Bauen

Das neue Volkswagen Zentrum liegt an der "Automeile" Landsberger Straße. (Foto: OSA)

22.11.2013

Kompaktes Schau- und Verkaufshaus

Das neue Volkswagen Zentrum an der Landsberger Straße in München

Eines der größten Autohäuser des Volkswagenkonzerns in Europa wurde in München fertiggestellt. Das neue Volkswagen Zentrum München an der Landsberger Straße wurde von OSA Ochs Schmidhuber Architekten und Tucher Beratende Ingenieure, München, als Generalplaner für den Nutzer MAHAG Unternehmensgruppe München und die Volkswagen Tochtergesellschaft Volkswagen Group Real Estate geplant und realisiert. Auf Basis der Vorgaben der Unternehmensarchitektur schuf OSA einen eigenständigen Prototyp mit hoher urbaner Dichte – eine Stadtmarke in der „Automeile“ Landsberger Straße.
14 Monate nach der Grundsteinlegung wurde das siebengeschossige Schau- und Verkaufshaus Mitte Oktober 2013 feierlich eröffnet. Mit fünf Obergeschossen, davon zwei Galerieebenen, einem Parkdach und einem Untergeschoss zählt das neue Volkswagen Zentrum mit 24 000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche zu den größten Autohäusern des Konzerns. Neben reinen Schauraum- und Ausstellungsflächen sind in dem Gebäude über 40 Verkaufs-, Service- und Verwaltungsarbeitsplätze, Kunden- und Teiledienst sowie knapp 50 Werkstattplätze untergebracht.
Im Zuge der städtebaulichen Entwicklung der Achse „Hauptbahnhof-Laim-Pasing“ wurde München durch neue Bebauungspläne erheblich nachverdichtet. Die so genannten Münchner Adressen leisten hier einen wesentlichen Beitrag zum neuen Erscheinungsbild der Stadteinfahrt über die Bodensee- und Landsberger Straße. Eingebettet in die, durch gewerbliche Solitärbauten geprägte, Landsberger Straße stellt das neue Volkswagen Zentrum nun einen markanten Stadtbaustein dar.
„Das Projekt entwickelt aus den Gegebenheiten des Orts und den gestellten Ansprüchen sein eigenes Konzept und findet seine individuelle Ausprägung. Das Besondere an dem Gebäude ist dabei die Mehrgeschossigkeit - sieben Etagen in einem Autohaus sind eine Seltenheit. Diese sehr hohe Dichte, der geringe Grundstücksflächenverbrauch im Verhältnis zur Nutzfläche sowie eine gute Einfügung in den städtebaulichen Kontext sind das Ergebnis dieser äußerst kompakten Bauweise“, erklärt Architekt Fabian Ochs.

Prägendes Element
ist ein weißer Rahmen


Durch die baukörperliche Konstellation eines großen Volumens und eines zurückversetzten Rampenbauwerks wird ein eigener Vorplatz geschaffen. Von hier werden alle wesentlichen Funktionen erschlossen: Verkaufsraum, Service, Direktannahme und Werkstatt, über das Rampenbauwerk werden die Tiefgarage und die oberen Stockwerke erreicht. Die beiden Volumen stehen in spannungsvollem Kontrast – das einerseits kraftvolle Volumen des Autohauses und die andererseits schimmernde Leichtigkeit des zurückversetzten Rampenbauwerks prägen das Erscheinungsbild.
Der Entwurf des Architekturbüros basiert auf einem für das Unternehmen Volkswagen entwickelten Modulkonzept der Berliner Agentur MetaDesign. Gemäß der Strategie des Automobilbaus vertraut das Unternehmen auch bei seiner Architektur auf die stetige Optimierung von Gestaltung, Technik und Kosten durch die Entwicklung und Weiterentwicklung serieller Bauelemente. „Dennoch ist das Verkaufs- und Ausstellungsgebäude trotz aller Corporate Architecture-Vorgaben doch ein Prototyp und keine Serie“, so Fabian Ochs.
Maßgeblich prägendes Gestaltungselement ist ein weißer Rahmen, der an verschiedenen Stellen im Projekt in unterschiedlicher Ausprägung angeordnet ist und, ähnlich eines Polaroid-Bilds, den Blick des Betrachters fasst und so die Highlights inszeniert.
Die äußere Gestalt des Gebäudes wird wesentlich durch die Interpretation dieses weißen Rahmens und dessen Anpassung an die städtebauliche Vorgabe einer Arkade geprägt. Die weißen Rahmen treten anstelle der notwendigen Stützen, werden überhöht und dadurch in besonderer Weise inszeniert. Diese Übersetzung und Kombination der städtebaulichen Vorgaben sowie der Gestaltungsvorgaben der Unternehmensarchitektur war letztendlich nur durch eine anspruchsvolle ingenieurtechnische Konzeption möglich.
Die kompakte Form des Hauptvolumens in Stahlbetonskelettbauweise birgt 9400 Kubikmeter Beton und 2000 Tonnen Stahl, die verbaut wurden. Der massive Kubus wird durch 1400 Quadratmeter vorgehängte Glasfassade sowie großzügige Öffnungen und Raumverschneidungen im Innenraum aufgelockert. Die verwendeten, übergroßen Glaselemente mit einer Höhe von knapp sechs Metern wurden speziell für das Bauvorhaben zugelassen.
Die beiden zweigeschossigen Ausstellungsflächen öffnen sich durch die geschosshohen Verglasungen großzügig zur Straße. Von innen scheint das urbane Umfeld der Landsberger Straße Teil der Verkaufskulisse zu werden, von außen sind die präsentierten Neuwagen im 2. Obergeschoss schon von weitem zu erkennen. Die übereinanderliegenden Verkaufsräume sind mit einer Länge von über 80 Metern von beeindruckender Dimension und durch das Sichtbetontragwerk subtil gegliedert.

25 Meter lange
abgehängte Stahltreppe


Raumprägendes Element im Innenraum ist eine drei Meter breite und über 25 Meter lange abgehängte Stahltreppe, die ähnlich einer Himmelsleiter vom Erdgeschoss durch die mehrgeschossigen Verkaufsräume führt und diese – auch optisch – großzügig miteinander verbindet. Durch die offenen Galerien partizipieren zahlreiche Funktionen wie Verwaltungsarbeitsplätze, Mitarbeitercasino und Besprechungsräume am Treiben in den Verkaufshallen. Im auratischen Licht der lamellenverkleideten, oberen Geschosse befinden sich die Gebrauchtwagenausstellung und die Auslieferung der Pkws.
Die erste Fahrt eines jeden neuen Wagens aus dem Zentrum an der Landsberger Straße beginnt im Gebäudeinneren im obersten Stockwerk des neuen Autohauses und führt anschließend über das Rampenbauwerk hinunter auf die Landsberger Straße. (BSZ)

(Blick in den Verkaufsraum; die abgehängte Stahltreppe und der Werkstattbereich - Fotos: OSA)

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