Bauen

Bei Büromieten liegt München mit 30,50 Euro pro Quadratmeter weiterhin vorn. (Foto: Bilderbox)

10.10.2014

München liegt bei Büromieten weiter vorn

Hohe Nachfrage nach Gewerbeflächen in Städten über 300 000 Einwohner

Die gute wirtschaftliche Gesamtentwicklung der Bundesrepublik wirkt sich weiter positiv auf den Büroimmobilienmarkt aus. Die Mieten auf dem Büromarkt sind dabei in allen Lagen leicht angestiegen, sind jedoch mit einem durchschnittlichen Wachstum von unter einem Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum gewachsen. Zu diesem Ergebnis kommt der IVD-Gewerbe-Preisspiegel 2014/2015, der auf der IVD-Preisdatensammlung basiert und in rund 350 Städten und Gemeinden unter anderem die Preise für Baugrundstücke in Gewerbegebieten ausgewertet hat.
Mit einem Wachstum von 3,73 Prozent verzeichnen insbesondere Großstädte mit mehr als 300 000 Einwohnern bei Büroflächen in einfacher Lage und Ausstattung eine hohe Nachfrage. „Hierbei handelt es sich um den typischen Nachholeffekt, den wir bereits bei Büroflächen mit gutem Nutzungswert beobachtet haben“, erklärt Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des IVD. „Nach einem langen Zeitraum mit stabilen Mieten ziehen die Preise nun an und sind bei den einfachen Lagen und der einfachen Ausstattung angekommen.“

Frankfurt weist den höchsten Leerstand aus


In Städten zwischen 200 000 und 300 000 Einwohnern stiegen insbesondere die Mieten von Büroflächen mit gutem Nutzungswert mit 5,01 Prozent stark an. In den kleinen Städten unter 30 000 Einwohnern waren die Büroflächenmieten dagegen in allen Segmenten rückläufig und gingen teilweise um 0,45 Prozent (einfacher Nutzungswert) zurück.
Mit einer Schwerpunktmiete, das ist die Miete, die am häufigsten gezahlt wird, von 30,50 Euro pro Quadratmeter liegt München bei den Büromieten mit gutem Nutzungswert auf dem ersten Platz. Düsseldorf und Frankfurt folgen auf Platz zwei und drei mit 21,50 Euro beziehungsweise 18,50 Euro pro Quadratmeter. Das Schlusslicht der 20 größten Städte Deutschlands bildet Wuppertal mit einer Nettokaltmiete von 6,50 Euro pro Quadratmeter. Berlin liegt mit einer Schwerpunktmiete von 13,80 Euro pro Quadratmeter knapp über dem allgemeinen Durchschnitt von 13,10 Euro pro Quadratmeter.
Auch in den B-Städten (200 000 bis 300 000 Einwohner) zogen die Büromieten zuletzt nach, wenngleich die Steigerung an einem im Vergleich mit den A-Standorten niedrigeren Niveau ansetzt. Bei Büroflächen mit gutem Nutzungswert stiegen die Mieten in B-Städten von 8,55 Euro auf 8,93 Euro pro Quadratmeter. Bei Flächen mit mittlerem Nutzungswert legten die Mieten von 6,57 Euro auf 6,67 Euro pro Quadratmeter zu. Bei Flächen einfachen Nutzungswerts gab es wie im Jahr zuvor keine Veränderung. „Insgesamt sind auch in den B-Städten Nachholeffekte zu beobachten“, sagt Schick. „Wer Flächen an B-Standorten mietet, wählt meist A-Lagen, da sich viele Unternehmen dort Flächen leisten können.“

Studentenstädte profitieren

„Die Dynamik der Büroimmobilienmärkte nimmt ab, je kleiner die Stadt ist“, betont Schick. „Insbesondere in Kleinstädten mit weniger als 30 000 Einwohnern sinken und stagnieren die Büroflächenmieten, was auch auf den demographischen Wandel zurückzuführen ist, denn neben der Bevölkerung geht diesen Städten meist auch die Wirtschaftskraft abhanden.“
Umgekehrt profitierten mittelgroße Städte und Großstädte, darunter insbesondere Studentenstädte, von der Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte. In Städten wie Regensburg, Erlangen und Heidelberg, aber auch in Potsdam und Darmstadt lag der Bevölkerungszuwachs 2013/2012 zwischen 1,8 Prozent und zwei Prozent. Zum Vergleich: In Berlin wuchs die Bevölkerung um 1,5 Prozent, in München um 1,7 Prozent. Ein solches Wachstum schlägt sich entsprechend auch in der wirtschaftlichen Entwicklung und damit auch in jener der Büromärkte nieder.
In Frankfurt wurde mit 12,2 Prozent im zweiten Quartal 2014 der höchste Leerstand der deutschen A-Städte verzeichnet. Dies ist ein Rückgang von 1,1 Prozent im Vorjahresvergleich, was beispielhaft ist, denn tendenziell sinkt in allen Städten und Lagen der Leerstand. „Insbesondere in Frankfurt zeigt dieser Rückgang den derzeitigen Trend, die Zahl der spekulativen Neubauten gering zu halten und leerstehende Büros in Wohnraum umzuwandeln“, erklärt Schick. „Wir erleben hierdurch eine Gesundung des Markts, wenngleich sich der Leerstand aufgrund des teils strukturellen Lehrstands nicht ganz vermeiden lässt.
Schick kommt daher zu folgendem Fazit:
1. Der Büromarkt ist stabil trotz Krise.
2. Nachholeffekte prägen das Marktgeschehen und
3. kleine Städte verzeichnen überraschend stabile Mieten.
(Friedrich H. Hettler)

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

Die Frage der Woche

Frage der Woche KW 41 (2017)

Sollen Ein- und Zwei-Cent-Münzen abgeschafft werden?

Umfrage Bild
 

Lesen Sie dazu in der Bayerischen ­Staatszeitung vom 13. Oktober 2017 auch die Standpunkte unserer Diskutanten:

Thomas Mütze, finanzpolitischer Sprecher der Landtags-Grünen

(JA)

Ulrich Binnebößel, Zahlungsexperte beim Handelsverband Deutschland (HDE)

(NEIN)

arrow
Facebook
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

Shopping
Anzeigen Mediadaten
eaper
E-Paper
ePaper
zum ePaper
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.