Bauen

Die Ausstellung „Planen für München 2018“ zeigt alle 39 Arbeiten des Planungswettbewerbs für das Olympische und Paralympische Dorf und das Mediendorf. (Animation: München 2018)

08.04.2011

Das "Ice-Village" ist schon geplant

Das städtebauliche Konzept für das Olympiadorf 2018

Es wird spannend werden. Noch steht gar nicht fest, ob die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2018 in München stattfinden. Aber für den Fall dass… müssen die Weichen schon rechtzeitig gestellt werden. Da erhebt sich die Frage: Wie sollen das neue Olympische Dorf und das Mediendorf gestaltet und konzipiert sein? Zumindest eine formale Grundlage muss vorliegen, damit man, wenn München den Zuschlag bekäme, die baulichen Einrichtungen zügig realisieren kann. Aus diesem Grund wurde bereits am 2. Dezember 2010 ein Planungswettbewerb ausgeschrieben, der das Gebiet westlich des Olympiaparks entlang der Dachauer Straße und Schwere-Reiter-Straße umfasst.
Die Planung für das so genannte Ice-Village der Winterspiele 2018 in München, an der sich 39 verschiedene Wettbewerber beteiligten, war für die Architekten ein olympischer „Mehrfachwettkampf“, wie Thomas Jocher, Vorsitzender des Preisgerichts, feststellt.
„Alleine das Handbuch des IOC zur Planung“, führt Jocher aus, „umfasste nahezu 500 Seiten, die Vorprüfberichte der Wettbewerbsarbeiten hatten nochmals denselben Umfang. Abgeliefert hatten die handverlesenen, internationalen Wettbewerbsteams bis zu zehn Quadratmeter Pläne, die von 50 internationalen Fach- und Sachpreisrichtern und Beratern bewertet wurden.“

Der erste Preis ging an
ein Berliner Architekturbüro


In diesem EU-weiten Wettstreit war innovativer Städtebau für ein 36 Hektar großes Gebiet vom International Olympic Committee (IOC) gefordert, inklusive energetische Grenzwerte, Plusenergiehaus, Ressourcenschutz und Nachhaltigkeit.
Gewonnen haben die Architekten Léon Wohlhage Wernik aus Berlin. „Landschaft in der Stadt und Architektur in der Landschaft bilden die beiden Prämissen für das städtebauliche und landschaftliche Konzept Olympia 2018 in München“, so steht es kurz und bündig im Projektbericht des Berliner Architekturbüros. Außerdem wolle das Konzept auch zukünftiges städtisches Wohnen ermöglichen. Dabei will man auf die Ambivalenz von „Stadt und gleichzeitig Freiraum“ eine Antwort geben.
Juryvorsitzender Jocher betont bei dieser Planung vor allem die „spielerische Gruppierung der Einzelbaukörper im Olympischen Dorf“. Wodurch auch der Bestand der wertvollsten Bäume gesichert sei.
Mit dem Titel „Planung für München 2018 – Wettbewerbsergebnisse Olympisches Dorf und Mediendorf sowie Rahmenplanung Olympiapark“ eröffnete Stadtbaurätin Elisabeth Merk eine eigene Ausstellung im Städtischen Hochhaus, Blumenstraße 28b. Gezeigt werden, neben dem ersten Preis von Léon Wohlhage Wernik, sechs weitere Preisträgermodelle der insgesamt 39 eingereichten Arbeiten. „Die Planungsarbeit an diesem Projekt dauerte drei Monate und ein Team von sechs Architekten arbeitete daran“, erläutert Carolin Kleist, Pressesprecherin von Léon Wohlhage Wernik.

Glas findet
vielfach Verwendung


Die 1300 Wohneinheiten befinden sich jeweils in einem Dreigespann von zwei kleinen und einem großen Gebäude, wobei das Material Glas vielfach verwendet wird und immer wieder den Bezug nach draußen vermitteln soll.
Bei der Eröffnung der Ausstellung sprach Stadtbaurätin Elisabeth Merk von einem „Schritt in die Zukunft“, denn schließlich kann das Olympische Dorf auch nachgenutzt werden. Zudem würde anhand der Planungsprojekte auch ein Impuls für den innovativen Wohnungsbau gegeben.
„Ziel ist es, die herausragenden Qualitäten des Olympiaparks und die Schönheit dieser einzigartigen Landschaft langfristig zu sichern und den gesamten Park mit seinen Erweiterungsflächen noch besser mit der Umgebung zu vernetzen“, formuliert Merk das Anliegen der Stadt.
Am 6. Juli 2011 wird es dann amtlich, ob München den Zuschlag für die Olympischen Spiele erhält und der Spatenstich für das preisgekrönte Modell erfolgen kann. (Eva-Maria Mayring)
Die Ausstellung „Planen für München 2018“ geht noch bis 29. April 2011, Montag bis Freitag von 10 bis 19 Uhr. Die Gesamtschau der insgesamt 39 Arbeiten sind im PlanTreff zu sehen, Blumenstraße 31. Einzelne Wettbewersergebnisse werden präsentiert im Städtischen Hochhaus, Blumenstraße 28b und der Lokalbaukommission, Blumenstraße 19.

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