Bauen

Innenansicht von Halle C5. (Foto: Obermeyer)

16.05.2018

Gigantische Ausmaße

Messe München ist komplett: Neue Messehallen sind bereits in Betrieb

Seit Sommer 2016 entstanden im Nordosten des Münchner Messegeländes in Riem zwei neue Messehallen sowie ein Konferenzbereich. Im Juni 2017 wurde Richtfest gefeiert. Pünktlich zur IFAT 2018 wurden die Hallen nun planmäßig in Betrieb genommen.

Das Vorhaben war gigantisch. Schon seit den 1990er Jahren ist die Unternehmensgruppe OBERMEYER Planen + Bauen in einer Planungsgemeinschaft mit Jesse Hofmayr Werner im Auftrag der Messe München maßgeblich an der gesamten Planung des Areals beteiligt. Die jüngst fertiggestellten Messehallen C5 und C6 im Nordosten des Geländes komplettieren den vierten und letzten Bauabschnitt. Die Messe München hat somit insgesamt 18 Hallen, die sie ihren Ausstellern für den Messeauftritt anbieten kann.

Das Großprojekt umfasst ein Gesamtbudget von 105 Millionen Euro. Die Baustelle zählte mit zehn Kränen und rund 250 Rohbauern zeitweise zu den größten Baustellen Münchens. Die Dächer der neuen Hallen spannen über jeweils 63 Meter. Pro Halle stehen 10.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche bereit. OBERMEYER oblag neben der Gebäude- und Tragwerksplanung auch die Planung der Versorgungs- und Entsorgungsanlagen, der Zugangswege sowie die der Technischen Ausrüstung inklusive Kommunikations-, Medien- und Sicherheitstechnik. Auch kaufmännische und organisatorische Aufgaben, Ausschreibung, Vergabe, Terminplanung, Objektüberwachung und Kostenanalysen zählten zu den Verantwortungsbereichen.

Auch wenn die beiden Hallen auf den ersten Blick den bisherigen Messehallen ähneln, machten veränderte Rahmenbedingungen eine identische Kopie unmöglich. Neue Vorschriften erforderten Änderungen und Anpassungen in der Planung: Neue Brandschutz- und Fluchtwegevorschriften sowie Änderungen in der Bauordnung galt es umzusetzen. Dazu kamen vom Bauherren gewünschte Änderungen. Hierzu zählen unter anderem ein neues Konferenzzentrum im Nordosten sowie neben der Möglichkeit der Vollverdunklung beider Hallen insbesondere die mobilen Trennwände für die Halle C6. Sie ist die einzige Halle der Messe München, die durch einmalig große Trennwände individuell unterteilbar ist. Damit lassen sich Räume und Services nach Bedarf kombinieren. Die Wände sind mehrschichtig aufgebaut und damit optimal schallgedämpft, was eine präzise akustische Raumgliederung möglich macht.

Auch während der Bauzeit gab es Herausforderungen: Der Messebetrieb in den umliegenden Hallen musste zu jeder Zeit gewährleistet bleiben. Zudem verkürzte sich die Bauzeit aufgrund einer Terminbeschränkung zwischen zwei Leitmessen um drei Monate. Aber auch das gelang: Pünktlich zur IFAT 2018, der Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall und Rohstoffwirtschaft, wurden die Hallen wie geplant erstmals für den Messebetrieb genutzt. Die offizielle Inbetriebnahme erfolgt im Herbst dieses Jahres. Dann nämlich werden auch die Verbindungsbauwerke und das Kongresszentrum komplett fertiggestellt sein. (FHH)

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