Bauen

24.02.2015

Höchste Verschuldung in Großstädten und Süddeutschland

Regionales Ranking von Immobilienkrediten

Deutsche Immobilienkäufer sind bereit, sich über immer längere Zeiträume zu verschulden – auch wenn dies erhebliche Risiken bergen kann. Innerhalb von fünf Jahren haben sich die angefragten Kreditsummen in den Großstädten zum Teil verdoppelt. In anderen Regionen werden dagegen nur halb so hohe Kredite benötigt. Dies zeigt eine aktuelle Analyse von rund 286.000 Kreditanfragen auf dem Baufinanzierungsportal von ImmobilienScout24.
Die durchschnittliche gewünschte Kreditsumme deutscher Immobilienkäufer liegt aktuell bei 166.000 Euro und hat sich seit Anfang 2010 um 35 Prozent erhöht. Viele Großstädter benötigen dagegen deutlich über 200.000 Euro und damit zum Teil doppelt so viel wie noch vor fünf Jahren. Die Preise für Eigentumswohnungen stiegen in diesem Zeitraum in Berlin um 60 Prozent, in München um 54 Prozent und in Hamburg und Köln um 44 Prozent (laut Angebotsindex IMX).

Verschuldungsbereitschaft in Metropolen sehr ausgeprägt

Auch die Dauer der Verschuldung ist signifikant gestiegen: Ende 2014 wollten deutsche Kreditnehmer im Durchschnitt Darlehen in Höhe von 58 Netto-Monatseinkommen aufnehmen – zehn Gehälter mehr als vor fünf Jahren. In den Metropolen ist die Verschuldungsbereitschaft meist noch ausgeprägter – Spitzenreiter ist München mit 76 Monatseinkommen, gefolgt von Hamburg und Köln.
„Aufgrund der niedrigen Zinsen trauen sich viele Menschen zu, größere Kreditsumme zu schultern, um sich insbesondere in den Großstädten die steigenden Immobilienpreise leisten zu können“, beobachtet Ralf Weitz, Leiter Baufinanzierung bei ImmobilienScout24. „Durch die längere Verschuldungszeit verteuert sich jedoch das Darlehen erheblich und es steigt das Risiko, dass unerwartete Umstände wie Arbeitslosigkeit oder Scheidung die Finanzierung gefährden.“
Neben Metropolen wie München und Hamburg liegen auch die südlichen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg deutlich über dem Bundesdurchschnitt der Verschuldungsbereitschaft. Im Ranking der Bundesländer zeigen die Regionen mit eher niedrigeren Immobilienpreisen die geringsten Darlehenswünsche und einen kürzeren Verschuldungszeitraum. So kommen Immobilienkäufer in Sachsen-Anhalt und im Saarland mit halb so hohen Darlehen aus wie Interessenten in den Metropolen. In Thüringen, Saarland und Mecklenburg-Vorpommern hat die von den Kreditnehmern angedachte Verschuldungsdauer in den letzten fünf Jahren sogar leicht abgenommen. „Unabhängig von der Höhe des Darlehens sind für eine gesunde Finanzierung in der Regel 30 Prozent Eigenkapital und eine anfängliche Tilgung von nicht unter zwei Prozent ratsam“, erklärt Weitz. (BSZ)

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

Die Frage der Woche

Frage der Woche KW 50 (2017)

Soll das Handyverbot an Bayerns Schulen gelockert werden?

Umfrage Bild
 

Lesen Sie dazu in der Bayerischen ­Staatszeitung vom 15. Dezember 2017 auch die Standpunkte unserer Diskutanten:

Simone Fleischmann, Präsidentin des bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV)

(JA)

Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes 1987 bis 2017

(NEIN)

arrow
Facebook
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

eaper
E-Paper
ePaper
zum ePaper
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.