Bauen

Die generalsanierte Hofer Freiheitshalle. (Foto: Stadt Hof/Reinhard Feldrapp)

12.10.2012

Mehr Platz für Veranstaltungen und Messen

Generalsanierung der Freiheitshalle Hof

Seit Ende der 1990er Jahre bestand insbesondere im Großen Haus der Freiheitshalle Hof ein erheblicher Investitionsstau. Die Haushaltslage ermöglichte keine grundlegende bauliche Verbesserung. Lediglich punktuelle, provisorische Mängel konnten behoben werden, was unter anderem keine Verbesserung der Marktattraktivität, Betriebsabläufe und Wirtschaftlichkeit bewirkte.
Zur Auflösung des Investitionsstaus wurde 2003 die Kooperation mit einem privaten Partner gesucht (PPP – Public Private Partnership). Ziel der Partnerschaft sollte die Sanierung/der Neubau nach aktuellen Marktanforderungen durch einen privaten Partner (Konsortium aus Planung, Bau, Betrieb und Finanzierung) sein, der auch den Betrieb für bis zu 30 Jahre führen sollte.
Das Projekt konnte aufgrund der von Hof zu leistenden jährlichen Zuschusszahlung, der Risikoverteilung zwischen Privaten und der Stadt sowie der Restzahlung am Ende der Laufzeit nicht zur Umsetzung gebracht werden und wurde deshalb 2006 abgebrochen. Dennoch konnten aus dem Verfahren Erkenntnisse über die Markteinschätzungen und Anforderungen an eine Veranstaltungshalle am Standort Hof gewonnen werden, zudem lagen den Angeboten Kostenschätzungen zu Grunde, die – mit Einschränkungen – als Basis für das weitere Vorgehen herangezogen werden konnten.
Die Zahl der sicherheitstechnischen Mängel veranlasste die Verwaltung im Januar 2007 dazu ein Brandschutzgutachten in Auftrag zu geben, was im Ergebnis die teils erheblichen Mängel bestätigte. Das Gutachten enthielt Empfehlungen für Sofortmaßnahmen (Priorität 1), die zur Fortführung des Betriebs ohne Zögern umgesetzt sowie Maßnahmen der Priorität 2, die innerhalb eines Zeitrahmens von zwei Jahren erfüllt werden mussten.
Die Sofortmaßnahmen wurden umgesetzt. Die Maßnahmen der Priorität 2 konnten aufgrund der bestehenden Veranstaltungsbuchungen mit Vertragsbindung nicht zeitgerecht erfolgen, so dass der Stadtrat die Einstellung des Betriebs der Freiheitshalle mit Ablauf der Frist (Mai 2009) beschließen musste. Die Realisierung der Maßnahmen der Priorität 2 als „Einzelmaßnahmen“ hätten erheblich in die bestehende Gebäudesubstanz (Bauphysik) eingegriffen und dabei zu erheblichen Kosten geführt.
Eine Attraktivierung sowie eine Verbesserung der Gebäudesubstanz (zum Beispiel Wärmedämmung, Optik, sonstige Betriebsanforderungen) wäre damit alleine nicht oder nur unwesentlich erreicht worden. Sowohl TÜV als auch Brandschutzgutachter äußerten sich dahingehend, dass eine sinnvolle, dauerhafte Verbesserung lediglich im Rahmen eines Gesamtkonzepts möglich wäre.
Im November 2007 erfolgte der Grundsatzbeschluss im Stadtrat zur „Eigenrealisierung der Generalsanierung mit Erweiterung (alt. Teilneubau) der Freiheitshalle Hof“ im Rahmen eines VOF-Verfahrens mit Realisierungswettbewerb. Grundlage für das Verfahren sollen folgende Rahmendaten sein:
– Generalsanierung und Teilerweiterung des Großen Hauses mit zugehörigen betriebstechnischen Räumen und Einrichtungen einschließlich der Werkstätten, Künstlergarderoben, Lager- und Gastronomieflächen nach multifunktionalen Gesichtspunkten – alternativ Neubau.
– Sanierung und Ertüchtigung des Festsaals mit Foyer und Nebenräumen.
– Sanierung und Ertüchtigung des Gastronomiepachtbereichs (Restaurant mit Nebenräumen) sowie der technischen Einrichtungen (Kühlräume, Lager, Küche) unter Berücksichtigung der Personenkapazität des Hallenkomplexes.

