglastes Atrium. Dort werden zukünftig Produktexponate des Unternehmens ausgestellt. Für größere Besprechungen wurde eine Konferenzzone an das Atrium angeschlossen. Die Konferenzräume und das Atrium lassen sich bei Bedarf zusammenlegen. Bei Großveranstaltungen haben so an die 1000 Teilnehmer Platz. Die Konferenzzone wie auch die übrigen Besprechungszimmer des Gebäudes sind mit modernster Medientechnik ausgestattet. Eine optimierte Belegungsplanung für die Gebäude unterstützt die bereichsübergreifende Zusammenarbeit. Die räumliche Nähe von Büros und Laboren garantiert kurze Wege.
Für das Gebäude wurden rund 4700 Quadratmeter Wald gerodet. Als Ausgleich für den abgeholzten Wald hat das Unternehmen in unmittelbarer Nähe hochwertigen Wald auf 2300 Quadratmetern aufgeforstet. Darüber hinaus wurde eine Ausgleichsfläche von etwa 4700 Quadratmetern für den Naturschutz geschaffen.

Energieoptimiert


Das moderne Beleuchtungs- und Klimatisierungskonzept leistet einen weiteren Beitrag zum Umweltschutz. Planungsziel war die Errichtung eines funktionalen und energieoptimierten Gebäudes. Sowohl im Winter als auch im Sommer werden ein ausgeglichenes Raumklima und damit ein angenehmes Arbeitsumfeld geschaffen. Der Gebäudekomplex ist an die Nahwärmeversorgung des Standortes Schrobenhausen mit einer kombinierten Wärmeerzeugung aus Blockheizkraftwerk (BHKW) und konventionellen Gasheizkesseln angeschlossen. Die Grundheizlast in den Büroräumen wird zu rund 50 Prozent über thermoaktive Betondecken abgedeckt. Die Deckung der Spitzenheizlast an kalten Wintertagen erfolgt mit Unterflurkonvektoren an der Außenfassade.
In den Sommermonaten werden die thermoaktiven Betondecken zur Raumkühlung herangezogen. Die spezifische Kühlleistung beträgt 35 bis 40 W/m² je aktiv mit Rohrregistern belegter Deckenfläche. Die Kühlung beziehungsweise Regenerierung der Betonspeichermassen kann zeitversetzt in den Nachtstunden erfolgen. Exponierte Eckräume sind zusätzlich mit Kühlkonvektoren ausgestattet. In den Besprechungsräumen wurde eine akustisch wirksame Kühldecke eingebaut. Die Besprechungsräume sind mit einer mechanischen Be- und Entlüftungsanlage mit gekühlter Zuluft ausgestattet. Die Beleuchtung in den Büroräumen besteht aus einem Pendelleuchtensystem mit vier Leuchtstofflampen. Die Steuerung erfolgt tageslichtabhängig über einen eingebauten Präsenzmelder. Beim Verlassen des Büros werden die Leuchten zeitverzögert über den Präsenzmelder ausgeschaltet. Ein optimales und blendfreies Arbeiten wird durch eine gleichmäßige Lichtverteilung gewährleistet.

Ausbau nicht abgeschlossen


Alle Leuchten entsprechen der Bildschirmarbeitsplatzverordnung. Flur- und Nebenzonenbeleuchtungen werden tageslichtabhängig und nach Bewegungserfassung gesteuert. In den Seminarräumen wird für die Regelung der Leuchten das DALI-System (Digital Addressable Lighting Interface) verwendet.
Zur Betriebsoptimierung wird ein für prozessnahe Kommunikation optimiertes Feldbussystem eingesetzt. Dieses System ist dezentral gebäudeübergreifend aufgebaut und steuert die elektrischen Systeme. Die Anbindung an die übergeordnete Gebäudeleittechnik erfolgt durch Ethernet (TCP/IP). Die Jalousienanlage wird zusätzlich über eine eingebundene Wetterstation (Sonne, Wind, Regen) überwacht und gesteuert.
Mit der Eröffnung des neuen Bürogebäudes ist der Ausbau des Standorts aber noch nicht abgeschlossen. Das alte Verwaltungsgebäude am Standort wird derzeit renoviert. Vor Kurzem begann der Bau einer Integrationshalle, unter anderem für das Luftverteidigungssystem MEADS. Der europäische MBDA-Konzern, dem die MBDA Deutschland angehört, investiert insgesamt rund 60 Millionen Euro für den Ausbau des Standorts Schrobenhausen. Von den Investitionen profitieren auch zahlreiche leistungsfähige Unternehmen aus Bayern, die an dem Bau der Gebäude und der Gestaltung der Außenanlagen beteiligt waren und sind. (BSZ)

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