Bauen

Der Kopf der Jahresbeilage "Bauen in Bayern" aus dem Jahr 2005. (Fotos BSZ)

28.09.2012

Ein Bildereigen durch Bayerns Baulandschaft

100 Jahre BSZ: Die Bauberichterstattung in der Bayerischen Staatszeitung von den 1990er Jahren bis jetzt

Los ging es mit Bauen mit Holz. Gemeint sind die drei Sonderseiten, die im Oktober 1994 eine neue Ära in der Bauberichterstattung der Bayerischen Staatszeitung (BSZ) einläuteten. Anstelle eines Bauvorhabens, einer Schule, eines Krankenhauses oder einer Kläranlage, wurde der Fokus der Berichterstattung erstmalig auf einen Baustoff gelegt. Damit wollte die Redaktion dem inzwischen stark angewachsenen Leserkreis aus der Bau- und Planungsbranche ein neues „Schmankerl“ bieten.
„Von Kohlenstoff, Holzschutz und Brandgefahr“ war ein Beitrag überschrieben, ein anderer befasste sich mit der Wiederverwertung und Entsorgung von Altholz. Außerdem boten die Sonderseiten Werbeflächen unter anderem für Zimmerer und Holzbaufirmen. Dieser ersten „Fachbeilage“ zum Baustoff Holz folgte vier Monate später gleich die zweite und es wurden darin die hervorragenden Eigenschaften von Holz herausgestellt. Holz habe eine Ökobilanz, die „von keinem anderen Rohstoff übertroffen“ werde und die „Holzbauweise“ sei nicht nur kostengünstig, sondern brächte auch eine hohe Wohnqualität, sagte schließlich auch der damalige Forstminister Reinhold Bocklet. Das Zitat fand man Anfang 1996 abgedruckt auf der Titelseite der BSZ, zusammen mit der Abbildung eines tiefverschneiten Holzhauses der Waldbauernschule Scheyern.
Zum Aufhänger von Sonderseiten in der BSZ wurde aber nicht nur Holz. Im Laufe der Zeit kamen andere Baustoffe hinzu. Im Mai 1996 gab es erstmals Sonderseiten zum Thema Bauen mit Ziegel. „Keine Gegensätze. Ziegel und Holz kombinieren für ökologische Gebäude“ konnte man darin in einer Überschrift lesen. Außerdem wurde von der Wiederverwertung von Dachziegeln auf dem Sandplatz berichtet und das Ziegel- und Kalkmuseum Flintsbach vorgestellt. Später folgten Sonderseiten wie Bauen mit Beton oder Bauen mit Naturstein. Auch der allgegenwärtige Baustoff Glas wurde immer wieder thematisiert.

Selbst ungewöhnliche Baustoffe wurden Thema


Selbst „Ungewöhnliche Baustoffe“ wurden zum Thema: Im Dezember 2004 konnte man von den ausgezeichneten Eigenschaften von Thermo-Hanf als Dämmmaterial erfahren und, dass sich geschredderte DM-Scheine hervorragend eignen, um daraus Baumwolldekorputze herzustellen.
Weniger ungewöhnlich im Vergleich dazu: Sonderseiten, die sich auf die Gebäudenutzung beziehen. Den Anfang machte 1994 das Thema Kindergartenbau. Den demographischen Wandel im Blick, befasste sich die BSZ knapp zwei Jahre später erstmalig mit Altengerechtem Bauen und Wohnen. Hinzu kamen Seiten über Krankenhausbau oder Spiel- und Sportstättenbau. Ökologisches Bauen war ein weiteres Thema, auf das die BSZ frühzeitig setzte.
Schon im April 1996 erschienen neun Seiten zum Thema Ökologisch orientierter Siedlungsbau. Informiert wurde über Regenwassernutzung, Lärmsanierung und „Naturierung“ von Wänden und Dächern. Außerdem wurden die verschiedensten Öko-Wohnprojekte vorgestellt, von der Reihenhaussiedlung in Altötting bis zum Wohndorf in Fürth. Ein Jahr später ging es unter anderem um die „Ökologische Gemeinschaft“ Altershausen im Landkreis Haßberge.
Die Sonderseiten, heute als „Bauthemen“ bezeichnet, gibt es noch immer. Sie machen einen maßgeblichen Anteil in der Bauberichterstattung der BSZ aus und zielen ab auf die vielen im Bausektor tätigen Abonnenten, die für den Verlag von großer wirtschaftlicher Bedeutung sind.
Für das Jahr 2012 hat die Redaktion insgesamt 20 verschiedene Bauthemen vorgesehen, die zugleich den Firmen der Branche die Möglichkeit zum Inserat bieten. Manche dieser Themen wie Bauen mit Glas erscheinen gleich viermal im Jahr, die Mehrzahl zwei- bis dreimal. Darüber hinaus werden unter der Überschrift Bauen in Bayern wöchentlich wichtige Bauvorhaben aus dem Freistaat präsentiert.

