Bauen

Dieses Haus in Holzbauweise verbindet Stil mit energetischer Nachhaltigkeit. (Foto: Netzwerk Holz /Cubus Projekt GmbH)

21.04.2011

Energieeffizienz für das Eigenheim

„Wie viel Grün verträgt das Bauen?“: Über Klimawandel, Ökologie und Bauwesen

Mit gutem Gewissen lebt es sich leichter, so das bekannte Sprichwort. Wer also nachhaltig baut oder renoviert, leistet seinen Beitrag zur Erhaltung der Ökologie für seine Nachkommen. Und angesichts der jüngsten Katastrophen und des Klimawandels sind damit zumindest die eigenen vier Wände ein ökologischer Hoffnungsschimmer.
Aber nicht nur das: Laut Gaby Miketta, Chefredakteurin der Zeitschrift Das Grüne Haus, macht ein gesunder Lebensraum die Bewohner auch glücklich. Wie also sinnvoll gedämmt, geheizt und renoviert wird, erklärten Experten beim zweiten Hausgespräch der Hubert Burda Media.
Bei vielen kam der Wunsch auf, umweltbewusster leben zu wollen. Beeinflusst wird diese Mentalität durch die Medien, die die von Menschen verursachten Umweltzerstörungen thematisieren.
Der Klimaforscher Mojib Latif ging in seinem Vortrag auf die zahlreichen Faktoren und das Ausmaß der globalen Erwärmung ein. Hauptsächlich verursachen die täglichen CO2-Emissionen aus Haushalt, Energieerzeugung und Industrie die unnatürliche Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur. Folgen sind zum Beispiel das Schmelzen des Polareises und damit einhergehend der Anstieg des Meeresspiegels. Seine Schlussfolgerung: Die Emissionen müssen reduziert werden.
Problematisch war und ist der immense Energiebedarf der Menschen, der zur Verwendung unausgereifter und umweltschädlicher Technologien zwang. Dies hat laut Latif den Teufelskreis aus Energieproblem und Klimawandel ausgelöst. Die Technik für erneuerbare Energien sei schon vorhanden, so der Klimaforscher weiter, allerdings sperre die Mentalität des möglichst günstigen Strombezugs noch die Nachfrage und Verbreitung. Mit Stromsparmaßnahmen ließen sich eventuelle Mehrkosten von Ökostrom ausgleichen.
In welcher Reihenfolge nachhaltige Sanierungen durchgeführt werden sollten, vermittelten Experten bei der Podiumsdiskussion. Idealerweise sollte die Gebäudehülle gedämmt werden, bevor neue Solarzellen oder Photovoltaikanlagen ergänzt werden. So ist nach Klaus Franz, Vorsitzender des Gesamtverbandes der Dämmstoffindustrie, mit einer neuen Dämmung ein Haus ökologisch und ökonomisch optimiert. „Mit Umweltschutz kann auch signifikant Energie gespart werden.“
Dies bestätigte auch Natalie Eßig vom Lehrstuhl Bauphysik der TU München. Bei einem Hausneubau sei Energieeffizienz noch einfacher: Es gäbe theoretisch schon Pläne für ein Plus-Energie-Haus.
Der Rohstoff Holz spielt dabei eine große Rolle. In Deutschland sind im letzten Jahr etwa 16 Prozent der Häuser in Holzbauweise gebaut worden, wegen der nachhaltigen Ressource an sich und wegen der bautechnischen Vorteile. Die Holzelemente reichen hierbei vom tragenden Holz-Skelett über Fenster, Dachteile, Decken bis zu den Außenwänden. Und der nachwachsende Rohstoff habe eine hervorragende Energiebilanz, bekräftigte Karl Becker von „Netzwerk Holz“.
Letztlich warb der stellvertretende Chefredakteur der Zeitschrift Chip, Josef Reitberger, für das Projekt „SmartGrid“: Ein Messinstrument könnte Elektrogeräte zu dem Zeitpunkt anstellen, an dem die Energieversorgung – im Idealfall aus erneuerbaren Energiequellen- ausreicht und günstig ist. Denn Wind, Sonne und Wasser erzeugen unregelmäßig Strom, wodurch der Strompreis, teilweise in Sekundenschnelle, steigt und fällt.
Grundsätzlich gibt es zahlreiche kleine und große Bau- und Sanierungsprojekte mit nachhaltigem Effekt. Jeder hat so die Möglichkeit, mit bautechnischen Maßnahmen „im Grünen“ zu wohnen.
(Barbara Schweigert)

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