Bauen

Ansicht von Osten: Aula, Foyer und Hörsaalneubau. (Foto: Staatliches Bauamt Bamberg)

15.06.2012

Gestapelte Hörsäle

Generalsanierung und Neubau für die Hochschule Coburg

Der Ausblick ist großartig vom neuen Anbau der Hochschule hinüber auf die Veste Coburg. Sicherlich war dies bereits 1959 der Grund, auf diesem Bergsporn mit der Errichtung der damaligen Staatsbauschule zu beginnen: Einem kubischen Gebäude mit zwei Innenhöfen zur Beherbergung von Seminarräumen, Büros, einer Pausenhalle sowie einer Aula mit Galerie und einem mit Lichtkuppeln versehenen Flur. Dabei entstand ein klar strukturierter, heller und großzügiger Baukörper, der in seiner zeitlos-modernen Grundhaltung bis in die Detailausbildung eine hohe Qualität erfuhr.
So verblieb er 50 Jahre nahezu unverändert. Die Rohbausubstanz aus verputztem Ziegelmauerwerk und Stahlbetonrippendecken war solide ausgeführt, in der Gebäudeausrüstung, sowie hinsichtlich Brandschutz und Wärmeenergieverbrauch zeigten sich jedoch schwere Mängel. Auch erforderte die neue Belegung mit dem Studiengang „Soziale Arbeit“ eine Anpassung der Raumstruktur.
Die nun durchgeführte Sanierung behob die technischen Unzulänglichkeiten, das Gebäude ist nun barrierefrei und der Energiebedarf auf Neubauniveau. Der Charme der Raumgestaltung im Stile der späten 1950er Jahre blieb dabei durch einen sehr behutsamen Umgang erhalten. Zusätzlich wurden in Zusammenarbeit mit Architekturstudentinnen durch Neugestaltung des Innenhofs sowie einen neuen Senatsaal eindrucksvolle moderne Akzente gesetzt.
Erfreulicherweise konnte die Hochschule gleichzeitig um einen Anbau erweitert werden. Er beherbergt zwei übereinander gestapelte Hörsäle und wurde über ein neues Foyer an den Altbau angebunden.
Die Konstruktion des Foyers wurde innen in Sichtbeton ausgeführt, das Hörsaalgebäude außen mit zementgebundenen Fassadenplatten versehen. Die gestufte Decke zwischen den Hörsälen enthält dabei die Hohlräume für die Druckbodenbelüftung des oberen Hörsaals. Die Ausbaumaterialien nehmen zum Altbau Bezug: Linoleum in den Hörsälen, Holztüren, dunkle Fliesen. So gliedert sich das neue Hörsaalgebäude in Materialität, Proportionen und Gestaltung in die Architektur des Bestands ein, wird jedoch den heutigen Anforderungen an einen modernen Hörsaalbetrieb in technischer, akustischer und raumklimatischer Hinsicht gerecht.

900 KW leistender Hackschnitzelkessel


Unter dem Foyer wurde ein Tiefgeschoss zur Aufnahme der zentralen Lüftungstechnik errichtet, von welchem neben dem neuen Hörsaalgebäude auch einzelne Räume im Bestand versorgt werden.
Ergänzt wurde die Baumaßnahme um eine den Gesamtcampus versorgende Heizanlage. Sie besteht aus einem 900 Kilowatt (KW) leistenden Hackschnitzelkessel, ergänzt um zwei Ölkessel für den Spitzenbedarf sowie die sommerliche Warmwasserbereitstellung.
Mit der zum Wintersemester 2011/2012 übergebenen Baumaßnahme ist ein Anfang in ein umfassendes „Update“ des Hochschulcampus gemacht, weitere Projekte befinden sich schon in der Vorbereitung, ein guter Ausblick für die sehr innovative Coburger Hochschule. (Ulrich Delles)

(Der neue Hörsaal und der sanierte Flur mit Lichtkuppeln - Fotos: Gerhard Hagen)

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