Bauen

Kingerecht saniert: die Lucas-Cranach-Schule - Foto: Büro Lauer & Lebok)

03.08.2012

Neue Farbigkeit

Generalsanierung der Lucas-Cranach-Schule in Kronach

Die Lucas-Cranach-Schule wurde 1953 eingeweiht. Auf den drei Geschossen befanden sich bis vor Sanierungsbeginn 16 Klassenräume, Fachräume für Werken, Musik, Mittagsbetreuung und sonstige Räumlichkeiten für Verwaltung, Lehrerzimmer sowie eine Hausmeisterwohnung. Im Zuge der Sanierung wurde die Klassenzimmeranzahl auf 20 erhöht. Es wurden Ganztagesklassen und deren Infrastruktur eingerichtet (Aufwärmküche mit Essensausgabe, Betreuungsräume, Spielzimmer). Die Hausmeisterwohnung wurde ausgelagert.
Bei der gesamten Baumaßnahme wurde besonders auf eine kindgerechte Ausführung geachtet. Gemäß dem Motto „Schule als Lebensraum“ hatte bei allen Planungsüberlegungen der Wohlfühlaspekt für die späteren Nutzer – Schüler und Lehrer – einen wichtigen Stellenwert. So hielten neben der notwendigen Funktionalität aller Bauteile auch die Aspekte einer angenehmen, fast Wohnatmosphäre vermittelnden Materialwahl und einer lebensbejahenden Farbigkeit und Formgebung Einzug in das bisher eher etwas eintönig wirkende Gebäude.
Die Gestaltung der Klassenzimmer trägt dem Übertritt vom Kindergarten in die Schule durch die Verwendung des behaglichen „warmen“ Baustoffs Holz am Boden und an der Decke sowie bei den Fenstern Rechnung. Die Farbgebung der Klassenzimmer in den Farben Rot, Gelb, Blau und Grün dokumentiert die Klassenzimmer, hat Identifikationsfunktion und ermöglicht so schon den Erstklässlern ein problemloses Auffinden ihrer Klassenräume. Unterstützt wird dieser Grundgedanke durch die Wiederholung der jeweiligen Klassenzimmerfarbe bei der Gestaltung der im Flur befindlichen Garderoben und der aus Sicherheitsgründen notwendigen neuen Portale zu den einzelnen Klassenzimmern. Außerdem wird jede „Klassenfarbe“ nach Außen durch entsprechend farbige Fenstergewände dokumentiert.
Als weiteres kindgerechtes Gestaltungselement wurden in den Treppenhäusern sowie auf den Glastüren und den Türschildern die dem Briefkopf der Lucas-Cranach-Schule entlehnten, im Comicstil präsentierten „Lucas-Cranach-Schlangen“ eingesetzt. Die neue Farbigkeit der Lucas-Cranach-Schule wird außerdem durch den Einsatz eines Farblichtsegels mit Farbwechsellicht im Treppenhaus des Haupteingangs betont.

Tageslichtabhängiges Beleuchtungssystem


Die in den Klassenzimmern eingesetzte Beleuchtung gibt den Lehrkräften die Möglichkeit, durch verschiedene Lichtgebungen dem Schulalltag unterschiedliche Stimmungen zu verleihen. Hierzu wurden die Klassenzimmer mit einem innovativen, dynamischen und tageslichtabhängigen Beleuchtungssystem ausgestattet, bei dem sowohl die Beleuchtungsstärke als auch die Farbtemperatur („warmes“ beruhigendes oder „kühles“ aktivierendes Licht) angepasst werden kann. Durch die dynamische Beleuchtung des Klassenraums werden positive Einflüsse auf das Lern- und Unterrichtsverhalten von Schülern erzielt.
Die Ausführung der Arbeiten im Innenraum erfolgte geschossweise vom Ober- über das Erd- ins Untergeschoss und wurde bei laufendem Schulbetrieb durchgeführt. Dadurch konnten aufwändige und kostenträchtige Interimslösungen (zum Beispiel Schulcontainer) vermieden werden. Besonders lärm- oder staubintensive Arbeiten wurden in die unterrichtsfreien beziehungsweise Ferienzeiten gelegt.
Die Baumaßnahmen wurden weitestgehend beschränkt ausgeschrieben. Die überwiegende Zahl der beauftragten Firmen hat ihren Sitz in Kronach oder der näheren Umgebung. Die gesamten Maßnahmen wurden bis Ende Oktober 2011 abgeschlossen. Mit der Planung betraut war das Lichtenfelser Architekturbüro Lauer + Lebok. Vertreter des Bauherrn, der Stadt Kronach, war das Stadtbauamt. Die Gesamtkosten für die Generalsanierung beliefen sich auf gut 6,1 Millionen Euro. Inzwischen wird die Lucas-Cranach-Schule zu fast 100 Prozent mit regenerativer Energie betrieben beziehungsweise versorgt.  (Daniel Gerber)

(Blick in eine Fachklasse und die "Lucas-Cranach-Schlangen" im Treppenhaus - Fotos: Büro Lauer & Lebok)

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

Die Frage der Woche

Frage der Woche KW 49 (2017)

Paragraf 219a: Soll das Werbeverbot für Abtreibungen abgeschafft werden?

Umfrage Bild
 

Lesen Sie dazu in der Bayerischen ­Staatszeitung vom 8. Dezember 2017 auch die Standpunkte unserer Diskutanten:

Simone Strohmayr, Vize-Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag

(JA)

Winfried Bausback (CSU), bayerischer Justizminister

(NEIN)

arrow
Facebook
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

eaper
E-Paper
ePaper
zum ePaper
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.