Bauen

Die sanierte Passauer Uni-Mensa. (Foto: Detail Foto & Design Schaller)

12.10.2012

Essen für 2800 hungrige Studenten

Sanierung der Mensa der Universität Passau

Am 18. September 2012 wurde die Mensa der Universität Passau wiedereröffnet. 22 Monate aufgeteilt in neun Bauphasen dauerte die Sanierung, die das Staatliche Bauamt Passau mit einem Investitionsvolumen in Höhe von 9,24 Millionen Euro unter den schwierigen Bedingungen eines weiterhin laufenden Mensabetriebs durchführen ließ, ohne die Mensa auch nur einen Tag sperren zu müssen.
Die Sanierung der Mensa der Universität Passau war nach 25 Jahren intensiver Nutzung dringend notwendig geworden. Die Geräteausstattung in Küche und Spülküche sowie die Großspülmaschine waren verbraucht und mussten erneuert, die Kühl- und Lagerräume umgebaut und modernisiert werden. Komplett zu erneuern waren auch die sanitären Anlagen für Studenten und Bedienstete sowie die Lüftungstechnik.
Bei der Umsetzung der Sanierung der schadhaften Bausubstanz mussten schließlich auch die Böden und die darunterliegenden Dämmungen ausgetauscht werden, die in weiten Bereichen durchfeuchtet und damit unbrauchbar geworden waren.
Bei der Erneuerung der Bauteile und der technischen Ausstattungen war dem Staatlichen Bauamt Passau eine hohe Energieeffizienz und der Einsatz regenerativer Energie ein besonderes Anliegen. Die Wärmedämmung der an unbeheizte Räume angrenzenden Bauteile wurde den Anforderungen der Energieeinsparverordnung 2009 angepasst. Durch energieeffiziente technische Ausstattungen ist der Stromverbrauch heute um 30 Prozent niedriger als vor der Sanierung.
Der Einbau von Wärmerückgewinnungsanlagen in der Lüftungstechnik und die Installation thermischer Solarkollektoren sowie eines Schichtenspeichers verbesserte die CO2-Bilanz entscheidend. Einsparungen von rund 20 000 kWh Heizlast und 50 000 kWh Kühllast waren durch diese Maßnahmen möglich. Dies entspricht einer Reduzierung des CO2-Ausstoßes von rund 240 Tonnen im Jahr gegenüber der vorherigen konventionellen Erzeugung des Wärme- und Kältebedarfs.
Ein weiterer Beitrag zur Verbesserung der Energiebilanz des Gebäudes ist noch geplant: Die Glasfassaden des Speisesaals werden mit einer Dreischeiben-Isolierverglasung ausgestattet, um damit auch die Transmissionswärmeverluste der Gebäudehülle zu reduzieren.
Die Sanierung ermöglichte neben den bautechnischen Verbesserungen auch die Neuorganisation der Abläufe des Mensabetriebs, um die bisher langen Wartezeiten zu verringern. Die Fläche für die Speisenausgabe wurde vergrößert und auf zwei Ausgabelinien erweitert. Zudem wurde eine so genannte Frontcooking- Einheit errichtet, die über ein großzügiges Tresenfenster direkt an den Speisesaal angebunden ist. Hier werden kleine Gerichte für die Mensagäste direkt an der Theke frisch zubereitet und ausgegeben.

Höhere Flexibilität


Der Einbau mehrerer Großbildschirme im Eingangsfoyer und in der Ausgabe, auf denen das Studentenwerk das aktuelle Speisenangebot nun präsentiert, trägt ebenfalls zu einem heute effizienteren Ablauf bei, da sich die Gäste schneller informieren können und für die Küchenleitung das Drucken und der Aushang der Speisepläne entfällt.
In der Mensaküche selbst sind nahezu alle Kochgeräte nun mobile Einheiten, die dem jeweiligen Bedarf entsprechend über einen Wandinstallationskanal mit Strom und Wasser versorgt werden. Gegenüber den bisher fest installierten Geräten hat dieses Konzept den Vorteil höherer Flexibilität, des leichteren und kostengünstigen Austauschs verbrauchter Geräte sowie der besseren Hygiene, da die Kochgeräte und deren Umfeld leichter zu reinigen sind und es keine Bodenanschlussfugen an den Gerätesockeln mehr gibt. Die neue Küchentechnik und die Neuorganisation der Ausgabe haben die Essensausgabekapazität von bisher 1200 auf jetzt 2800 Verpflegungsteilnehmer erweitert.
Die Planungsleistungen sowie die Bauleitung für Hochbau und Elektrotechnik erbrachte bei dieser Baumaßnahme das Staatliche Bauamt Passau, die Fachplanungen für Heizung, Lüftung, Sanitär, die Küchentechnik, Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination sowie die Ausschreibung der Hochbaugewerke wurden an Ingenieurbüros vergeben. (Norbert Sterl)

(Die erweiterte Speisenausgabe und der Kassenbereich - Fotos: Detail Foto & Design Schaller)

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