Bauen

Der Neubau der staatlichen FOS/BOS. (Foto: Gerhard Hagen)

28.03.2014

Hell und modern

Neubau und Erweiterung Berufsbildungszentrum I - Druck/Medien in Würzburg

Die Schüler des Würzburger Berufsbildungszentrums I – Druck/Medien der Fachober- und Berufsoberschule (FOS/BOS) wurden in verschiedenen Gebäuden in den Städten Würzburg und Kitzingen unterrichtet – ein unbefriedigender Zustand. Außerdem sollte die Druckerei adäquate Räume im Berufsbildungszentrum Franz-Oberthür-Schule bekommen. Ein Neubau bot die Chance zu beachtlichen Synergieeffekten: Die FOS/BOS-Schüler können vorhandene Einrichtungen wie zum Beispiel Fachräume und Mensa gemeinschaftlich nutzen. Aus dieser Sachlage heraus wurde als Grundstück für die neue staatliche FOS/BOS das Gelände der Franz-Oberthür-Schule gewählt.
Das Grundstück liegt im südlichen Teil des Schulkomplexes. Der Neubau grenzt als Anbau an die bisherige Mensa und den Hauptflur im rückwärtigen Teil des Berufsbildungszentrums Franz-Oberthür-Schule. Das neue Gebäude führt die vorhandene städtebauliche Kammstruktur fort. Seine Abmessungen orientieren sich an den vorhandenen Schulgebäuden und passen sich in das Ensemble ein. Es komplettiert die Gesamtanlage und schließt die Lücke, die seit dem Abbruch der Bau-Werkstätten das Erscheinungsbild der Schule zur Mozartstraße prägte.
In Würzburgs Schullandschaft wurden mit dem Neubau zukunftsweisende Wege beschritten. Mit dem Green Building Standard übernimmt das Gebäude in ökologischer und ökonomischer Hinsicht eine Vorreiterstellung. Es entstand ein viergeschossiger Baukörper mit rund 2000 Quadratmetern Hauptnutzfläche. Das Untergeschoss nutzt die Berufsschule für Fach-, Druckerei-, Sozial- und Lagerräume. Im Erdgeschoss und in den beiden Obergeschossen entstanden die Räume der neuen staatlichen Fach- und Berufsoberschule, insbesondere Klassenräume und Räume für Schulleitung und Verwaltung.
Das Gebäude ist klassisch mit einem Mittelflur und daran angrenzenden Klassenräumen konzipiert. An der Nordostseite wird das bestehende Treppenhaus mitgenutzt, was zu einer engen Verbindung zum bestehenden Schulzentrum führt und zusätzlich wirtschaftliche Vorteile bringt. Die Ausformung des Gebäudes im Südwesten mit seinem „Rücksprung“ in den unteren Geschossen gewährleistet einerseits die fußläufige Umwegung und schafft außerdem eine „neue Adresse“ für den Haupteingang zur FOS/BOS.
Die Gebäudestatik besteht aus einer filigranen Stahlbetonkonstruktion. Die fein gegliederte Gebäudehülle mit ihren versetzten Fensterbändern ist außen mit 20 Zentimeter dicker Dämmung verkleidet. Viel Transparenz bringen die großzügigen Fensterflächen in Dreifach-Verglasung mit lichtgesteuerter Verschattung. Das Dach ist als Gründach ausgebildet, um das Regenwasser zeitverzögert dem Kanalsystem zuzuführen. Die Technikzentrale steht als zurückversetztes Staffelgeschoss auf dem Dach. Die technische Ausstattung entspricht den aktuellen Gesetzesgrundlagen zur Energieeinsparung. Die Beleuchtung ist Tageslicht gesteuert.
Die Schule musste in 18 Monaten und in einem vorgegebenen Kostenrahmen erstellt werden. Diese ambitionierten Vorgaben konnten trotz unvorhersehbarer Widrigkeiten eingehalten werden, weil alle Fachplaner, Bauherr und Nutzer zu jeder Zeit eng in den Planungs- und Realisierungsprozess eingebunden waren. So konnten Probleme schnell und effektiv gelöst werden.
Mit dem Abbruch von Gebäudeteilen und dem Aushub wurde im März 2012 begonnen. Der Rohbau konnte Ende September nach sieben Monaten Bauzeit übergeben werden. Um die Gebäudehülle noch vor dem Wintereinbruch zu schließen, wurden die Fenster nach theoretischen Maßen gefertigt und im Oktober eingesetzt. Zur gleichen Zeit wurde die Technikzentrale auf dem Dach ausgeführt.

80 Kilometer Elektroleitungen


Nun konnte der zeitintensive technische Ausbau erfolgen. Hinter den Decken und Wänden wurden 80 Kilometer Elektroleitungen und 2500 Quadratmeter Lüftungsleitungen zur Umsetzung des energetischen Gesamtkonzepts installiert. Die Klassenräume sind mit modernster Kommunikations- und Medientechnik ausgestattet. Im Dezember 2012 konnte dann der eigentliche Innenausbau beginnen. Der Bauherr, die Stadt Würzburg, lobte in Zusammenarbeit mit dem mit der Planung beauftragten Architekturbüro Hofmann Keicher Ring | Hetterich Architekten im Mai 2013 einen Kunstwettbewerb aus; zwei Kunstwerke wurden schließlich ausgeführt, eins am Eingang und eins an der Galerie im bestehenden Treppenhaus.
Bauherr und Planer legten viel Wert auf die Auswahl der Materialen und der fertigen Oberflächen. Die Materialen sollten widerstands- und strapazierfähig sein und für eine zeitlose und moderne Architektur stehen. Rechtzeitig zum Schuljahr 2013/2014 waren auch die Außenanlagen fertig. Die Schule konnte übergeben werden. Die offizielle Einweihung fand am 7. November 2013 statt.
Das Ergebnis ist eine helle und moderne Schule, die erfolgreiches und nachhaltiges Lernen und Lehren ermöglicht. Ihre Architektur und ihre zukunftsweisende Technik machen sie zu einem Vorzeigeobjekt für die Stadt Würzburg.  (BSZ)

(Die neue Schule; Blick in die Druckerei, einen Unterrichtsraum und ins Treppenhaus - Fotos: Gerhard Hagen)

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