Verschlossen mit Sandwichpaneelen


– Für den Stellplatznachweis ist von einem Stellplatz für fünf Besucher (in bestuhltem Zustand) auszugehen.
Für die verbesserte Auslastung und den wirtschaftlichen Betrieb des Komplexes wird aus den Erfahrungen des PPP-Projekts zudem als notwendig erachtet:
– Kapazitätserweiterung im Großen Haus auf rund 3400 Personen (Reihenbestuhlung), 6100 Personen (unbestuhlt), 1500 Personen (Bankett) sowie eine deutliche Erweiterung der Messeflächen, wobei auf variable Bespielmöglichkeiten zu achten ist;
– die Schaffung eines adäquaten Foyers, auch als Veranstaltungsfläche nutzbar;
– Schaffung zusätzlicher Tagungsräume;
– wirtschaftliche und funktionale Verknüpfung der Bereiche Festsaal, Großes Haus und Restaurantbereich; weiterhin Ermöglichung Parallelbetrieb;
– Multifunktionale Nutzungsmöglichkeiten; hierbei kein fester Sportboden im Großen Haus; Optimierung der gebäudetechnischen Voraussetzungen entsprechend den Marktanforderungen (unter anderem Dach- und Bodenstatik); sämtliche Veranstaltungstypen sollen weiterhin durchgeführt werden können, insbesondere auch Volksfestbetrieb;
– Schaffung untergeordneter Räume entsprechend der Nutzung und der Hallenkapazität (Garderobenräume, Büroräume Verwaltung und Technik, Veranstalterbüros, Cateringbereiche, Personalräume);
– keine Flächeneinschränkung des Volksfestplatzes (zusammenhängende Freifläche von rund 18 000 Quadratmetern) sowie
– Optimierung der Anliefer- beziehungsweise Zufahrtssituation.
In enger Abstimmung mit dem Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband und der Bayerischen Architektenkammer wurde ein Realisierungs-/Planungswettbewerb durchgeführt. Das Preisgericht zeichnete am 31. Juli 2008 den Entwurf des Architekturbüro Seemüller aus Bamberg mit Stiefler + Seiler aus Bayreuth mit dem ersten Preis aus und empfahl diesen der Stadt Hof zur weiteren Bearbeitung. Daraufhin beauftragte die Stadt das Arichtekturbüro Seemüller mit Stiefler + Seiler mit der Planung.
Der Bau begann am 19. Mai 2009 mit ersten vorbereitenden Maßnahmen; das Inventar der Freiheitshalle wurde zur Überarbeitung ausgelagert, Rückbau im Großen Haus, Geländearbeiten im Außenbereich, erste Fassadenteile wurden abgenommen. Die Planungsarbeiten des Architekten und der beteiligen Fachplaner liefen unter größten Anstrengungen nahezu parallel, um die straffen Zeitpläne einzuhalten.
Im Januar 2010 wurden die große Tribüne und die Kellerdecke im Großen Haus abgerissen; erste Außenwände fielen, mit Ausnahme eines Trägers blieben die Bestandsbinder erhalten. Die Fundamente für die Neu- und Anbauteile wurden im März 2010 gesetzt, die Dachkonstruktion wurde zur Ertüchtigung vorbereitet. Der Neubauteil an der Nailaer Straße nahm im Mai erste Formen an. Einen Monat später wurde ein 48 Tonnen schwerer Stahl-Träger von 60 Meter Länge in die Dachkonstruktion angehoben und dort montiert.

Markante Gebäudeform

Im Oktober 2010 war die neue Zuschauertribüne in Richtung Ernst-Reuter-Straße bereits deutlich zu erkennen. Die Stahlkonstruktion des Dachs war im Februar 2011 weitgehend ertüchtigt, so dass die neue, markante Gebäudeform deutlich zu erkennen gewesen ist. Die Trapezbleche auf dem Großen Haus sowie die letzten Dachträger über dem Konferenzbereich wurden montiert. Am 15. April 2011 fand das Richtfest statt.
Die Installation der Haustechnik erfolgte ab August 2011 auf Hochtouren; die Außenbereichsplanung wurde in ersten Schritten umgesetzt. Zudem wurde nach und nach die Gebäudehülle des Großen Hauses mit so genannten Sandwichpaneelen verschlossen. Zunächst an der Ernst-Reuter-Straße. Man erkannte nun deutlich die kristalline Form des Dachs.
Erste Beleuchtungstests an der Fassade ließen am 21. März 2012 das außergewöhnliche und spektakuläre Erscheinungsbild der Freiheitshalle erahnen. Im Juni/Juli 2012 fanden die ersten Veranstaltungen im Großen Haus statt. Am 29. September 2012 wurde die Freiheitshalle Hof feierlich eingeweiht.  (FHH)

(Blick auf die Zuschauertribüne; nächtliche Beleuchtung der Freiheitshalle - Fotos: Stadt Hof/Reinhard Feldrapp)

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