Bauen

Die neugestaltete Fassade am Färbergraben. (Foto: LBBW)

01.10.2010

Markanter Keramik-Glas-Aufbau

Münchner Stadtgestaltungskommission billigt neues Fassadenkonzept am Färbergraben

Der Umbau der Hofstatt in München nimmt Gestalt an. Wie die Hines Immobilien GmbH als projektverantwortliches Unternehmen mitteilt, billigte die Stadtgestaltungskommission unter Leitung von Münchens Oberbürgermeister Christian Ude einstimmig die vom Büro Meili, Peter Architekten vorgestellte Neugestaltung der Fassade am Färber-graben. Das Konzept sieht eine markante Glas-Keramik-Fassade vor, die eine klare architektonische Unterteilung zwischen beiden Hausteilen des Neubaus vornimmt.
Ziel ist es, die Gebäudeteile als ein Paar von zwei unabhängigen Häusern zu zeigen, die durch eine Vielzahl architektonischer Maßnahmen als „Zwillingsgebäude“ miteinander verbunden werden. Zu diesen Maßnahmen zählen neben der durchgängig verwendeten Materialkombination auch die über die gesamte Fläche immer wieder aus der Fassade hervortretenden Fensterelemente sowie der Farbkontrast aus Rot und Grün. An der Nahtstelle der beiden Gebäudeteile befindet sich der Eingang der Passage, der als Tor inszeniert ist. Die Fassade ist als Einfachfassade gestaltet mit Fenstern, die sich ab dem 2. Obergeschoss öffnen lassen. Die Erreichung eines Zertifikats für nachhaltiges Bauen wird angestrebt.
 „Der überarbeitete Entwurf löst eine ganze Reihe der im Wettbewerbskonzept noch offen gebliebenen Fragestellungen“, so Gerd Hille, Vorsitzender der Geschäftsführung der LBBW Immobilien. Aus Sicht des Bauherrn sei es gelungen, den bisherigen Entwurf hinsichtlich der Nutzerfreundlichkeit und der architektonischen Qualität noch einmal erheblich zu verbessern. „Mit der Hofstatt entsteht eine neue Premium-Adresse zum Wohnen, Leben, Arbeiten und Shoppen im Herzen von München“, so Alexander Möll, Co-Geschäftsführer der Hines Immobilien GmbH. „Die Optimierung des Konzepts wird dazu beitragen, das Objekt mit seinem vielfältigen und attraktiven Nutzungskonzept erfolgreich und nachhaltig am Markt zu platzieren“.
 Wie die Hines Immobilien GmbH mitteilt, ist die angekündigte Optimierung des Gesamtkonzepts inzwischen weit fortgeschritten. Vor dem Hintergrund der veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wurde das Projekt einer vollständigen Bestandsuntersuchung unterzogen und daraufhin bezüglich Nutzererwartungen, Wirtschaftlichkeit und Vermarktbarkeit optimiert.
Im Sommer 2009 wurde zudem festgestellt, dass die Schadstoffbelastung des Erdreichs rund um den ehemaligen Druckereibetrieb wesentlich höher war als zunächst angenommen. Eine vollständige und restlose Sanierung des Untergrunds mit entsprechender Bestätigung im Altlastenregister steht inzwischen kurz vor dem Abschluss. Die daraus entstandenen Bauverzögerungen konnten ebenfalls zu Optimierungszwecken genutzt werden. Diese fanden in enger Abstimmung mit dem Referat für Stadtplanung und Bauordnung und dem Büro Meili, Peter Architekten statt. Ergebnis ist eine Konzeptoptimierung, die im Rahmen des geltenden Bebauungsplans bleibt, aber dennoch eine Vielzahl von architektonischen und nutzungsspezifischen Verbesserungen beinhaltet.
Wichtigste Neuerung ist eine veränderte Passagenführung durch die Hofstatt. Die von der Stadt gewünschte Durchgängigkeit des Areals mit drei Ein- beziehungsweise Ausgängen an der Sendlinger Straße, Hackenstraße und am Färbergraben bleibt dabei erhalten. Allerdings werden die Zugänge teilweise deutlich vergrößert und durch neue Sichtbeziehungen und Achsen zusätzlich aufgewertet. Zugleich wird der Passageneingang an der Sendlinger Straße nach dem neuen Konzept auf Höhe des ehemaligen Geländes der Abendzeitung (AZ) verlegt und damit eine Sichtbeziehung über die Dultstraße zum Jakobsplatz hergestellt, so dass er sich nach Ansicht des Bauherrn deutlich besser ins städtische Wegenetz einfügt.


