Bauen

Das neue Zentralgebäude der Sparda-Bank Nürnberg. (Foto: Sparda-Bank Nürnberg)

07.11.2014

Kommunikation steht im Vordergrund

Die Sparda-Bank Nürnberg hat ein Gebäude errichtet, das die Gesprächskultur der Mitarbeiter fördern will

Die Sparda-Bank Nürnberg eG errichtete um ihre Mit- arbeiter herum ein Bankgebäude, das kommunizieren und interagieren kann. Basis des Ganzen ist ein innovatives Raum-Konzept, das die Kommunikation in den Mittelpunkt der Gebäude-, Raum- und Arbeitsplatzgestaltung stellt.
„Wir glauben an die Macht der Kommunikation“, sagt Stefan Schindler, Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank Nürnberg, wenn er – nicht ganz frei von Stolz und Enthusiasmus – durch das neue Zentralgebäude seiner Bank führt. Kommunikation ist der Schlüsselbegriff, der sich wie ein roter Faden durch alle Stockwerke des Neubaus zieht. Denn die Sparda-Bank hat nicht nur eine moderne, zukunftssichere Bankzentrale gebaut, sondern ein Kommunikations-Gebäude, in dem eine neue Vorstellung von der Arbeitswelt realisiert wurde, bei der das Haus selbst aktiver Teil des Kommunikationskonzepts ist, die Bankzentrale, die kommunizieren kann.
Die alte Sparda-Bank-Zentrale mit dem morbiden Charme eines Nachkriegs-Zweckbaus war in die Jahre gekommen. Modernisieren? Verlagern? Das wäre möglich gewesen, hätte aber nicht den Erwartungen und visionären Vorstellungen des Vorstandsteams entsprochen. Darum wurde das alte Haus kurzerhand abgerissen und an gleicher Stelle in unmittelbarer Nähe des Nürnberger Hauptbahnhofs neu errichtet.
Der Neubau ist das Ergebnis eines Architekten-Wettbewerbs, den das Büro Auer + Weber + Assoziierte GmbH mit seinem Entwurf für sich entscheiden konnte. Die moderne Glasfassade sorgt für natürliches Licht in den Büroräumen. Die gläsernen Prallscheiben vor der eigentlichen Fassade verleihen der neuen Sparda-Bank Zentrale nicht nur ein markantes und architektonisch einzigartiges Aussehen, sie haben auch noch hohen praktischen Nutzen. Denn Wind und Schall prallen von ihnen gleichermaßen ab. Hinter den Prallscheiben sind die Sonnenschutzrollos montiert. Bei gekippten Fenstern kommt frische Luft in die Innenräume – Lärm und Hitze bleiben draußen.

Termingerecht fertiggestellt

Im Herbst 2010 startete der Architektenwettbewerb und Anfang 2012 folgte der Umzug der Mitarbeiter auf das Innovum-Gelände in Nürnberg, um den Platz für den Abriss des alten Bankgebäudes freizumachen. Im Oktober 2012 erfolgte die Grundsteinlegung und ein knappes halbes Jahr später konnte die Bank bereits Richtfest feiern. Der Neubau wurde in der geplanten Zeit fertiggestellt und zu den budgetierten Baukosten realisiert. Die Rückkehr der Mitarbeiter in die fertiggestellte Zentrale erfolgte in mehreren Etappen. Bis Ende Mai hatte jeder seinen neuen Arbeitsplatz eingenommen. Heute arbeiten rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dem neuen Zentralgebäude. Im Erdgeschoss befinden sich ein großzügiges, lichtdurchflutetes 24-Stunden-SB-Center und eine moderne Schließfachanlage. Die Vermögensberatung ist die einzige Abteilung im Zentralgebäude mit unmittelbarem Kundenkontakt. Alle anderen Abteilungen sind zentrale Fach- und Stabsabteilungen.
Das neue Gebäude sollte nicht nur eine ansprechende Architektur aufweisen, sich jederzeit an veränderte Bedingungen anpassen können, modernsten energetischen und bauphysikalischen Erkenntnissen genügen – das alles ist selbstverständlich. Es sollte vielmehr dazu beitragen, tradierte Denkmuster in der Zusammenarbeit zu sprengen, um neue Perspektiven eines gemeinschaftlichen Miteinanders zu ermöglichen. Somit wurde das neue Zentralgebäude um die Mitarbeiter herum geplant: Die Mitarbeiter mit ihren menschlichen und beruflichen Interessen und Bedürfnissen als Dreh- und Angelpunkt der Raumplanung.
Die neue Zentrale soll eine Arbeitsorganisation ermöglichen, die auf Vertrauen, Offenheit und intensivem menschlichen Kontakt basiert. „Es arbeiten stets Menschen zusammen, niemals Abteilungen“, so die Überzeugung des Vorstandsvorsitzenden. Die zwischenmenschliche Kommunikation erfolgt zu einem überwiegenden Teil auf nonverbalem Weg. Das ist im Privatleben ebenso wie im Berufsleben.
Wir alle senden neben dem gesprochenen Wort Signale aus, die vom Gegenüber dekodiert werden und dann wiederum in dessen Kommunikationsverhalten einfließen. Diese Erkenntnisse hat die Sparda-Bank auf das Gebäude übertragen. Auch die neue Zentrale sendet kommunikationsrelevante Signale aus. Sie finden sich in der Raumaufteilung, der Arbeitsplatzgestaltung und in den Begegnungsbereichen wieder. Das Gebäude kommuniziert mit seinen Nutzern. Und diese Kommunikation soll bei der Sparda-Bank offen, involvierend, sympathisch und freundlich sein.
Daher wurde ein Raumkonzept verwirklicht, das die zwischenmenschliche Kommunikation als Erfolgsgarant in dem Gebäude verankert. Herzstück eines jeden Stockwerks sind „Meeting-Points“, zentrale Treffpunkte für die bereichsübergreifende Kommunikation. Jeder Meeting-Point ist thematisch gestaltet: „News & Stories“, „Café-Lounge“, „Chillout-Lounge“ und „Sports-Bar“. Die Namen sind Konzept und setzen das jeweilige Motto in der Einrichtung und Ausstattung um. In den Meeting-Points treffen sich die Mitarbeiter zu Pausen und dem Smalltalk zwischendurch. Kaffee, Tee und Softdrinks stehen kostenlos zur Verfügung. Jedem Meeting-Point sind drei Besprechungszimmer mit modernster Präsentations- und Arbeitstechnik angeschlossen: konzentriertes Arbeiten und Konferieren im Team, vertiefende Gespräche und Pausen in den Meeting-Points.
Einzelbüros waren gestern. Die mitarbeiterorientierte und kommunikative Weiterentwicklung ist der Open-Space-Arbeitsplatz. Durch geschickte innenarchitektonische Gestaltung bietet er Ruhe für konzentriertes Arbeiten und zugleich eröffnet er Möglichkeiten für effektive Zusammenarbeit. Für kreatives Arbeiten und den persönlichen Rückzug stehen spezielle Kreativ- und Klausurräume zur Verfügung.

