Bauen

Das sanierte Schulgebäude. (Foto: Herbert Stolz)

04.02.2011

Neues Lehrerzimmer, neuer Technikraum

Sanierung des Staatlichen Gymnasiums Pfarrkirchen

Die Geschichte des staatlichen Gymnasiums Pfarrkirchen lässt sich bis in das späte 19. Jahrhundert zu der ehemals Königlichen Landwirtschaftsschule Pfarrkirchen zurückverfolgen. Die Bausubstanz des im Jahr 1906 errichteten Schulgebäudes wurde in den späten 1960er Jahren grundlegend umgebaut, modernisiert und um Internats- und Wirtschaftsgebäude für die Unterbringung von Heimschülern erweitert. Zuletzt in den Jahren 2003/2004 erhielt das Gymnasium einen Erweiterungsbau mit Pausenhalle, Klassen- und Musikräumen. Im Gymnasium Pfarrkirchen werden derzeit rund 1140 Schüler unterrichtet.
Seit 2008 hat das Staatliche Bauamt Passau begonnen, die Schul-, Sport-, Wirtschafts- und Internatsgebäude in Abschnitten instand zu setzen. In einem ersten Bauabschnitt wurde mit einem Investitionsvolumen von rund 7,3 Millionen Euro das Schulgebäude saniert, das nach zweijähriger Bauzeit zum Schuljahresbeginn 2010 übergeben werden konnte. Bei laufendem Schulbetrieb musste das Gebäude auf 5540 Quadratmetern Nutzfläche brandschutztechnisch ertüchtigt und die Elektro- und Sanitärinstallation komplett erneuert werden.
Die Schule hat die unvermeidbaren Beeinträchtigungen durch die Baustelle geduldig ertragen und durch viel Organisations- und zuweilen Improvisationsgeschick die Voraussetzungen geschaffen, dass die geplanten Bauabschnitte im Innenausbau schneller umgesetzt werden konnten als ursprünglich geplant. So war es möglich, die Sanierung des Schulgebäudes ein ganzes Jahr früher abzuschließen.
Die Klassenzimmer erhielten neue Decken mit integrierter Installation für Medientechnik, neue Sonnenschutzanlagen sowie an der mit hohem Verkehrslärm belasteten Arnstorfer Straße Schallschutzfenster. Hier sorgen eine natürliche „Nachtlüftung“ durch Nachströmöffnungen in den Fensteroberlichtern in Kombination mit der elektrisch gesteuerten Sonnenschutzanlage im Sommer dafür, dass in den Nachtstunden kühlere Luft in die Klassenzimmer nachströmen kann und damit für angenehme Temperaturen am Morgen.
Die Baumaßnahmen boten aber auch die Chance, die Raumzuordnung in dem Schulgebäude den aktuellen funktionalen Anforderungen des Gymnasiums entsprechend neu zu ordnen. Der Hauptzugang wurde aus Gründen der Verkehrssicherheit für die Schüler in den Schulhof verlegt und die ohnehin knappe Pausenhallenfläche hier mit einem zweigeschossigen Halbrundbau aus Holz und Glas erweitert. Ein größeres Lehrerzimmer und ein Raum für das Fach Natur- und Technik konnten neu geschaffen, die Fachräume Physik räumlich gebündelt und die Biologie- und Chemieräume saniert werden.

Außenwände wurden energetisch verbessert


Im Rahmen des Sonderprogramms „Energetische Sanierung Staatlicher Gebäude“ ermöglichte es die Oberste Baubehörde (OBB) darüber hinaus, die Außenwände mit einem Wärmedämmverbund-system energetisch zu verbessern, die alten Fensterscheiben durch Wärmeschutzverglasung zu ersetzen und das Dach neu zu dämmen. Mit diesen Maßnahmen werden als Beitrag zum Klimaschutz gegenüber dem Vorzustand rund 418 000 kWh pro Jahr eingespart, das entspricht etwa 99 Tonnen CO2-Einsparung im Jahr.
Die Architektenleistungen für die Sanierung des Gymnasiums Pfarrkirchen hat das Staatliche Bauamt Passau erbracht. Die Bauleitung, die Fachplanungen für Betriebstechnik, Bauphysik und die Tragwerksplanung waren an freiberuflich tätige Ingenieurbüros vergeben. Bei der Farbgestaltung des Gebäudes war der Künstler Manfred Mayerle, München, beratend tätig.
Mit der Sanierung des Schulgebäudes ist das Bauprogramm für das Gymnasium Pfarrkirchen aber nicht abgeschlossen, denn dringender Sanierungsbedarf besteht auch beim Pausenhof und den Außenanlagen. In künftigen Bauabschnitten werden darüber hinaus weitere Neu- beziehungsweise Erweiterungsbauten nötig sein, um die aktuell vorhandenen Flächendefizite im Bereich der Sport- und Unterrichtsräume beseitigen zu können. (Norbert Sterl)

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