Bauen

136 Millionen Euro investierte Roche in den Penzberger Neubau. (Foto: Roche)

24.09.2010

Millioneninvestition in die Medizintechnik

Neubau des Diagnostics Operations Complex (DOC) von Roche in Penzberg

Roche eröffnete am 2. September 2010 in Penzberg einen neuen hochmodernen Gebäudekomplex für Diagnostika. Der so genannte Diagnostics Operations Complex (DOC) wurde mit einer Investitionssumme von 136 Millionen Euro realisiert und wird die globalen Produktions- und Entwicklungskapazitäten von Roche im Bereich der Diagnostik erheblich erweitern.
In Anwesenheit von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) wurden die Produktions- und Laborflächen mit 27 000 Quadratmeter Arbeitsfläche für 180 Mitarbeiter eingeweiht. Die Flächen sind in erster Linie für die biotechnologische Produktion von immundiagnostischen Tests vorgesehen. Dazu zählen bestimmte Krebsmarker insbesondere für Brustkrebs und Tests für die Herz-Kreislauf-Diagnostik als auch Infektionskrankheiten wie Hepatitis und HIV. Darüber hinaus werden im DOC auch Forschungsreagenzien für den stark wachsenden Life Science Markt produziert.


Neuartige Krebstests


„Die Bedeutung von In-vitro-Diagnostika im Gesundheitswesen wird weiter stark zunehmen, nicht nur im Bereich der Prävention, Frühdiagnose und Therapiekontrolle sondern auch im Rahmen der Personalisierten Medizin, die im Fokus unserer weltweiten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten steht“, betonte Severin Schwan, CEO von Roche. „Zielgerichtete Investitionen, die ein reibungslos funktionierendes Netzwerk von der Forschung und Entwicklung bis hin zur Produktion von Diagnostika unterstützen, sind daher für uns von zentraler Bedeutung. Das heute eingeweihte DOC-Gebäude steht für dieses Netzwerk und unser Engagement im Bereich der Personalisierten Medizin.“
In den vergangenen Jahren hat Roche als weltweiter Marktführer für In-vitro-Diagnostika die Produktpalette für immundiagnostische Tests fortlaufend ausgebaut. Allein 2009 gab es zwölf Markteinführungen auf globaler Ebene. Vor diesem Hintergrund trägt der DOC-Gebäudekomplex entscheidend dazu bei, die Marktversorgung mit Immundiagnostika sicherzustellen und die weltweit führende Position von Roche in diesem Segment auszubauen.
Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ein führendes, forschungsorientiertes Unternehmen ist spezialisiert auf die beiden Geschäfte Pharma und Diagnostics. Als weltweit größtes Biotech-Unternehmen entwickelt Roche klinisch differenzierte Medikamente für die Onkologie, Virologie, Entzündungs- und Stoffwechselkrankheiten sowie Erkrankungen des Zentralnervensystems. Roche, ein Pionier im Diabetesmanagement, ist auch der weltweit bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostik und gewebebasierten Krebstests. Medikamente und Diagnostika, welche die Gesundheit, die Lebensqualität und die Überlebenschancen von Patienten entscheidend verbessern sind das strategische Ziel der Personalisierten Medizin (Personalised Healthcare, PHC) von Roche.
2009 beschäftigte Roche weltweit über 80 000 Mitarbeiter und investierte fast zehn Milliarden Franken in die Forschung und Entwicklung. Der Konzern erzielte einen Umsatz von 49,1 Milliarden Franken. Genentech, USA, gehört vollständig zur Roche-Gruppe. Das Unternehmen beschäftigt in Deutschland über 13 500 Mitarbeiter, davon rund 4600 in Penzberg.


