Bauen

Der neue großzügige und teilweise begrünte Innenhof. (Foto: Sparkasse Nürnberg)

26.10.2012

Gelungene Kombination von Alt und Neu

Generalsanierung und Erweiterung der Sparkasse Nürnberg, Haus D

Der Generalsanierung der Sparkasse Nürnberg, Haus D, liegt ein Konzept der Verzahnung von Bestand und Erweiterung zu Grunde. Damit wird die für die Nürnberger Innenstadt bedeutende Fassade an der Marienstraße aus den sechziger Jahren erhalten. Gleichzeitig werden mit dem Erweiterungsbau zum Innenhof gestalterische, funktionale und räumliche Qualitäten geschaffen und mit dem teilweise begrüntem Innenhof ein neuer Außenraum gewonnen. Im Bereich der Dachlandschaft entstehen durch die Verzahnung der beiden Gebäude Räume mit Blick auf die Nürnberger Altstadt.
Das architektonische Konzept des Entwurfs basiert auf einer intensiven Analyse der für Nürnberg bedeutenden städtebaulichen Situation und der Substanz des Bestandgebäudes Haus D der Sparkasse Nürnberg an der Marienstraße Ecke Marientorgraben. Mit der Planung beauftragt war das Münchner Architekturbüro Allmann Sattler Wappner.
Nach eingehenden alternativen Untersuchungen im Wettbewerb für die zukünftige Bebauung dieses wichtigen und signifikanten Areals im Kontext mit der Blockbebauung und den baurechtlichen und ökonomischen Möglichkeiten war aus städtebaulicher, funktionaler, gestalterischer, technischer, baurechtlicher und auch ökonomischer Überzeugung die Entscheidung für einen Teilabriss mit Erweiterungsbau gefallen.
Das Konzept der Verzahnung von Bestand und Erweiterung eröffnete die Möglichkeit, zum einen dem für die Nürnberger Innenstadt signifikanten Bestand der 1960er Jahre gerecht zu bleiben, zum anderen aber auch mit dem Erweiterungsbau zum Innenhof hin die substanziellen funktionalen, bautechnischen und brandschutzmäßigen Mängel des Hauses zu beheben und dadurch dem neuen Haus eine unverwechselbare und besondere Identität zu verleihen.
Durch die Verwebung von Neubau und Bestand entstanden neue innenräumliche Qualitäten und ein gut nutzbarer neuer Außenraum. Der Erhalt des straßenseitigen Bürobunds mit der komplexen Tragstruktur konnte nach der Überarbeitung funktional und konzeptionell gut in das neue Gesamtkonzept integriert werden, die Fassade konnte ihre bekannte Grundstruktur erhalten, wurde aber grundlegend überarbeitet und weiterentwickelt. Eine neue Adresse in vertrautem Umfeld ist so entstanden.
Unterschiedlichste Raumsequenzen
Der Erweiterungsbau zum Innenhof orientiert sich an den notwendigen Standards für einen effizienten und modernen Büroneubau. Die entstandenen Höhendifferenzen zum Bestand generieren im Bereich der Verkehrs-, Nebenraum- und Kommunikationszonen den ausdrücklich gewünschten kommunikativen Raum für die neu entstandene Bürolandschaft, die ein vielfältiges Spektrum an räumlichen Nutzungen ermöglicht.
Analog eines Reißverschlusses wurden die beiden Bauteile miteinander verwoben, so entstanden unterschiedlichste Raumsequenzen, interessante Querbezüge, Treffpunkte und Orte der Kommunikation. Den unterschiedlichen Raumqualitäten von Bestand und Neubau auf einer zusammenhängenden Geschossebene wird bei der Verteilung der Raumkonzepte dahingehend Rechnung getragen, dass schwerpunktmäßig Zellenbüros im Bestand und größere Raumeinheiten im Neubau angelagert werden.
Die unterschiedlichen Höhendifferenzen der Geschosse wurden barrierefrei verknüpft, Kurzschlussverbindungen bestehen mittels offener Treppen und Rampen. Die neu entstandene Zwischenzone bildet als zusammenhängendes Einbaumöbel mit einer farblich abgesetzten Oberfläche das Herzstück des Hauses.
Die notwendige Erschließung ist im Hinblick auf Nutzbarkeit und brandschutztechnische Belange, aber auch für eine Aufteilung der Geschosse in unterschiedlich nutzbare Büroeinheiten effizient ausgelegt, ohne Verlust an Raumqualität und Orientierung. Das Erdgeschoss wurde komplett neu strukturiert, durch den Rückbau der Fassade entlang der Marienstraße auf die Flucht der Obergeschosse ist mittels eines Vordachs ein gedeckter Bereich zum Flanieren entstanden.
Die Verzahnung der beiden Bauteile generiert im Bereich der Dachlandschaft unter Berücksichtigung der Nachbarbebauung zusätzliche besondere Räume mit Blick auf die Altstadt Nürnbergs. Der neue großzügige und teilweise begrünte Innenhof bietet zukünftig differenzierte Freiraum- und Aufenthaltsqualitäten, lässt aber auch Platz für ebenerdiges Parken von Pkw und Fahrrad mit kurzen Wegen zur Marienstraße.
Der fortentwickelten Fassadenkonzeption des Bestands als natursteinverkleidete Lochfassade mit Kastenfenstern, wird auf der Innenhofseite eine raumhohe Verglasung gegenübergestellt, die mit ihrer Offenheit und geschossweisen Rhythmisierung den etwas tieferen Innenräumen eine optimale Tagesbelichtung und zusätzliche Aufenthaltsqualitäten ermöglicht. (Uta Leconte)

(Blick in ein Büro; der Bereich der Dachlandschaft und ein Ort der Kommunikation - Fotos: Sparkasse Nürnberg)

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