Bauen

Das neue Seminar- und Sozialgebäude mit Fahrzeughalle. (Foto: Schwenger)

20.10.2015

Hier kann man den Ernstfall üben

Seminar- und Sozialgebäude-Richtfest an der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried

Als einen „wichtigen Meilenstein für die Staatliche Feuerwehrschule Geretsried“ (SFSG) hat Anfang Oktober Bayerns Innen- und Baustaatssekretär Gerhard Eck die neuen Seminar- und Übungsgebäude beim Richtfest bezeichnet. „Die rund fünf Millionen Euro Gesamtkosten sind eine lohnende Investition in die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger“, betonte Eck. Denn die Wehr habe neben dem Löschen von Bränden auch Aufgaben im Katastrophenschutz, im Straßenverkehr und in der Gesellschaft übernommen.
Alfons Weinzierl, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbands, sagte, der Freistaat habe eine Rücklage von etwa 80 Millionen Euro für den Ausbau der drei Feuerwehrschulen in Bayern – Geretsried, Würzburg und Regensburg – gebildet. In das Geretsrieder Ausbildungszentrum seien bisher gut 24 Millionen Euro investiert worden.

13 Meter hoher Schacht


1995 hat der Freistaat die ehemalige Katastrophenschutzschule des Bundes übernommen und dort die dritte staatliche Feuerwehrschule in Bayern eingerichtet. „Die Staatliche Feuerwehrschule Geretsried versteht sich als Dienstleister und Partner für die Ausbildung der Führungs- und Einsatzkräfte im Brand- und Katastrophenschutz in Bayern“, so Eck. Sie bildet die Freiwilligen Feuerwehren und teilweise auch die Betriebs-, Werks- und Berufsfeuerwehren aus.
Der Neubau des Seminar- und Sozialgebäudes mit Fahrzeughalle – Kosten rund 3,9 Millionen Euro – wird nicht nur aufgrund seiner Funktion eine Sonderstellung im Übungsgelände einnehmen. „Als Anlauf- und Sammelpunkt für die laufenden praktischen Übungen bildet er künftig auch das Zentrum auf dem Gelände“, betonte der Baustaatssekretär in seiner Rede. Der dreigeschossige Kopfbau mit dunklen Außenfassadenplatten wird sich später deutlich von den anderen Bauten für Übungszwecke abheben. Zudem prägen lange Fensterbänder und großformatige Öffnungen den Charakter des Gebäudes.
Die Fahrzeughalle bietet Platz für fünf Einsatzfahrzeuge. Im Erdgeschoss befinden sich Umkleiden mit Duschen, im 1. Obergeschoss ein großer Unterrichtsraum sowie ein Aufenthaltsraum für die Schulungskräfte. Daneben entsteht ein Lagerhaus – Kosten rund 1,3 Millionen Euro – mit einer Fassade aus Stahlbeton und Gleisanschluss. Es ist ein Übungsgebäude für unterschiedliche Einsatzszenarien wie zum Beispiel Verladungen an Zügen oder an Lkws.
„An dem Gebäude werden auch Faltschiebe- und Sektionaltore angebracht, um entsprechende Unfallsituationen zu trainieren“, ergänzte der Staatssekretär. Weitere Übungsszenarien befinden sich im Innern des Gebäudes. Eck: „Dank eines Übungsaufzugs, eines 13 Meter hohen Schachts, einer Brechtüre und einer Fensterbrandstelle können hier die Aufzugs- und Schachtrettung sowie die Absturzsicherung sehr praxisnah simuliert werden.“

Übungshalle bauen


„Uns werden die Türen eingerannt“, berichtete Schulleiter Christian Schwarz auf dem Richtfest. „Wir müssen in der Lage sein, das ganze Jahr über Fortbildungen anbieten zu können. Ganz egal bei welcher Witterung“, betonte der Schulleiter. „Es herrscht ein so hoher Bedarf an Fortbildungen in Bayern, das können die drei Feuerwehrschulen noch nicht decken.“ Deshalb müssten einige bis jetzt noch angedachte Projekte vorgezogen werden. So solle doch möglichst bald in Geretsried eine Übungshalle gebaut werden, damit die ehrenamtlichen Feuerwehrleute wetterunabhängig üben könnten. Das Unterkunfts-, das Wirtschafts- und das Lehrgebäude müssten erweitert werden. „Aus unserer Sicht wäre das möglich“, meinte Weinzierl, die Anforderungen an die Feuerwehr seien eben gestiegen. Alle drei Feuerwehrschulen in sollten gleiche Ausbildungsstandards bereitstellen, betonte Wolfgang Eichner vom Staatlichen Bauamt.
Für die nächsten zehn Jahre sehe ein Masterplan vor, auf dem Geretsrieder Areal weitere Gebäude zu realisieren. Derzeit werde untersucht, wie das Gelände sinnvoll bebaut werden könne. „In den nächsten Jahren bauen wir hier in Geretsried unsere Ausbildungseinrichtungen für den Brand- und Katastrophenschutz weiter aus“, versprach Eck, „um eine noch modernere und praxisorientiertere Feuerwehrausbildung zu erzielen.“ (Sabrina Schwenger)

(Das künftige Lagerhaus für unterschiedliche Einsätze - Foto: Schwenger)

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