Bauen

Mehr Stellplätze mussten her – da konnte die umgebende Landschaft nicht unberührt bleiben. Mit einer Spiegelung der Anlage blieb jedoch die Blickbeziehung zum angrenzenden Donautal erhalten. (Foto: Autobahndirektion Südbayern)

29.08.2014

Mehr Lkw-Stellplätze

Ausbau der Rastanlagen Köschinger Forst West und Ost

An den deutschen Autobahnen gibt es einen erheblichen Mangel an Stellplätzen für LKWs. Um die gesetzlich vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten einhalten zu können, stehen den Lkw-Fahrern daher nicht genug Stellplätze zur Verfügung. Es kommt immer wieder zu einer massiven Überfüllung von Parkplätzen und Rastanlagen. Dies führt häufig zu gefährlichen Situationen. Auch bei den beiden bewirtschafteten Rastanlagen Köschinger Forst Ost und West an der A 9 zwischen Ingolstadt und Altmühltal wurde schon seit den 1990er Jahren eine starke Überlastung der Lkw-Stellplätze festgestellt.
Bei einer Bestandserfassung aus dem Jahr 2000 wurde das Stellplatzdefizit bestätigt. Auf der Rastanlage Köschinger Forst Ost wurde bei 29 vorhandenen Stellplätzen ein Bedarf von 120 Stellplätzen ermittelt. Bei der Rastanlage Köschinger Forst West wurde bei vorhandenen 23 Stellplätzen ein Bedarf von 115 Stellplätze ermittelt. Die Autobahndirektion Südbayern hat daher ein Konzept für die Erweiterung der beiden Rastanlagen erstellt.
Bei der konkreten Erarbeitung der Standortkonzepte wurden bei der Rastanlage Köschinger Forst Ost vier Varianten detaillierter untersucht. Gewählt wurde eine Varianten bei der eine mögliche Ortsumfahrung der Gemeinde Hepberg berücksichtigt ist. Die Ein- und Ausfahrtsbereiche können beibehalten werden und auch die Tankanlage mit Tankshop wird weiter genutzt. Der ursprünglich von der Tank & Rast GmbH geplante Bau eines Motels wurde aber im Zug der Planungen wieder verworfen.

Senkrecht angeordnet

Am Waldrand des Köschinger Forsts werden die Lkw-Parkharfen senkrecht zur A 9 angeordnet, südlich davon die Pkw- und Bus-Stellflächen. Alle Stellflächen können wiederholt angefahren werden. Die gewählte Variante wurde dem Bundesministerium vorgelegt und von diesem bestätigt. Aus landesplanerischen und gestalterischen Aspekten wurde im weiteren Planungsprozess das Standortkonzept weiterentwickelt. Es erfolgte eine Spiegelung der angeordneten Module für die Erweiterung der Rastanlage.
Die Gründe für die Überarbeitung des Standortkonzepts waren die günstigere Einbindung der Verkehrsanlagen in die umgebende Landschaft und somit eine deutliche Minimierung des Eingriffs in das Landschaftsbild. Durch die gespiegelte Anordnung des Rasthauses ist von dort eine ungehinderte Blickbeziehungen zum unmittelbar angrenzenden Donautal möglich. Gleichzeitig wird der landschaftsgerechten Gestaltung durch die Anlage von Grünflächen und Grünstreifen innerhalb der Stellflächenmodule Rechnung getragen. Zusätzlich kann aufgrund der Neuordnung der Stellflächen und Fahrgassen das vorhandene Regenklärbecken erhalten bleiben.
Durch den Ausbau erhöht sich die Anzahl der Pkw-Stellplätze von 129 auf 143 und die Anzahl der Lkw-Stellplätze von 30 auf 128. Zusätzlich wurden zehn Busstellplätze und ein 100 Meter langer Gefahrgut- und Schwerverkehrsstreifen angelegt. Wegen der großen8 Entfernungen der entlegenen Lkw-Stellplätze zum Rasthaus wurde ein weiteres Toilettengebäude am Rande der Lkw-Stellplätze errichtet.
Bei der Rastanlage Köschinger Forst West wurden im Rahmen der Vorplanung neun Varianten untersucht. Zwei Varianten kamen in die engere Wahl und wurden detaillierter untersucht. Es wurde letztendlich die Variante gewählt, bei der die geringste Inanspruchnahme von Fremdgrundstücken und nur ein moderater Eingriff in die Landschaft erfolgen. Die Lkw-Parkharfen sind parallel zur A 9 angeordnet. Hierdurch wird der vorhandene Grund ideal ausgenutzt. Durch diese Anordnung können die Lkw-Stellplätze gegenüber den Bus- und Pkw-Stellflächen auf einer vier Meter tieferen Ebene angeordnet werden und sich somit dem vorhandenen Gelände sehr gut anpassen. Damit werden eine günstige Massenbilanz und ein ungestörtes Landschaftsbild erreicht.
Die Tieferlegung der Lkw-Parkharfen bewirkt ebenfalls einen Schutz der parkenden Lkw-Fahrer während der Ruhezeiten, sodass auf aktive Lärmschutzmaßnahmen verzichtet werden kann. Die Anzahl der Pkw-Stellplätze erhöht sich durch den Ausbau von 94 auf 100 und die Anzahl der Lkw-Stellplätze von 24 auf 115. Weitere fünf Busparkplätze und ein 130 Meter langer Gefahrgut- und Schwerverkehrsstreifen wurden angelegt.
Die Lkw- und Bus-Stellplätze und der Kreisverkehr wurden in Betonbauweise errichtet. Im Rahmen eines Forschungsvorhabens wurde auch ein Teil der Fahrgassen bei der Anlage Köschinger Forst West aus Beton gebaut. Hier wurde eine neuartige Bauweise mit einer Kiestragschicht unter Beton mit einem optimierten Anteil an gebrochener Gesteinskörnung hinsichtlich der baupraktischen Umsetzbarkeit und der Dauerhaftigkeit erprobt. Nach zweijähriger Liegedauer sollen die benachbarten Platten abgehoben werden, um die modifizierte Kiestragschicht untersuchen zu können. Auch hier wurde wegen der großen Entfernungen der entlegenen Lkw-Stellplätze zur Rastanlage ein weiteres Toilettengebäude am Rande der LKW-Stellplätze errichtet.
Der Bau beider Anlagen begann im April 2013. Die Rastanlage Köschinger Forst West wurde Ende 2013, die Rastanlage Köschinger Forst Ost Mitte 2014 fertiggestellt. Die Gesamtkosten für den Ausbau beider Anlagen betragen rund 17 Millionen Euro. Mit der Fertigstellung beider Anlagen kommt der Abbau des Stellplatzdefizits auf der A 9 ein großes Stück voran. Weitere Erweiterungen von anderen Parkplätzen und Tank- und Rastanlagen auf der A 9 sind in Planung oder bereits angelaufen. (BSZ)

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