Bauen

Die Biogasanlage in Haßfurt versorgt mit ihrer Abwärme mehrere öffentliche Gebäude der Stadt. (Fotos: Agrokraft)

24.08.2012

Ein Mosaikstein der Energiewende

Biogasanlage Haßfurt versorgt 3000 Haushalte mit Strom

Erste Gespräche zur Realisierung des erneuerbare Energien Projektes zwischen der Stadt Haßfurt und dem Vorhabensträger wurden im August 2010, also weit vor der Reaktorkatastrophe in Fukushima geführt. Der politische Wille zur Realisierung des Projekts war von vorneherein gegeben und das Ratsgremium der Stadt Haßfurt stand geschlossen hinter dem Vorhaben.
Im Dezember 2010 wurde die Gesellschaft der Agrokraft Haßfurt GmbH & Co. KG unter Beteiligung von 23 Landwirten und den Städtischen Betrieben Haßfurt GmbH gegründet. Nach zunächst intensiver und öffentlichen Diskussionen über die Standortwahl, wurde in vorbildlicher Weise im Zusammenwirken zwischen Bürgern , den Vertretern von Stadt, Landkreis und der Vorhabensträgerin ein Konsens für den jetzigen Standort an der Osttangente gefunden.
Am 13. Mai 2011 wurde die Teilbaugenehmigung zur Errichtung der Siloanlage für die Substratlagerung erteilt, noch am gleichen Tag wurde mit den Erdarbeiten begonnen. Der weitere Baufortschritt gestaltete sich, auch dank der günstigen Witterung während der gesamten Bauphase, planmäßig. Neben der Errichtung der Siloanlage wurden fünf Stahlbetonbehälter der Gärstrecke errichtet und die Mikrogasleitung vom Anlagenstandort zum Schulzentrum am Tricastiner Platz und dem Freizeitzentrum am Großen Anger verlegt.
Bereits Anfang September konnte mit der Befüllung des ersten Fermenters begonnen werden. Am 9. November 2011 war bereits Biogas in ausreichender Menge und Qualität vorhanden, um das erste Blockheizkraftwerk (BHKW) am Standort in Betrieb nehmen zu können. Die weiteren BHKW an Schule und Freizeitzentrum gingen in der Woche vom 21. bis 25. November in den Probebetrieb.
Bisher hat die Biogasanlage bereits über sechs Millionen Kilowattstunden Strom ins Netz der Stadtwerke Haßfurt eingespeist. Die verfügbare Abwärme des Kraft-Wärmekopplungsprozesses wird am Anlagenstandort zur Temperierung der Fermenter eingesetzt. Der biologische Prozess in den Gärbehältern ist auf eine Temperatur von 41 Grad Celsius eingestellt.
Die Abwärme am Tricastiner Platz steht vor allem zur Beheizung von Schule, Turnhalle, Förderzentrum, Schwimmhalle und des Gebäudes der Ganztagesbetreuung zur Verfügung. Am Freizeitzentrum wird die Abwärme für das Freizeitbad, die Grundschule und das bereits vorhandene Fernwärmenetz am Fasanenanger genutzt.
Die Biogasanlage mit einer installierten elektrischen Leistung von 1,4 Megawatt ist für eine Jahresstromerzeugung von 12 Millionen Kilowattstunden ausgelegt und kann somit etwa 3000 Haushalte mit Strom versorgen.
Der Landrat des Landkreises Haßberge, Rudolf Handwerker (CSU), rechnete bei der Einweihung der Anlage vor, dass die Biogasanlage jährlich eine Million Liter Heizöl ersetzt. Sein Ziel ist es, dass im Landkreis bis 2020 kein Strom mehr importiert werden muss. Erzeugt werden soll der Strom aus Windkraft, Sonnenenergie und Biomasse. Derzeit gebe es 15 Biogasanlagen mit zusammen 6,5 Megawatt Leistung, zehn weitere seien das Ziel. Zurzeit werden 40 Prozent des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien gedeckt – die Papierfabrik Palm in Eltmann ausgenommen. Deren Strombedarf ist so groß wie der des restlichen Landkreises, deshalb hat sie auch ein eigenes Kraftwerk. (BSZ)

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