Offenes Raumkonzept


Im neuen Raumkonzept der Sparda-Bank-Zentrale wurde der Open-Space-Gedanke neu definiert und um den Aspekt der abteilungsübergreifenden Kommunikation erweitert. Daher befinden sich in jedem Stockwerk mehrere Abteilungen. Große Abteilungen wurden über die Stockwerke verteilt. „Wir sind ein Team – unabhängig von der Abteilung. Wir erarbeiten gemeinsam unsere Erfolge und wir pflegen den wertschätzenden Umgang untereinander über alle Abteilungsgrenzen hinweg. In unserem neuen Gebäude finden wir quasi an jeder Ecke Möglichkeiten zur Kommunikation“, erläutert Schindler den Gedanken, der hinter dem Konzept steht. Wissenschaftliche Studien bestätigen, dass durch das Aufbrechen von Abteilungsgrenzen der Blick auf das große Ganze geschärft und der Zusammenhalt gestärkt wird.
Hinter dem offenen Raumkonzept und der abteilungsübergreifenden Kommunikation steckt eine neue Vorstellung von der Arbeitswelt. Nicht der Schreibtisch ist der Arbeitsplatz, sondern das gesamte Gebäude. Mitarbeiter sollen das ganze Gebäude nutzen und sich über Abteilungsgrenzen hinweg darin bewegen. Die Sparda-Bank geht hier sogar noch einen Schritt weiter: So können die Mitarbeiter zum Beispiel im Rahmen des Projekts „Schulterblick“ die Arbeit der anderen Abteilungen durch direkte Hospitationen kennenlernen.
Die abteilungsübergreifende Kommunikation und der direkte persönliche Kontakt der Mitarbeiter untereinander setzen Kontrapunkte zur digitalisierten und zunehmend anonymen Arbeitswelt. Von dem Wissens- und Erfahrungsaustausch, der dadurch entsteht, profitiert jeder Einzelne und natürlich auch die Bank.

Einbindung der Mitarbeiter

Ein so weit führendes Projekt wie der Neubau eines Zentralgebäudes, in dem eine neue Vorstellung von der Arbeitswelt realisiert werden soll, kann nur erfolgreich abgeschlossen werden, wenn die Mitarbeiter frühzeitig eingebunden sind und das Projekt über alle Phasen hin verantwortlich begleiten. Hierzu hatte die Sparda-Bank Arbeitsgruppen eingerichtet und in ihrem Intranet einen Blog eröffnet, der zur direkten Mitarbeit über alle Phasen des Projekts angeregt hat. Die Resonanz war beachtlich, die Ergebnisse auch. So konnten die Mitarbeiter über das Mobiliar der Arbeitsplätze und die Ausgestaltung und Einrichtung der Kantine mitentscheiden sowie über die Themen für die Meeting-Points und deren Umsetzung mitbestimmen. Dies war der erste Beweis dafür, dass eine lebendige Kommunikation zwischen allen Bereichen der Bank zu einem verantwortungsvollen Handeln und den bestmöglichen Ergebnissen führt.
„Wir wollten die Gestaltung der Arbeitsplätze dazu nutzen, ganz bewusst alte Organisationsformen zu verlassen. Wir wollten ein neues System des Miteinanders realisieren, um damit auch zu ganz neuen Denkmustern zu kommen. Wir wollten eine Arbeitsorganisation, die auf Vertrauen, Offenheit und intensivem zwischenmenschlichen Kontakt basiert“, resümiert Vorstandschef Schindler. „Ich denke, das ist uns gelungen.“ (BSZ)

(Das Open-Space-Konzept und ein Klausurraum - Fotos: Sparda-Bank Nürnberg)

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