Sehr vielfältig
und umfangreich


Anders als in der Anfangszeit der Bauserie in den 1970er Jahren sind dies heute nicht nur öffentliche Bauten, die unter der Leitung der Staatsbauverwaltung entstanden sind, sondern es geht zuweilen auch um neu gebaute Wohnquartiere, Bürokomplexe oder Hotelanlagen.
Die unterschiedlichsten Aspekte von Planen und Bauen werden unter der Überschrift Bau & Architektur beleuchtet: Neue Bücher werden besprochen, technische Neuerungen skizziert, Architekten aus Bayern vorgestellt; es wird von Vorträgen, Ausstellungen, Wettbewerben oder Preisverleihungen berichtet, und es ist regelmäßig Platz für eine Kolumne, in der beispielsweise die Oberste Baubehörde zu Wort kommt. Man kann an dieser Stelle aber auch von bemerkenswerten Bauten erfahren. Zuweilen liegen diese auch weit außerhalb Bayerns, wie das neu gebaute Dali-Museum in Saint Petersburg in Florida oder der eben eröffnete Botanische Garten in Singapur. So ist die Bauberichterstattung in der BSZ in den letzten Jahren unter der redaktionellen Leitung von Friedrich H. Hettler sehr umfangreich und vielfältig geworden. Und vor allem bunter. Durch die großformatigen, farbigen Bilder, die besonders ins Auge stechen und die Texte anschaulich ergänzen. Das trifft in besonderem Maße auch auf die Jahresbeilage zu.
Zurück geht diese auf die Beilage Stein auf Stein, seit 1957 für die staatlichen Behörden einmal im Jahr die Gelegenheit, die wichtigsten Bauten aus Hochbau, Straßenbau und Wasserbau vorzustellen. Später bekam Stein auf Stein einen anderen Namen und firmierte einige Jahre unter der Überschrift Staatliches Bauen in Bayern. 1995 änderte sich auch die inhaltliche Konzeption, weil die Beiträge nun nicht nur von der Bayerischen Staatsbauverwaltung, sondern auch von anderen Ministerien kamen. Mittlerweile heißt die Jahresbeilage Bauen in Bayern und gibt auf über 30 und mehr Seiten einen Überblick über das Baugeschehen des vergangenen Jahres.
Dank der vielen Bilder gleicht sie einem bunten Bilderreigen durch Bayerns Baulandschaft. 2010 reichte dieser Bilderreigen beispielsweise von Deutschlands höchster Baustelle auf dem Wendelstein, dem umgestalteten U-Bahnhof an der Münchner Freiheit bis hin zur erneuerten Mainbrücke Segnitz im Landkreis Kitzingen, um drei von mehr als 60 dargestellten Beispielen zu nennen. Und auf der ersten Seite der Beilage findet man das blaue Logo: BSZ Gegründet 1912.  (Petra Raschke)

(Die Sonderseiten "Ökologisch orientierter Siedlungsbau" aus dem Jahr 1996 und "Bauen mit Holz" aus dem jahr 1994 - Fotos: BSZ)

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