Bauen

Der Neubau der Firma EMUGE in Lauf. (Foto: EMUGE)

08.04.2011

Großzügig verglast

Die Firma EMUGE baute in Lauf ein neues Produktions- und Verwaltungsgebäude

Das Architekturbüro Reimann & Krügel (R|K) aus Fürth wurde im März 2007 von der Firma EMUGE – weltweit einer der führenden Hersteller von Präzisionswerkzeugen zur Gewindeherstellung und hochgenauen Spannzeugen – beauftragt, eine eigenständige Produktionsanlage mit rund 12 000 Quadratmetern Nutzfläche sowie ein Verwaltungsgebäude mit etwa 2000 Quadratmetern Nutzfläche zu planen. Das Baugrundstück befindet sich am Ortseingang der Stadt Lauf auf der Betriebsanlage von EMUGE. Aufgrund geringer Baufläche sowie dem Umstand, dass das Baugrundstück einer Hochwassergefährdung ausgesetzt ist, sollte eine dreigeschossige Fabrikationsanlage entworfen werden.
Als eine besondere statische Aufgabe zeigte sich die Anforderung an das Schwingungsverhalten der Decken. Insbesondere in den Obergeschossen, da hier Präzessionsschleifmaschinen absolut schwingungsfrei platziert werden müssen. Aus diesem Grund wurde die TU-Aachen für ein Gutachten bezüglich der Deckenstärken, Bewehrungen und dem darunterliegenden Stützraster beauftragt.
Eine weitere Schwierigkeit im Bereich der Gründung wurde durch die ungünstigen Bodenverhältnisse offenkundig. Es wurde ein modernes Verfestigungsverfahren, welches im Autobahnbau häufig angewendet wird, gewählt. Anstatt einer üblichen Bohrpfahlgründung wurden Kiespfähle mittels „Rüttelstopfverfahren“ in den Boden eingebracht. Auf dieser bearbeiteten Fläche wurde das Gebäude mit einer rund einen Meter dicken Betonsohle gegründet.
Die gestalterischen Anforderungen für das Gebäude stellten eine besondere Herausforderung dar. Zum einen musste ein Gebäude mit 4000 Quadratmetern Grundfläche und rund 20 Metern Höhe städtebaulich verträglich an der Nürnberger Straße platziert werden, zum anderen wurden von der Firma EMUGE und der Stadt hohe Gestaltungsansprüche an das neu zu erstellende Gebäude gestellt.
Im Bereich des ehemaligen Haupteingangs befanden sich historische Werkstätten, die das Architekturbüro in seine Planung als Sockelgeschoss für den Verwaltungsbau mit einbezogen. Hieraus ergab sich eine äußerst interessante Gestaltung, die zeitgenössische, kubistische Architektur mit historischer Bausubstanz im Erdgeschoss vereint. Die heutigen, in die Zukunft blickenden Schulungs- und Seminarräume befinden sich nun in einer der ersten Werkstätten des Unternehmens.
Auf den Fundamenten der ehemaligen Anlage wurde das Verwaltungsgebäude architektonisch entwickelt. Dieser Umstand erzeugt einen „atriumähnlichen“ Erschließungsbereich innerhalb des Gebäudes. Durch großzügige Oberlichter werden die brückenartigen Erschließungszonen der einzelnen Büros und Besprechungsräumen belichtet.
Ein weiteres architektonisches Anliegen des Planungsbüros war der Übergangsbereich zwischen Verwaltungsgebäude und Produktion. Hier wird im Foyer der Verwaltung (rund 400 Quadratmeter) ein fliesender Übergang zur innovativen Entwicklungs- und Vorführabteilung mittels großzügiger Verglasung geschaffen, so dass der Besucher direkt den Eindruck eines metallverarbeitenden Präzessionsbetriebs erkennt.

Hochwertige Metallkassettenfassade


Seniorchef Helmut Glimpel war es ein besonderes Anliegen, die metallverarbeitende Tradition seines Betriebs auch von außen deutlich erkennbar zu machen. Deswegen wurde eine hochwertig beschichtete Metallkassettenfassade im Zusammenspiel mit einer Aluminium-Pfosten-Riegel-Glaskonstruktion sowie einzelnen Putzflächen entlang der Nürnberger Straße gewählt. Die eingesetzten Putzfelder interpretieren großvolumige „Fabriktore“ und stellen somit ein signifikantes Gestaltungsmerkmal des Gebäudes dar.
Der Neubau wurde durch das Unternehmenswachstum der vergangenen Jahre notwendig. In den alten Werkshallen waren die Platzreserven für neue Maschinen nahezu vollständig ausgeschöpft. Die gesamte Fertigungsfläche am Standort Lauf wächst damit um rund 40 Prozent. Zusätzlich sollen in den neuen, großzügigen Räumlichkeiten die Produktionsabläufe optimiert werden. Damit werden Rationalisierungseffekte möglich, die in den beengten Verhältnissen der früheren Fertigungshallen nur schwer umzusetzen waren. Moderne Maschinen und Anlagen zur Herstellung der Hightech-Werkzeuge werden zudem immer größer und nehmen damit mehr und mehr Platz in Anspruch.
Glimpel legte Wert darauf, gerade am Ortseingang ein architektonisch ansprechendes Gebäude zu erstellen. Aus diesem Grund haben Reimann & Krügel eine Architektur gewählt, die zur Nürnberger Straße eine Abstufung vorsieht, um das Gebäude in die Umgebung besser einzufügen. Außerdem wurde besonderes Augenmerk auf die Gestaltung der Fassaden gelegt.
Im neuen Bürogebäude finden die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sowie ein Kundenzentrum Platz. Hierzu gehören beispielsweise größere Schulungsräume für Seminare, in denen die Einsatzmöglichkeiten der Präzisionswerkzeuge demonstriert werden. Auch der Haupteingang für Besucher wurde vom benachbarten Verwaltungsgebäude hierher verlagert. (BSZ)

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