Bauen

Das OP-Zentrum ergänzt das Neuro-Kopf-Zentrum um einen vierten Flügel. (Foto: M. Stobrawe/Klinikum rechts der Isar)

12.07.2017

Deutschlandweit die modernste Einrichtung

Neubau eines OP-Zentrums am Klinikum rechts der Isar in München

Der Neubau auf dem Stammgelände des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München im Münchner Stadtteil Haidhausen wurde als eines der aktuell modernsten OP-Zentren Deutschlands am 4. Juli 2017 eingeweiht. Mit einer Gesamtfläche von über 10 000 Quadratmetern bildet es gemeinsam mit dem bereits im Jahr 2010 in Betrieb genommenen OP-Zentrum Nord 1 einen OP-Cluster mit insgesamt 16 Operationssälen.

Im Dezember 2009 wurde ein europaweites Vergabeverfahren durch das Staatliche Bauamt München 2 ausgelobt, infolge dessen das Architekturbüro KSP Jürgen Engel Architekten aus Frankfurt mit der Planung beauftragt wurde. Das oberirdisch viergeschossige Gebäude schließt an das 2006 fertiggestellte Neuro-Kopf-Zentrum an und bildet als vierter Flügel den Abschluss der vorhandenen Kammstruktur. Damit erhält das Gesamtgebäude, das mit seinen markanten roten Säulen einen Blickfang im Straßenraum darstellt, einen neuen, großzügigen Eingang mit Freitreppe von der Ismaninger Straße aus.

Über einen ansprechend gestalteten Innenhof können zukünftig Patienten, Besucher und Mitarbeiter das nördliche Zentrum des Klinikums betreten. Das zurückspringende Sockelgeschoss erweitert den öffentlichen Straßenraum. Die Obergeschosse kragen über das Sockelgeschoss hinaus und bilden mit der gegenüberliegenden Villenbebauung eine gelungene baulich-räumliche Fassung der Ismaninger Straße.

Im Untergeschoss des OP-Zentrums sind acht hochmoderne Operationssäle inklusive einem durch Lichtkegel ansprechend gestalteten Aufwachraum untergebracht, die künftig von den Fachrichtungen der Neurochirurgie, der Gefäßchirurgie sowie der Urologie des Klinikums genutzt werden. Drei der neuen Operationssäle sind sogenannte Hybrid-OPs, also mit integrierter Bildgebung: Für die Neurochirurgie wurden unter anderem ein Operationssaal mit einem integrierten Kernspintomograph (MRT) und ein OP-Saal mit einem auf Schienen gelagerten Computertomographen ausgestattet.
Für die Gefäßchirurgie wurde ein deckenhängendes, robotergeführtes Angiographie-Gerät im OP-Saal installiert. Damit können in diesen Operationssälen nicht nur die Operationen selbst, sondern auch die Diagnostik und eine sofortige Kontrolle der Operationen erfolgen. Der Vorteil für die Patienten sind mehr Sicherheit und weniger Kontrollbedarf und Revisionseingriffe nach der Operation. Die zentralen Personalumkleiden befinden sich im darunterliegenden Technikgeschoss und sind über ein reines Treppenhaus und einen Aufzug mit dem OP-Geschoss verbunden.

Das neue Foyer im Erdgeschoss dient als Haupteingang für das bestehende Neuro-Kopf-Zentrum und für das OP-Zentrum. In der Eingangshalle wird der Besucher an einer Informationstheke empfangen; direkt dem Foyer zugeordnet befinden sich zum Eingangshof orientierte Patientenaufnahmeplätze. Im Erdgeschoss sind zudem Behandlungs- und Untersuchungsräume sowie die Ambulanz der Gefäßchirurgie situiert.

Im ersten Obergeschoss wurde eine interdisziplinäre Intensivstation mit 16 Betten untergebracht, darüber im zweiten Obergeschoss liegt die modern eingerichtete Allgemeinstation mit 28 Betten und einer zusätzlichen Überwachungseinheit. Im dritten Obergeschoss haben insbesondere die Büros für Ärzte, Klinikdirektoren und Verwaltung sowie ein Seminarraum für Fortbildungen ihren Platz gefunden.
Das erste Untergeschoss und das Erdgeschoss heben sich als optisch wahrnehmbarer Sockel mit einer dunklen Glasfaserbetonfassade von den Obergeschossen ab. Der Sockel enthält geschossübergreifende Öffnungen, die die Belichtung, auch von Teilen der OP-Säle, ermöglicht und Ausblicke aus dem Innenhof gewährt.

Die Eingangshalle erhielt über ihre gläserne, raumhohe Pfosten-Riegel-Konstruktion ein Höchstmaß an einladender Transparenz und Offenheit. Die Fassade der Obergeschosse führt die gebänderte Fassade des Neuro-Kopf-Zentrums fort, setzt sich jedoch durch die Gestaltung mit hellen Faserzementplatten ab und bildet einen Schlusspunkt als viertes bauliches Element der Kammstruktur des Gesamtensembles an der Ismaninger Straße.

Das Raumprogramm bedingte die fast vollständige Bebauung des zur Verfügung stehenden Baufelds. Die Gestaltung der verbleibenden Freiflächen sollte von hoher Qualität und Identität sein. Das Leitthema Isar, Fluss und Wasser in abstrakt stilisierter Form wurde nachgezeichnet. So findet sich dieses Thema im Eingangshof sowie im südlichen Innenhof wieder und setzt sich in den drei kleinen Atriumhöfen des dritten Obergeschosses fort.

Der Neubau des OP-Zentrums mit Gesamtbaukosten von rund 48 Millionen Euro unterschreitet die zum Zeitpunkt der Genehmigung geltende Energieeinsparverordnung 2009 um rund 40 Prozent. Somit wird auch die jetzt geltende Energieeinsparverordnung 2014 sogar noch unterschritten. Dabei hilft die sehr vorteilhafte Fernwärmeversorgung, mittels der das Gebäude beheizt und das Warmwasser aufbereitet wird.

Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sowie eine hochgedämmte Bauteilhülle sorgen darüber hinaus für einen geringen Energieverbrauch. Zur Reduzierung der Kühllasten und zur Vorbeugung einer möglichen Überhitzung der Räume sind bei den Aufenthaltsräumen außenliegende Sonnenschutzsysteme vorgesehen. Durch die Nutzung des Grundwassers für die Vorkühlung der Zuluftkühlung werden erhebliche Mengen an Energie eingespart. (BSZ)

(Der neue Eingang, einer der Atriumhöfe und ein Blick in die Inzensivstation - Fotos: M. Stobrawe/Klinikum rechts der Isar)

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