Bauen

Das Gebäude der heutigen Regierung von Oberbayern mit der Maximilianstraße und dem Maximilianeum im Hintergrund. (Foto: Bildarchiv Foto Marburg)

28.03.2013

Neuer national-bayerischer Stil

Ausstellung zum 200. Geburtstag des Architekten Friedrich Bürklein

Vor 200 Jahren, am 30. März 1813, wurde Friedrich Bürklein geboren. München verdankt diesem heute nahezu vergessenen Architekten die Maximilianstraße, die Nobelmeile der Stadt. Auch das Maximilianeum und das Gebäude der Regierung von Oberbayern stammen von Bürklein, der selbst ab 1850 im Kreisbaubüro der Regierung von Oberbayern tätig war. „Die Regierung von Oberbayern nimmt daher den 200. Geburtstag Bürkleins gerne zum Anlass, eine Ausstellung über die Maximilianstraße und ihren Baumeister zu zeigen“, betont Regierungspräsident Christoph Hillenbrand.
Die Ausstellung stellt die Entstehung und die geschichtliche Entwicklung der Maximilianstraße als Münchner Nobelboulevard dar. Der bayerische Monarch, König Maximilian II., hatte die Straße Mitte des 19. Jahrhunderts als dritte Königsachse nach der Brienner Straße und der Ludwigstraße anlegen lassen. Dafür ließ er seinen Baumeister Friedrich Bürklein einen neuen national-bayerischen Stil entwickeln, der als so genannter Maximilianstil in die Architekturgeschichte eingehen sollte. Er verleiht der Straße bis heute ihre unverwechselbare Identität und formale Geschlossenheit.
Die Ausstellung wirft auch Schlaglichter auf die verschiedenen „Anwohner“ der Maximilianstraße, von der Geschäftswelt über die Kammerspiele bis hin zum Maximilianeum. Die Regierung von Oberbayern bezog bereits 1864 ihr Gebäude am „Forum“ und hat seither dort ihren Sitz. Das Regierungsgebäude gilt als eines der Hauptwerke Bürkleins und Paradebeispiel des Maximilianstils.
 Darüber hinaus gibt die Ausstellung einen Einblick in das sonstige Werk Bürkleins, zu dem unter anderem der alte Münchner Hauptbahnhof oder die ehemalige Frauengebäranstalt in der Sonnenstraße (das spätere Postscheckamt) gehören.
Der aus Burk bei Dinkelsbühl stammende Bürklein studierte bei Friedrich Gärtner an der Akademie der Bildenden Künste in München und wirkte danach zunächst in Gärtners Büro am Bau der Ludwigstraße mit. Daneben machte sich Bürklein als Architekt von Wohnhäusern in München rasch einen Namen. Nach seinem Eintritt 1843 in den Staatsdienst führte er eine Reihe von Bahnhöfen in Nordbayern aus. 1847, noch während der Regentschaft Ludwigs I., begann er mit den Planungen zum „Centralbahnhof“ in München, der europaweit für Aufsehen sorgte.
Nach der Thronbesteigung Maximilians II. avancierte Bürklein rasch zum bevorzugten Architekten des Königs und stieg 1852 zum königlichen Baurat auf. Der Bau der Maximilianstraße, der ihn von 1850 an beschäftigte, sollte sein Hauptwerk und auch sein Schicksal werden. In einem atemberaubenden Tempo plante und realisierte er die meisten Gebäude selbst. 1864, im Todesjahr Maximilians II., war die Straße abgesehen vom Maximilianeum bereits weitgehend fertiggestellt – eine gewaltige Leistung eines Einzelkämpfers. Daneben war Bürklein als Professor an der Polytechnischen Schule in München tätig und plante weiterhin Bahnhofsbauten.
Durch die heftige Kritik an seiner Architektur und den Tod seines Sohnes seelisch gebrochen starb Bürklein 1872 geistig verwirrt in der Heilanstalt Werneck in Unterfranken. Sein Grab befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München. (BSZ)


Die Ausstellung ist im Dienstgebäude der Regierung von Oberbayern, Maximilianstraße 39, vom 25. März bis 5. April von 7 bis 19 Uhr kostenlos zu besuchen (geschlossen an den Osterfeiertagen, 29. März bis 1. April).

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