Individuelle Merkmale


Personalisierte Medizin beruht auf der Erkenntnis, dass verschiedene Patienten mit der gleichen klinischen Diagnose unterschiedlich auf ein und dieselbe Behandlung ansprechen können. Während ein bestimmtes Medikament bei einem Patienten hochwirksam sein kann, zeigt es möglicherweise bei einem anderen Patienten trotz der gleichen Diagnose nicht dasselbe gewünschte Ergebnis. Sowohl krankheitsbezogene als auch krankheitsunabhängige individuelle Merkmale beeinflussen die Art und Weise, in der Medikamente wirken. Alle Patienten, bei denen eine bestimmte Krankheit diagnostiziert wurde, über einen Kamm zu scheren, würde bedeuten, diese individuellen Unterschiede zu missachten.
Mit anderen Worten: die herkömmlich praktizierte Gesundheitspflege war nicht so wirksam, wie sie hätte sein können. Zu viele Patienten erhielten Behandlungen, die für ihre individuellen Gegebenheiten nicht vorteilhaft waren, und in einigen Fällen haben diese Therapien womöglich unerwünschte Wirkungen gezeitigt. Die Strategie von PHC hat zum Ziel, Medikamente und Diagnostika bereitzustellen, die eine konkrete Verbesserung der Gesundheit, Lebensqualität und Überlebensdauer von Patienten bewirken. Diese Methode setzt auf vertiefte Kenntnisse der molekularen Grundlage von Krankheiten und des Wirkmechanismus von Medikamenten sowie auf unser immer differenzierteres Verständnis individueller Unterschiede bei Patienten.
In den letzten Jahren hat sich Roche einem systematischen Vorgehen für die Erforschung und Entwicklung von Medikamenten verschrieben und hierzu diagnostisches und pharmazeutisches Know-how kombiniert, um den Weg für PHC zu bereiten. Durch die Bereitstellung neuer Behandlungsmöglichkeiten will Roche die Therapie bestmöglich an die Bedürfnisse des Patienten anpassen.
Personalisierte Medizin hat ein enormes Potenzial, der Gesundheitsversorgung anhand zielgerichteter Therapien, einer Steigerung der Lebensqualität und Optimierung der Kosteneffizienz einen echten medizinischen Nutzen zu bieten. Zwar werden sich die Möglichkeiten der personalisierten Medizin schrittweise erschließen, doch kann man jetzt schon anhand von Beispielen aufzeigen, wie man von einem universellen Ansatz hin zu zielgerichteteren Medikamenten und resultatabhängigen Therapien gelangt.
Durch Berücksichtigung der unterschiedlichen Merkmale einzelner Untergruppen von Patienten und der spezifischen Krankheiten (zum Beispiel genaue Einteilung einer Krebserkrankung), kann man zeigen, dass die personalisierte Medizin in vielen Fällen:
– das Verständnis der unterschiedlichen Ausprägung einer Krankheit verbessert und eine Aufteilung in Untergruppen von Patienten ermöglicht;
– die Effizienz und Wirksamkeit der Forschung und Entwicklung erhöht;
– hilft, nachteilige und/oder unnötige Behandlungen zu vermeiden und damit die Kosteneffizienz zu verbessern;
– die Entwicklung von sichereren und wirksameren Behandlungen fördert und damit das Risiko und die Kosten von Nebenwirkungen vermindert;
– die diagnostischen Tests liefert, die helfen, die Patientengruppen festzustellen, die am wahrscheinlichsten auf eine bestimmte Behandlung ansprechen und
– das Behandlungsresultat der Patienten sowie ihre Lebensqualität verbessert.
PHC ist für Patienten äußerst vielversprechend und die an sie gestellten Erwartungen sind hoch. Darüber hinaus ist sie kein neues Konzept – sie hat sich allmählich entwickelt und wird dies auch weiterhin tun (Beispiel: das Messen des Blutzuckerspiegels zur Ermittlung der richtigen Insulindosis). Die Durchführung der notwendigen Forschungsmaßnahmen ist ein komplexes Unterfangen, das zu Recht Zeit beansprucht.
Das Know-how auf den Gebieten der Molekularbiologie und klinischen Forschung – verbunden mit der firmeninternen Kompetenz in den Bereichen Diagnostics und Pharma – werden es Roche erlauben, die personalisierte Medizin weiter voranzutreiben, die ein Schlüsselelement in der Kernstrategie des Unternehmens, von der Patienten, die bessere oder neue Medikamente benötigen, profitieren. (BSZ)

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