69 Wohnungen und 19 000 Quadratmeter Büroflächen


Mit der Verlegung der Passage wird das ehemalige AZ-Gelände harmonisch in die Hofstatt integriert. Im Gegensatz zum bisherigen Entwurf erstreckt sich der Hofstatt-Eingang an der Sendlinger Straße zudem über zwei Ebenen sowie über die gesamte Hausbreite und ist damit besser sichtbar und attraktiver für Passanten. Aus diesem Grund wurde auch die Fassade des Neubaus neu gestaltet.
 Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Mit der Verlegung der Passage in den Neubau entfällt der ursprünglich geplante Eingriff in das denkmalgeschützte ehemalige Redaktionsgebäude der Süddeutschen Zeitung (SZ). Zugänge und Ladenflächen können damit flexibler gestaltet und dimensioniert werden. Um die Durchgängigkeit zu erhöhen, öffnen sich die Läden im ehemaligen SZ-Gebäude nun zum Innenhof. Auch dies soll die Attraktivität der Hofstatt steigern und insgesamt mehr Frequenz bringen.
 Viel Wert legte der Bauherr auf eine weitere Verbesserung der Sichtbeziehungen innerhalb der Passage. Um diese zu erreichen, wurden die Schwünge innerhalb der organisch geformten Laufwege reduziert. Ein zentraler „Marktplatz“ unter dem bestehenden Lichthof des ehemaligen Druckereigebäudes dient nun als Anlauf- und Treffpunkt innerhalb des Gebäudes. Über diesen „Marktplatz“ wird auch das Untergeschoss mit seinen Einrichtungen zur Nahversorgung erschlossen.
 Parallel zu den Veränderungen des Einzelhandelskonzepts trieben die Projektverantwortlichen in den vergangenen Monaten auch die Planungen in den Bereichen Wohnen und Büro voran. So entstanden attraktive und repräsentative Bürolobbys für die künftigen Mieter, außerdem wurden Geschosshöhen und Achsraster optimiert. In bester Innenstadtlage entstehen somit 19 000 Quadratmeter an hochwertigen und modernen Büroräumen. Auch Großmieter mit einem Flächenbedarf von 12 000 Quadratmetern und mehr werden in der Hofstatt nun fündig – eine absolute Rarität in dieser Lage. Der Wohnanteil an der Hofstatt liegt nach wie vor bei 30 Prozent. Für die insgesamt 69 Wohnungen – darunter acht, die Alt- und Neubaubereiche auf einzigartige Weise miteinander kombinieren – wurden detaillierte Grundrisse und ein verbessertes Realteilungskonzept entwickelt.
 „Die Planungen sind auf einem guten Weg“, so Daniel Reichwein, verantwortlicher Projektleiter bei Hines, „wir freuen uns, dass die Stadtgestaltungskommission den Entwurf befürwortet und eine derart klare Empfehlung für das neue Fassadenkonzept ausgesprochen hat“. Die Überplanung des Süddeutschen Verlags ist ebenso wie die Umgestaltung des ehemaligen Geländes der Münchner Abendzeitung Teil der Projektentwicklung „Quartier Hofstatt – Mitten in München“, die – nur wenige Meter vom Marienplatz entfernt – das Areal zwischen Sendlinger Straße, Hackenstraße, Hotterstraße und Färbergraben umfasst. Bauherr und Grundstückseigentümer ist die Vermietungs- und Verwaltungsgesellschaft Sendlinger Straße GmbH & Co. KG (VVS), eine Projektgesellschaft der LBBW Immobilien. Die Hines Immobilien GmbH ist als Bauherrnvertreter für die kaufmännische und technische Umsetzung zuständig. (BSZ)

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