Bauen

Das Parkdeck der neuen Sporthalle. (Foto: Landratsamt Main-Spessart)

20.02.2015

In Niedrigst-Energie-Bauweise errichtet

Neubau einer Zweifach-Sporthalle als Mehrzweckhalle in Gemünden am Main

In Gemünden am Main wurde nach dem Krieg die Realschule mit Einfach-Sporthalle und Schulschwimmbad sowie ein Gymnasium mit einer Zweifach-Sporthalle in beengten Verhältnissen auf einem Hanggrundstück errichtet. Beide Schulen gehören dem Landkreis Main-Spessart und waren zu sanieren.
Die Realschule ist weitgehend fertig saniert; in Zukunft soll jedoch das Gymnasium modernisiert und den zukünftigen Anforderungen angepasst werden. Hierbei ist vorgesehen, dass beide Schultypen unter Umständen mit einem Verbindungsbau versehen werden, der teilweise von beiden Schulen genutzt werden kann, um Synergieeffekte, zum Beispiel bei der Mensa, für den Betreiber zu nutzen.
Um die dafür nötige Freifläche zu schaffen, wurde die Zweifach-Sporthalle unterhalb der Erschließungsstraße auf einer ehemaligen Freisportanlage errichtet. Auch der ständig wachsende Bedarf an Pkw-Stellplätzen, die im Schulgelände nicht errichtet worden waren, belastete im weiten Umfeld die Siedlungsstraßen und schränkte die Zufahrt für Rettungsfahrzeuge ein.

 

Talseits auf der Grenze, bergseits an der Straße


Aufgrund der Hanglage und der engen Verhältnisse steht die Sporthalle talseits auf der Grenze und bergseits direkt an der Straße. Die Hanglage wurde dahingehend so ausgenutzt, dass ein Parkgeschoss mit 46 Pkw-Stellplätzen unter der Anlage angeordnet worden konnte. Durch diese Verlagerung der Parkplätze ist ein großer Flächengewinn erzielt worden.
Die Bauabwicklung musste auf engstem Raum, unter Berücksichtigung des Schulbetriebs der angrenzenden Schulen, stattfinden. Um dem Neubau einen sicheren Stand zwischen angrenzender Bebauung, Straße und Hang zu geben, mussten zunächst einige Vorkehrungen getroffen werden. Im Hangbereich wurden Gründungsmaßnahmen mittels des Rüttelstopfverfahrens getätigt, um eine ausreichende Eigenverdichtung und somit Tragfähigkeit und Standhaftigkeit des Bodens zu gewährleisten. Im Straßenbereich waren Abfangungsmaßnahmen notwendig.
Die Rohbauarbeiten wurden so getaktet, dass der Baukran gewissermaßen innerhalb der Sporthalle stand und die wesentlichen Rohbaugewerke von da aus um den Kran herum gebaut wurden. Für die Arbeiten konnten teilweise vorgefertigte Elemente eingesetzt werden. Durch eine straffe Baustellenorganisation fand der Schulbetrieb weitgehend ungestört statt. Bei der Dachmontage – die mit Elementbauweise und Stücklängen bis 34 Metern durchgeführt wurde – gab es aus Sicherheitsgründen einen Tag schulfrei.
Da bei einer Grenzbebauung die Nachhaltigkeit und somit der langfristige Bestand der angrenzenden Wand von großer Relevanz ist, erhielt die Sporthalle eine Stahlblech-Fassade und verhinderte so eine nachträgliche Einrüstung.
Die Sporthalle ist in Niedrigst-Energie-Bauweise errichtet und erfüllt die Bedingungen einer Versammlungsstätte. Diese Multifunktionalität der Sporthalle wird durch eine automatisch betriebene „Klappbühne“ ermöglicht und ersetzt in ihrer Vielseitigkeit die alte Sporthalle/Aula. Die Bühne ist während des Sportunterrichts senkrecht in die Wand eingeklappt und dort verankert. Bei Veranstaltungen anderer Art kann sie mittels eines simplen Mechanismus ausgefahren werden. Hier werden künftig schulisch-kulturelle Veranstaltungen wie Theateraufführungen, sowohl der Realschule als auch des Gymnasiums, mit einer sehr guten Akustik, stattfinden.
 Beheizt wird der Hallenbereich mit Deckenstrahl-Heizelementen, in die gleichzeitig die Beleuchtung, aber auch die Akustikelemente integriert sind. Mit Wärme wird die Sporthalle aus der in den letzten Jahren energetisch sanierten Realschule, die wiederum mit Holzpellets beheizt wird, versorgt. Die Lüftungsanlage besitzt einen hohen Wärmerückgewinnungsgrad. Zur Warmwasserbereitung werden in der heizungsfreien Zeit Solarkollektoren verwendet.

 

Mit lichtsparender Steuerung ausgerüstet


Die Sporthalle wird in ihrem Betrieb weitgehend CO2-frei beheizt, unterschreitet die EnEV 2009 um rund 60 Prozent und ist mit lichtsparender Steuerung ausgerüstet, um gute Lichtverhältnisse bei geringstem Stromaufwand zu erreichen.
Im Jahr 2011 wurde die Realschule, zu der die Zweifach-Sporthalle gehört, auf europäischer Ebene mit dem Greenbuilding-Award ausgezeichnet. Die Sporthalle erfüllt den Standard der Realschule und besitzt mit ihr gemeinsam die bereits oben genannte Pelletheizung. Erwähnenswert ist darüber hinaus, dass die umfassende energetische und bauliche Sanierung der Realschule den damaligen Ölverbrauch von mehr als 40 000 Liter/Jahr durch rund 18 Tonnen Holzpellets im Jahr ersetzt. In ähnlicher Größenordnung vermeidet auch die Sporthalle den Verbrauch von fossiler Energie. (BSZ)

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