Bauen

17.08.2012

OBB-Kolumne Ausbau des Straßennetzes: „Es besteht dringender Handlungsbedarf“

Josef Poxleitner, Leiter der Obersten Baubehörde, über Brückenerhaltung und -ertüchtigung.

Wie eng die Entwicklung unserer Wirtschaft und das Güterverkehrsaufkommen zusammenhängen, hat der durch die Finanzkrise hervorgerufene wirtschaftliche Einbruch im Jahr 2009 klar veranschaulicht. Nach einer deutlichen Abwärtsbewegung zeigt die Kurve für die Zunahme des Güterverkehrs nun im Gleichklang mit der guten Konjunktur wieder nach oben. Die Tatsache, dass über zwei Drittel der Güterverkehrsleistung auf unseren Straßen abgewickelt wird, macht deutlich, welche große Bedeutung ein leistungsfähiges Straßennetz für die weitere positive wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes hat.
Aufgabe der Straßenbauverwaltungen ist es, dafür zu sorgen, dass unser Straßennetz auch vor dem Hintergrund des prognostizierten, weiter stark anwachsenden Güterverkehrsaufkommens zukunftsfähig ist. Neben den dazu notwendigen Kapazitätserweiterungen und Netzergänzungen muss die Erhaltung und Ertüchtigung der Substanz im Vordergrund stehen. Eine Schlüsselrolle kommt hier der Brückenerhaltung zu.
Die Bayerische Straßenbauverwaltung ist für rund 14 000 Brückenbauwerke zuständig. Ein Großteil dieser Brücken wurde in den Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs in den 1960er, 1970er und 1980er Jahren gebaut. Zum einen stehen nach dieser Zeit zwangsläufig die ersten größeren Grundinstandsetzungsmaßnahmen an. Zum anderen entsprechen viele dieser älteren Bauwerke auch hinsichtlich der Tragfähigkeit nicht mehr den heutigen Anforderungen. Für die Planer dieser Bauwerke war die drastische Zunahme des Schwerverkehrs nicht vorauszusehen. Verschärft wird das Problem durch die überproportionale Zunahme der Großraum- und Schwertransporte.
Deshalb müssen wir uns neben der notwendigen laufenden Brückenunterhaltung auch intensiv mit der Ertüchtigung beziehungsweise der Erneuerung unseres Brückenbestands beschäftigen.
Grundlage für alle Strategien zur Brückenerhaltung und -ertüchtigung ist die regelmäßige Überwachung und Prüfung der Bauwerke nach DIN 1076 durch fachkundige Ingenieure. Jeder Hausbesitzer weiß, dass nur das rechtzeitige Erkennen und Beheben von Schäden die Funktionsfähigkeit und den Bestand eines Bauwerks garantieren. Hat eine Brücke neben den altersbedingten Schäden auch konstruktive und statische Defizite, ist dann neben der Sanierung auch die Möglichkeit der Ertüchtigung nach DIN zu untersuchen. Ist die Ertüchtigung technisch nicht möglich oder zusammen mit der notwendigen Sanierungsmaßnahme nicht wirtschaftlich, muss ein Brückenneubau geprüft werden. Dabei sind immer auch die Belange des Verkehrs, des Naturschutzes und der sonstigen Betroffenen zu beachten. Zur Vorbereitung solcher Projekte sind oft mehrere Jahre erforderlich, insbesondere wenn ein Planfeststellungsverfahren zur Erlangung des Baurechts notwendig wird.
Aufgrund des weiterhin stark zunehmenden Schwerverkehrs besteht dringender Handlungsbedarf. Dass künftig wesentlich mehr Mittel für die Brückenerhaltung und Brückenerneuerung bereitgestellt werden sollen, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Zusammen mit dem Bundesverkehrsministerium entwickelt die bayerische Straßenbauverwaltung derzeit Konzepte zur Ertüchtigung und Erneuerung des bayerischen Brückenbestandes. Priorität hat dabei die Schaffung von für den Schwerverkehr uneingeschränkt benutzbaren Korridoren im Zuge von hoch belasteten Autobahnen. Die Umsetzung der im Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen enthaltenen sechs- beziehungsweise achtstreifigen Ausbaumaßnahmen und die damit einhergehende komplette Erneuerung des Brückenbestands in diesen Abschnitten ist hier ein wichtiger Baustein.

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