Bauen

Ab dem 26. September 2015 muss auch bei in der EU verkauften Heizanlagen der Energieverbrauch ausgewiesen werden. (Foto: Bilderbox)

17.09.2015

Für Verbraucher nur bedingt hilfreich

Energieeffizienzlabel für Heizanlagen

 

Ab dem 26. September 2015 muss auch bei in der EU verkauften Heizanlagen der Energieverbrauch ausgewiesen werden. Verbraucher kennen die farbigen Energieeffizienzlabel bereits von Kühlschränken, Wasch-maschinen und anderen Elektrogeräten. Die Kennzeichnung bietet eine gute Orientierung bei Einzelgeräten. Bei kompletten Heizanlagen aber, die aus mehreren Komponenten bestehen, stößt das Label an seine Grenzen.
„Eine Kennzeichnung für Heizanlagen ist aus Sicht von Energieexperten längst überfällig. Die Nachfrage nach energie-effizienten Heizungen wird steigen und das spornt die Hersteller an, ihre Produkte zu verbessern und neue Geräte mit einer besseren Energiebilanz zu entwickeln. Das Label hat also ganz klar einen positiven Effekt", findet Alexander Lyssoudis, Vorstandsmitglied der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau und öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Heizungstechnik.
Jedoch werden in der Praxis häufig Verbundanlagen angeboten, also Kombinationen von Heizgeräten, Speichern, Wasserbereitern oder Solarkomponenten. Da hilft das Label des Einzelgeräts nicht weiter, weil es auf die Gesamtenergiebilanz ankommt, die durch das Zusammenspiel der einzelnen Geräte entsteht. „Durch das Energieeffizienzlabel kann naturgemäß die konkrete individuelle Einbausituation im Gebäude nicht erfasst werden. Selbst ein hocheffizientes Heizgerät kann bei einem schlecht gedämmten Gebäude zu hohen Verbrauchswerten führen. Der Basiswert, auf den sich das Energieeffizienzlabel bezieht, ist der Primärenergie-verbrauch. Die Kosten je Kilowattstunde Primärenergie sind jedoch bei unterschiedlichen Endenergieträgern verschieden", erklärt Lyssoudis.
Wie so oft kommt es darauf an, das Zusammenspiel verschiedener Faktoren im Blick zu haben und zu bewerten. Für den Laien ohne Vorkenntnisse ist das jedoch kaum möglich. „Hausbesitzer, die auf Nummer sicher gehen wollen, sollten einen Energieberater für Wohngebäude hinzuziehen, der die gesamte Energiesituation bewerten kann. Wer eine professionelle Beratung durch einen unabhängigen Berater in Anspruch nehmen will, kann unter www.planersuche.de nach qualifizierten Personen in seinem Umkreis suchen", empfiehlt Lyssoudis. (BSZ)

(Alexander Lyssoudis, Vorstandsmitglied der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau - Foto: Birgit Gleixner)

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

Die Frage der Woche

Frage der Woche KW 50 (2017)

Soll das Handyverbot an Bayerns Schulen gelockert werden?

Umfrage Bild
 

Lesen Sie dazu in der Bayerischen ­Staatszeitung vom 15. Dezember 2017 auch die Standpunkte unserer Diskutanten:

Simone Fleischmann, Präsidentin des bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV)

(JA)

Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes 1987 bis 2017

(NEIN)

arrow
Facebook
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

eaper
E-Paper
ePaper
zum ePaper
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.