Bauen

Vor allem für Besitzer eines Altbaus ist die energetische Sanierung von Vorteil. (Fotos: dpa, BSZ)

11.06.2015

Geld sparen durch Modernisierung

Der Freistaat unterstützt Immobilienbesitzer von Mietwohnungen auf vielfältige Weise

Bayern zählt zu den Bundesländern mit den vielfältigsten Möglichkeiten - und das auf nahezu allen Ebenen. Als Industriestandort ist es ebenso interessant wie in landwirtschaftlicher Hinsicht. Das quirlige und angesagte München beeindruckt mit einem riesigen kulturellen Angebot wie auch mit enormen Einkaufsmöglichkeiten, während andere Städte mit einer charmanten Altstadt und viel Flair punkten. Wo auch immer Sie in Bayern Mietwohnungen besitzen - die Rendite scheint fast immer gut zu sein. Immerhin leben in Bayern viele Zugereiste und ihre Zahl steigt stetig an.

Viele Immobilien jedoch bedürfen dringend einer Renovierung. Ob Wärmeschutz oder Außenanstrich, ob Installation moderner Bäder oder Verlegen zeitgemäßer Bodenbeläge - jede Maßnahme wird den Wert des Gebäudes oder der Wohnung steigern, was sich spätestens bei einem Verkauf bezahlt macht. Zudem lässt sich laut Gesetz ein Teil der Kosten auf die spätere Miete umlegen, sofern sie dann noch sozialverträglich ist. Darüber hinaus stellen Vermieter mit Modernisierungsmaßnahmen ihren Mietern gegenüber Verantwortungsbewusstsein unter Beweis. Die Folge: Zufriedene Mieter, die lange in der Wohnung bleiben werden.

Unterstützung durch den Freistaat

Jede Renovierung kostet allerdings viel Geld, das zudem nicht immer durch die Mieteinnahmen aufzubringen ist. Bayern unterstützt daher die Immobilienbesitzer von Mietwohnungen auf vielfältige Weise. Das bayerische Innenministerium zeigt Fördermöglichkeiten auf, die über die KfW und die BayernLabo laufen.

Einige Voraussetzungen müssen indessen erfüllt sein. So ist es wichtig, mit der geplanten Maßnahme den Gebrauchswert zu erhöhen, was bei altersgerechtem Umbau und der Verbesserung von umweltpolitischen Gegebenheiten stets der Fall ist. Um einer Luxussanierung zum Zwecke der Bereicherung vorzubeugen, dürfen anschließend neu vermietete Wohnungen nur an Mieter mit dem so genannten Berechtigungsschein vergeben werden.

Für Besitzer eines Altbaus ist besonders die energetische Sanierung von Vorteil. Durch eine moderne Heizungsanlage sowie durch eine gute Wärmedämmung kann der Energieverbrauch einer Immobilie deutlich gesenkt werden. Weitere Informationen erhalten Interessierte in der kostenlosen Broschüre Modernisieren und sparen (Herausgeber ist die Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr).

Günstige Zinssätze durch Förderprogramm

Bei der BayernLabo können Sie als Eigentümer von Mietwohnungen von besonders günstigen Zinssätzen für Ihre zu fördernde Renovierung profitieren. Bei allgemeinen Renovierungsmaßnahmen bezahlen Sie bei zehnjähriger Bindung lediglich 0,6 Prozent effektiv, bei 20 Jahren sind es auch nur 1,46 Prozent (Stand 07.05.2015). Für die Steigerung der Energieeffizienz gibt es sogar zinslose Darlehen (Stand 23.01.2015).

Die KfW bietet ebenfalls Kredite für Renovierungen von Mietwohnungen, und zwar zu einem effektiven Zinssatz von 0,75 Prozent (Stand Mai 2015). Daneben gewährt sie aber auch nicht rückzahlbare Zuschüsse - unter bestimmten Voraussetzungen. Zwingend notwendig dabei ist die Maßnahme als solche: Sie muss stets der Energieeffizienz dienen. Das bedeutet: Wärmedämmung, neue Fenster oder Außentüren, Verbesserung der Heizungsanlage, Einbau oder Erneuerung einer Lüftungsanlage.

Alle diese Förderungen sind nicht zulässig bei Ferienhäusern oder bei Nachfinanzierungen. Auch für den Einbau von Fotovoltaik-Anlagen greifen sie nicht. Dafür bietet die KFW allerdings gesonderte Möglichkeiten an. Der Kredit dafür beläuft sich bei der KFW auf ein Gesamtvolumen von maximal 25 Millionen Euro bei einem effektiven Zinssatz von 1,31 Prozent.



Für die Modernisierung einer Mietwohnungen kann natürlich auch ein Kredit bei der Hausbank oder einem anderen Geldinstitut aufgenommen werden. Die Modalitäten hängen allerdings stark von unterschiedlichen Faktoren ab: Dazu zählen etwa das Kreditvolumen, die Rückzahlungsmodalitäten und nicht zuletzt die Bonität des potenziellen Kreditnehmers. Bei der Aufnahme nicht staatlich geförderter Kredite liegt Bayern im Vergleich zu den restlichen Bundesländern auf Platz 10. Im Durchschnitt nehmen Bayern laut einer Statistik von FinanceScout24 11.741 Euro auf, um eine Modernisierung ihrer Immobilie zu finanzieren. Allerdings sind hier sowohl höhere Zinssätze als auch andere Bedingungen als der vom Freistaat Bayern geförderten Zuschüsse zu erwarten.

Zudem muss beachtet werden, dass sogenannte Modernisierungskredite fast ausschließlich zweckgebunden sind, auch wenn die Bedingungen der von Freistaat Bayern geförderten Zuschüsse und Kredite für die Modernisierung von Mietwohnungen äußerst vorteilhaft sind. Paragraph 555b BGB legt dabei fest, welche Maßnahmen der Modernisierung dienen, und somit als Zweck zulässig sind. (BSZ)

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