Bauen

Über 30 Millionen Euro wurden in das neue Bildungszentrum investiert. (Foto: Hettler)

29.10.2010

Lernen in meisterlichem Umfeld

Die Handwerkskammer für München und Oberbayern erhält ein neues Bildungszentrum

"Heute sind Investitionen in die berufliche Bildung die unverzichtbare Grundvoraussetzung für die Leistungsfähigkeit des Handwerks von morgen“, erklärte der Präsident der Handwerkskammer (HWK) für München und Oberbayern, Heinrich Traublinger, anlässlich der Eröffnung des neuen Bildungszentrums der Handwerkskammer in der Mühldorfstraße 6 in München. Im Spannungsfeld zwischen Billiglohnkonkurrenz und Technologiewettbewerb könne der Wirtschaftsbereich Handwerk nur mit einer hohen Qualifikation bestmöglich ausgebildeter Betriebsinhaber und Fachkräfte bestehen. Diese Notwendigkeit gewinne auch vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung immer mehr an Bedeutung.
Die Handwerkskammer trage diesen Anforderungen mit der Schaffung einer Infrastruktur im Bereich der Aus-, Fort- und Weiterbildung auf modernstem Stand Rechnung, so Traublinger. Daher beschloss man eine Arrondierung aller Bildungsstandorte im Stadtgebiet von München in einem zentralen Bildungszentrum des Handwerks. In einem Gebäude in direkter Nachbarschaft betreibt die Handwerkskammer bereits seit dem Jahr 1990 ihre „Akademien des Handwerks“.

Ein ausreichend
großes Grundstück


Nach dem Kauf des für die Bildung benötigten Teilgrundstücks im Jahr 2006 verfügt die Handwerkskammer nunmehr über ein zusammenhängendes und ausreichend großes Grundstück in unmittelbarer Nachbarschaft zu ihrem Akademiegrundstück. Dadurch wurde es ermöglicht, sämtliche Bildungsaktivitäten in München an diesem sehr verkehrsgünstig gelegenen Standort zu konzentrieren. Das ergibt zum einen Synergieeffekte wie zum Beispiel in den Bereichen Verwaltung, Kantine, Schließ-/Reinigungsdienste, Instandhaltung und insbesondere eine wesentliche Qualitätsverbesserung für die Kursteilnehmer.
Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wurde zunächst nachgewiesen, dass sich das geplante Raum- und Nutzungskonzept unter Einbeziehung der vorhandenen Gebäudesubstanz wirtschaftlich umsetzen lässt. So wurde unter anderem untersucht, ob es unter wirtschaftlichen, ablauftechnischen und funktionalen Gesichtspunkten sinnvoll ist, die vorhandenen Gebäude am Bildungsstandort zu erhalten und in die weiterführende Planung einzubeziehen.
Das Nutzungskonzept vereint den fächerübergreifenden und verstärkt projektorientierten Unterricht der Meisterqualifikation mit einer projekt- und kundenorientierten Meisterprüfung sowie das weitgefächerte Kursangebot des Bildungszentrums im Bereich der Fort- und Weiterbildung. Zusätzlich zu den Verwaltungsräumen wurden Werkstätten und Unterrichtsräume für die Funktionsbereiche (Berufsfelder) Metall und Fertigungstechnologien, Elektro- und Automatisierungstechnologien, Gebäudesystemtechnik (SHK), Frisöre, Zahntechnik, Gestaltung, regenerative Technologien, Land- und Baumaschinentechnik, Informationstechnik, Betriebswirtschaft und Netzwerktechnik (EDV) errichtet. Als so genannte Sekundärbereiche wurden Besprechungs- und Konferenzräume, Lehrerzimmer, Kommunikationsbereiche, Ausstellungsflächen, Beratungsräume, Sanitärräume und Umkleiden sowie Ver- und Entsorgungsräume errichtet.
Das Einzugsgebiet der Kursteilnehmer erstreckt sich größtenteils auf Oberbayern und teilweise auf den gesamten Freistaat. Bei Spezialseminaren und bei der Meisterqualifikation werden darüber hinaus das gesamte Bundesgebiet und der Alpenraum angesprochen. Im Tagesdurchschnitt werden bis zu 650 Kursteilnehmer ausgebildet und unterrichtet.
Auf dem erworbenen Teilgrundstück lassen sich auf rund 17 000 Quadratmetern Bruttogrundfläche im Rahmen der geplanten Umbau-, Modernisierungs- und Erweiterungsmaßnahmen etwa 11 500 Quadratmeter Nutzfläche realisieren. Die Aufstockfähigkeit des Gebäudes wurde im Vorfeld durch den eingebundenen Tragwerksplaner auf der Grundlage eines entsprechenden Baugrundgutachtens untersucht und hierfür erforderliche Maßnahmen planerisch untersetzt.
Die Verlagerung der Treppenhäuser war aufgrund der aktuellen Vorschriften zu der Ausgestaltung von Flucht- und Rettungswegen erforderlich. Die Errichtung der neuen Treppenhäuser konnte kostengünstig im Neubaubereich des Gebäudes B geplant werden.
Im Rahmen der Vor-/Entwurfsplanung zum neuen Bildungszentrum wurden zahlreiche Untersuchungen und Prüfungen durchgeführt, um verlässliche Angaben zu den Altlasten, den Achsmaßen, der Deckenbelastbarkeit, der Raumhöhe, der Betongüte und -festigkeit sowie der Feuerwiderstandsdauer tragender Bauwerksteile zu erhalten.
Die Bauantrags- und Genehmigungsphase in Zusammenarbeit mit der Lokalbaukommission der Landeshauptstadt München, mit der Branddirektion sowie mit den Grundstücksnachbarn verlief vorbildlich. Das Modernisierungsprojekt wurde mit erheblichen Bundes- und Landesfördermitteln bezuschusst. Der Baubeginn erfolgte im August 2008, am 13. September 2010 konnte der Lehrbetrieb aufgenommen werden.

Betonschadstellen
wurden saniert


Zunächst wurde der verbleibende sechsgeschossige Stahlbeton-Skelettbau mit einem Raster 7,8/7,8 Meter und Verkehrslasten von 10 beziehungsweise 15 kN/m2 bis zur reinen Tragkonstruktion zurückgebaut. Betonschadstellen wurden saniert und der nach heutigen Normen geforderte konstruktive Brandschutz an den Stahlbetonstützen und -unterzügen durch Putzauftrag verbessert.
Ab Herbst 2008 wurde der siebenstöckige Neubauteil als Auffüllung des ehemals U-förmigen Baukörpers und Verstärkungsmaßnahmen an den Bestandskonstruktionen in Angriff genommen und die Rohbauarbeiten einschließlich der Aufstockung des Altbaus um ein Geschoss im Frühjahr 2009 abgeschlossen. Ab Juni 2009 wurde mit der Montage der Alu-Pfosten-Riegel- Fassadenkonstruktion und ab 2008/2009 mit den Arbeiten des Gebäudeausbaus und der technischen Ausrüstung begonnen.
Ab Juni 2010 wurde die neue Ergänzungsausstattung geliefert, in den Sommerferien 2010 wurden die Bestandsmöbel und -maschinen aus den provisorischen Werkstätten und dem Meisterschulgebäude an der Friedensstraße umgezogen. Bis zum Schulbeginn im September 2010 wurden die Außenanlagen, das Gebäude und die Einrichtungen fertiggestellt. (BSZ)

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