Bauen

Die neue Dreifach-Sporthalle der staatlichen Realschule Walter Klingenbeck. (Foto: Jürgen Krall)

23.03.2012

Grafisch gestaltete Fassade

Neubau einer Dreifach-Turnhalle für die staatliche Realschule Walter Klingenbeck in Taufkirchen

Der Neubau der Dreifach-Turnhalle für die staatliche Realschule Walter Klingenbeck in Taufkirchen wurde notwendig, nachdem eine vorhandene Halle nicht mehr den heutigen Standards entsprochen hatte und die Sanierung unwirtschaftlich gewesen wäre. Da das Grundstück durch die bestehende Schule und die vorhandene Turnhalle stark eingeschränkt war, wurde die neue Sporthalle im Nordwesten des Gesamtgrundstücks situiert. Dadurch wird am östlichen Rand der Bau der neuen Schule ermöglicht (die bestehende Schule wird dann abgebrochen und dadurch Platz für die Außenanlagen geschaffen). Der Masterplan für die Gesamtsituation wurde vom Architekturbüro Obel und Partner aus Regensburg erarbeitet.
Die neue Sporthalle richtet sich mit dem Dreifach-Spielfeld konsequent nach Norden aus, wobei der Zugang und das Foyer nach Süden orientiert sind. Später wird sich dieser Eingang den Außensportbereichen und dem Pausenbereich zuwenden, auch wird die Turnhalle von der Hauptzugangsseite weithin sichtbar sein. Beim Betreten der Halle fallen sofort das große helle Foyer und der offene Stiefelgang auf. Die Treppe in den hellen Stiefelgang als Zugang zu den Umkleiden ist dem Eingang zugeordnet. Eine Orientierung fällt somit leicht, im Flur des Untergeschosses entsteht eine helle freundliche Atmosphäre. Der Turnschuhgang fungiert als Verteilergang in die drei Einzelhallen, welche zu Turnierzwecken zusammen geschlossen werden können. Der Gymnastikraum ist der Sporthalle zugeordnet, eine Blickbeziehung beider Bereiche wird durch die großzügige Verglasung ermöglicht.
Das Spielfeldniveau befindet sich rund vier Meter unter Geländeniveau. Durch die geschickte Anordnung der transparenten und geschlossenen Flächen sowie durch die Tieferlegung des Hallenniveaus ist ein blendfreier Sportbetrieb ohne zusätzliche Sonnenschutzmaßnahmen möglich. Der Zuschauerbereich ist konsequent vom Sportbereich getrennt, die ausfahrbaren Tribünen werden vom Foyer her erschlossen. Das gesamte Gebäude ist barrierefrei errichtet. Dies wurde konsequent bis hin zur Braille-Schrift der Beschilderung eingehalten.

Die Fassade
besteht aus Glas


Die Tragstruktur wurde so gewählt, dass die tragenden Bauteile erkennbar sind. Die Haupttragstruktur des Dachs ist sichtbar, das Raster der Hauptbinder konsequent eingehalten. Die Binder und auch die Stützen zeigen in ihrer Materialität das, was sie tun sollen: Die Halle und das Gewicht des Dachs tragen.
Die Fassade des Gebäudes besteht aus Glas, die Giebelwände im Bereich des Sportfelds sind aus Beton. Die gesamte Glasfassade ist mit einer hochfunktionalen Sonnenschutzverglasung ausgestattet. Hierdurch konnte auf zusätzlichen mechanischen Sonnenschutz verzichtet werden ohne qualitative Einbußen im Innenbereich hinzunehmen. Darüber hinaus ist die Fassade grafisch gestaltet. Die gepixelten Figuren zeigen verschiedene Sportarten, die Funktion der Halle wird somit weithin dargestellt. Im Inneren der Halle bieten die Pixel je nach Sonnenstand und Intensität ein wechselvolles Licht- und Schattenspiel.
Der Boden im Foyer und in den Fluren wurde aus geschliffenem Gussasphalt hergestellt. Die Prallwände und auch die Verkleidung der Betonboxen im Foyer wurden mit horizontal orientierten Holzpaneelen ausgeführt. Durch das Wechselspiel von „warmen“ und „kalten“ Materialien entsteht eine eigene und spannungsvolle Ästhetik die der Benutzer nachvollziehen und erspüren kann.
Das Materialkonzept und die Konstruktionsprinzipien wirken sich auch positiv auf den Bauunterhalt aus: Durch den weitestgehenden Verzicht auf mechanische Bauteile wie Sonnenschutz, bewegliche Fenster und anderes können die laufenden Kosten gering gehalten werden.
Die Entstehung der Turnhalle in unmittelbarer Nachbarschaft zur Schule wurde von den Schülern während der gesamten Bauphase interessiert verfolgt. Die Turnhalle und ihre Entstehung sind dann auch im Rahmen des Projekts „Technik-Scouts“ von Schülern erfolgreich verarbeitet worden. Auch dies ein gelungenes Beispiel, wie Architektur vermittelt und schon in der Realisierungsphase in das Schulleben integriert werden kann. (BSZ)

(Blick in die neue Turnhalle - Fotos: Jürgen Krall)

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