Bauen

In das erweiterte LKA-Gebäude in der Barbarastraße wurden knapp 26,5 Millionen Euro investiert. (Foto: Ingrid Schäffler)

22.07.2011

Endlich mehr Platz zum Ermitteln

Sanierung und Aufstockung des LKA-Gebäudes in der Barbarastraße in München

Die 1936 erbauten Kasernengebäude in der Barbarastraße in München waren Teil der Oberwiesenfeldkaserne, die sich zwischen Loth-, Hess-, Barbara- und Infanteriestraße erstreckte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude in der Barbarastraße von der Polizeiverwaltung genutzt, ehe sie im Jahr 2000 dem Bayerischen Landeskriminalamt übergeben wurden.
Mit dem Einzug des Landeskriminalamts (LKA) war bereits eine künftige Sanierung absehbar. Diese sollte sich zunächst nur auf die Erneuerung der Haustechnik sowie die Errichtung eines Parkdecks beschränken. Jedoch schon bald ergab sich zusätzlicher Raumbedarf für die Ermittlungsabteilungen.
Die beiden senkrecht zur Straße angeordneten Hauptgebäude waren ursprünglich dreigeschossig und mit einem steilen Walmdach versehen. Entlang der Barbarastraße sind sie durch einen zweigeschossigen Verbindungsbau gekoppelt. Um den vermehrten Raumbedarf umsetzen zu können, wurde eine Aufstockung der Hauptgebäude um zwei Geschosse vom Staatlichen Bauamt München 1 untersucht und geplant.
Anstelle der nicht ausgebauten, steilen Walmdächer wurde eine leichte, zweigeschossige Stahlkonstruktion vorgesehen. Die Konstruktion musste aus statischen Gründen leicht werden, denn die bestehenden Wände und die Gründung erlaubten keine größeren zusätzlichen Lasten.
Das Problem der sommerlichen Überhitzung in den Diensträumen wegen der geringen Speichermasse der Stahlleichtkonstruktion wurde durch den Einbau von Kühlelementdecken in den Büroräumen vollständig gelöst. Die beiden neuen Geschosse sind mit einer Aluminium-Pfosten-Riegelfassade auf der Stahlunterkonstruktion ausgeführt.
Die neuen Fassaden sind in hellem Grau gehalten und stehen durch ihre filigrane Ausgestaltung in bewusstem Kontrast zur Massivität des Bestandsgebäudes mit seiner verputzten Lochfassade. Durch Ganzglasecken und einem umlaufenden Sonnenschutz mit auskragenden Gitterrosten erhält die Aufstockung eine optische Leichtigkeit.

2500 Quadratmeter
neue Nutzflächen


Die neuen Flachdächer sind begrünt, um einen Ausgleich zu den versiegelten Stellplatzflächen im Hof zu schaffen und zum Energiegewinn sind Fotovoltaikelemente auf dem Dach angeordnet.
Die Aufstockung um zwei Geschosse ergibt rund 2500 Quadratmeter neue Nutzflächen; es erhöht sich die Gesamtnutzfläche auf etwa 9100 Quadratmeter. Neben dem Flächengewinn ist ein zeitgemäßer architektonischer Charakter der Gesamtanlage entstanden. Die Gebäude lassen innen und außen den Kasernenbau aus den 1930er Jahren vergessen.
In den neuen Geschossen wie auch in den sanierten Altbaubereichen sind modern ausgestattete Büro- und Besprechungsräume entstanden, die die Grundlage für eine angenehme und produktive Arbeitsatmosphäre bieten. Das Bayerische Landeskriminalamt besitzt einen hohen Stellenwert in der Verbrechensbekämpfung. Angemessene Gebäude und Diensträume sind wesentliche Grundvoraussetzung für leistungsfähige und erfolgreiche Mitarbeiter, deren zentrale Aufgabe die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit im Lande ist.
Durch die Sanierung und Aufstockung der Gebäude in der Barbarastraße ist es gelungen, bislang auf mehrere Standorte in München verteilte Dienststellen (Ermittlungsdienst, Rauschgiftdezernat, allgemeine Ermittlungen und organisierte Kriminalität) zu konzentrieren. Neben dem Hauptsitz des Bayerischen Landeskriminalamtes in der Maillinger Straße mit rund 850 Mitarbeitern sind in der Außenstelle Barbarastraße etwa 350 Mitarbeiter beschäftigt. Als weitere Außenstelle in München bleibt dann nur noch ein Mietobjekt in der Orleanstraße.
Um die Liegenschaft auch während der Bauzeit nutzen zu können, wurden die Arbeiten in zwei Abschnitten durchgeführt. Baubeginn war im Mai 2006; Baufertigstellung war Ende 2010 und seit Mitte 2011 wird die Gesamtanlage vom Landeskriminalamt vollständig genutzt.
Die Gesamtbaukosten betragen 26 460 000 Euro. Die Entwurfsplanung sowie die Projektsteuerung lagen beim Staatlichen Bauamt München 1. Mit der Ausführungsplanung und der Objektüberwachung war das Architekturbüro Bornschlegel und Kurth (inzwischen Kurth und Armstorfer Architekten) betraut. (Dorothea Lenz)

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