Bauen

Außenansicht des Schulzentrums. (Foto: Sylvia Rustler/Landratsamt Unterallgäu)

18.01.2018

Klassenzimmer jetzt mit Sonnenschutz

Das Bestandsgebäude des Rupert-Ness-Schulzentrums in Ottobeuren wurde umfassend saniert

Bildung ist Standortpolitik“, betont der Unterallgäuer Landrat Hans-Joachim Weirather. Deshalb hat der Landkreis Unterallgäu in den vergangenen Jahren kräftig in die weiterführenden Schulen investiert. Die Einweihung des Rupert-Ness-Schulzentrums in Ottobeuren im Juli 2017 war der letzte feierliche Höhepunkt eines umfassenden Sanierungsprogramms, das der Unterallgäuer Kreistag 2011 beschlossen hatte. Daneben wurden die Schulzentren Babenhausen und Bad Wörishofen, das Gymnasium Türkheim sowie die Staatliche Berufsschule Mindelheim und ihre Außenstelle Memmingen energetisch, technisch und im Hinblick auf Barrierefreiheit und Brandschutz modernisiert. Hinzu kam der Neubau einer architektonisch sehr ansprechenden Technikerschule in Mindelheim.
Das Bestandsgebäude des Schulzentrums Ottobeuren wurde 1975 errichtet und war in die Jahre gekommen. 2013 begann die Sanierung – in drei Bauabschnitten bei laufendem Schulbetrieb. „Eine große Herausforderung“, sagt der Ottobeurer Bürgermeister German Fries. Doch Landkreis, Verwaltungsgemeinschaft, Schulen, Planer und Handwerker arbeiteten Hand in Hand. 16 Schulklassen wurden in Container ausgelagert.

Das Architekturbüro Krug Grossmann ging nach dem Motto „erhalten und gezielt ergänzen“ vor. Denn obwohl das Gebäude nach 40-jähriger Nutzung einige Mängel aufwies, zeigte sich: Die Bausubstanz – einst geplant von den Architekten Lorenz – ist von hoher Qualität und sollte erhalten bleiben. Raumgrößen und Gebäudestruktur wurden kaum verändert. Die Raumdecken wurden ergänzt, um dort die technischen Erneuerungen unterbringen zu können. Die Decken können jetzt heizen, lüften, akustisch dämpfen und leuchten. Sie sind aus beschichtetem Metall gefertigt und müssen nie gestrichen werden. Außerdem wurden die Klassenzimmer mit Sonnenschutz und aktueller Sicherheits- und Medientechnik ausgestattet. Die Sanitäranlagen wurden erneuert. Es wurde ein neues Brandschutzkonzept umgesetzt und die Aula aktuellen Anforderungen an Versammlungsstätten angepasst. Sie wird auch für außerschulische Veranstaltungen gerne genutzt. Dank einer neuen Gebäudehülle mit dreifach verglasten Fenstern konnte der Energieverbrauch deutlich gesenkt werden. Die Fassade wurde mit einem besonderen Strukturblech und Duraflonbeschichtung gestaltet.

Die Sanierungskosten
liegen bei 20 Millionen Euro

Nach derzeitigem Stand liegen die Kosten für die Sanierung bei rund 20 Millionen Euro. Getragen werden sie zu 70 Prozent vom Zweckverband Gymnasium und Realschule Ottobeuren und zu 30 Prozent von der Verwaltungsgemeinschaft Ottobeuren abzüglich eines Zuschusses vom Freistaat Bayern in Höhe von 5,6 Millionen Euro, wobei eine staatliche Nachförderung noch aussteht. Landrat Weirather betont: „Es wurden beste Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen geschaffen.“ Und Bürgermeister German Fries freut sich: „So bleibt Ottobeuren ein ausgezeichneter Bildungsstandort.“
Über das Schulzentrum Ottobeuren: Das Bestandsgebäude des Schulzentrums Ottobeuren stammt, wie bereits erwähnt, aus dem Jahr 1975, geplant war es als Gesamtschule mit Tagesheim. Inzwischen umfasst der Gebäudekomplex Mittelschule, Realschule und Gymnasium. Träger der Mittelschule ist die Verwaltungsgemeinschaft Ottobeuren. Realschule und Gymnasium haben eine gemeinsame Schulleitung. Schulträger ist der Zweckverband Gymnasium und Realschule Ottobeuren. Vorsitzender des Zweckverbands ist Landrat Weirather. Den ungedeckten Schulaufwand tragen der Landkreis Unterallgäu zu 80 Prozent und der Markt Ottobeuren zu 20 Prozent. Der Landkreis Unterallgäu trägt zudem die Kosten für das Personal zu 100 Prozent.

Das Gymnasium war zunächst ein so genanntes Progymnasium: Die Schüler mussten nach der zehnten Klasse an ein anderes Gymnasium wechseln. Ende 2008 beschloss der Unterallgäuer Kreistag, dass in Ottobeuren auch ein Abitur möglich sein soll; 2011 absolvierten die ersten Schüler am Rupert-Ness-Gymnasium das Abitur.

Um mehr Platz zu schaffen, war eine Erweiterung des Gebäudes nötig. 2011 war der Neubau bezugsfertig: In das Erdgeschoss zogen die Klassen der Mittelschule ein, die Räume im Obergeschoss nutzen Realschule und Gymnasium. Damit besteht das Ottobeurer Schulzentrum aus einem Neubau und einem Bestandsgebäude, das nun saniert wurde. Über eine Verbindung können Schüler und Lehrer immer trockenen Fußes von einem Gebäude ins andere gelangen.

Die Schülerzahlen 2017/2018: Die zweizügige Mittelschule besuchen 277 Schüler. Auf die vierzügige Realschule gehen 665 Schüler und das dreizügige Gymnasium besuchen 523 Schüler. (BSZ)

(Die Aula, ein Flur und der Blick in ein Klassenzimmer - Fotos: Architekturbüro Krug Grossmann)

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