Bauen

Nur vier Prozent der Betriebe des bayerischen Bau- und Ausbauhandwerks sind mit ihrer Geschäftslage derzeit nicht zufrieden. (Foto: Bilderbox)

25.04.2014

Der milde Winter sichert den Aufschwung

Das Bayerische Bau- und Ausbauhandwerk sieht optimistisch in die Zukunft

Das bayerische Bau- und Ausbauhandwerk (LVB), das zwei Mal jährlich einen allgemeinen Lagebericht gibt, sieht anlässlich seiner Frühjahrs-Pressekonferenz optimistisch in die Zukunft. Der Aufschwung stehe auf einem breiten Fundament, so sieht es der Landesverbandssprecher Hans Auracher sowie die ebenfalls anwesenden Vertreter der Mitgliedsverbände. Der positiven Bewertung liegen Umfragewerte aus dem Konjunktur-Lagebericht der Landesvereinigung Bauwirtschaft Bayern zugrunde. Denn nur vier Prozent der befragten Unternehmen seien derzeit mit ihrer Geschäftslage nicht zufrieden. Auch die Umsätze könnten die positiven Einschätzungen unterstreichen.

Öffentliche Hand
soll Aufträge vorziehen


„Wegen des extrem milden Wetters im Winter“, so argumentiert Auracher, „sind gerade im Hoch- und Tiefbau viele Aufträge in den Wintermonaten abgearbeitet worden.“ Auftragseinbrüche im März ließen sich nicht vermeiden und somit könnten erst im Mai die Auftragslücken wieder geschlossen werden. Er appellierte an die öffentliche Hand, geplante Aufträge vorzuziehen.
Die Januarzahlen spiegeln im Vergleich zum Vorjahresmonat 2013 nominal gut 126 Millionen Euro mehr an Umsätzen – das ergebe ein Plus von fast 30 Prozent. „Die Auftragseingänge im bayerischen Bauhauptgewerbe“, so der Landesverbandssprtecher, „belaufen sich zeitgleich auf rund 713 Millionen Euro, fast 14 Prozent mehr als vor einem Jahr.“
Das niedrige Zinsniveau stütze den Trend zum Investieren. Zudem sorgten die Schutzmaßnahmen für das Frühjahrshochwasser für gefüllte Auftragsbücher. Die Erwartungen für die kommenden sechs Monate würden vor allem zwei Drittel der Handwerker der Bau- und Ausbaubetriebe optimistisch sehen. Man rechne mit guten Geschäften im Sommerhalbjahr. Auch für das Bauhauptgewerbe sei ein Umsatzwachstum von 3,5 Prozent realistisch. Für den öffentlichen Bau werden 3,5 Prozent und für den Wirtschaftsbau 2,5 Prozent prognostiziert. Der Wohnungsbau werde die Branche mit einem Wachstum von fünf Prozent antreiben, vorausgesetzt die angespannte Situation in den bayerischen Metropolen könne verbessert werden. Der LVB-Sprecher erwartet stärkere Anreize für mehr sozialen Wohnungsbau, damit der Mietwohngsbau weitere Impulse erhält.
Als „Wermutstropfen“ nennt Auracher den Fachkräftemangel vor allem im Bereich des Handwerks. Die Betriebe könnten gut 20 Prozent mehr Arbeitnehmer einstellen. „Doch der Mangel an geeigneten Lehrlingen hat zur Folge, dass mehr Unternehmen als noch vor einem Jahr mit einer sinkenden Zahl an Ausbildungsplätzen rechnet.“

Für ein langfristiges Förderprogramm


Die erhöhten Energiekosten bezeichnet der LVB-Sprecher auch als negativ. Denn sie verunsicherten die Betriebe, da die Kosten noch nicht abschätzbar seien. Bereits mit einer Umlage zum Jahresbeginn auf inzwischen 6,24 Cent pro Kilowattstunde, was 20 Prozent mehr als vor einem Jahr bedeutet, stiegen die Kosten. Mit einem Appell an die Bundesregierung für eine gerechtere Verteilung, die die Kosten erträglicher machen sollen, plädiert Auracher zugleich für ein langfristiges Förderprogramm.
Dennoch könne das Bauhauptgewerbe mit einem Zuwachs an Beschäftigten im vergangenen Jahr um neun Prozent zufrieden sein. „Denn in ganz Deutschland“, so Hans Auracher, „stiegen die Umsätze im Baugewerbe im vergangenen Jahr um gut drei Prozent – das ist gerade einmal ein Drittel des Zuwachses bei uns im Freistaat.“ (Eva-Maria Mayring)

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