Bauen

Die neue Bioerdgasanlage Gollhofen. (Foto: N-ergie AG)

29.06.2012

Öko-Energie für 3500 Haushalte

Bioerdgasanlage Gollhofen nimmt Betrieb auf

Bereits 14 Monate nach dem ersten Spatenstich nahm die Gollipp Bioerdgas GmbH & Co. KG im September 2011 die neue Bioerdgasanlage Gollhofen in Probebetrieb. Im August 2010 hatten die Bauarbeiten auf dem vier Hektar großen Areal im Industriegebiet Gollhofen-Ippesheim im westlichen Mittelfranken begonnen. Ende Mai 2011 begann die Befüllung des ersten der fünf neuen, asphaltierten Fahrsilos mit Gras, Luzerne und Grünroggen.
Die Hauptkomponenten der Biogaseinspeiseanlage sowie der Biogasanlage mit ihren vier Fermentern und den vier Nachgärern wurden im September 2011 fertiggestellt. Insgesamt wurden bis dahin über 7000 Kubikmeter Beton und 700 Tonnen Stahl verbaut.
Mit der Befüllung und Aufheizung des Fermenters mit Impfschlamm im August 2011 wurde die so genannte Kaltinbetriebnahme eingeleitet. Seit dem 20. September letzten Jahres werden die Substrate „dazugefüttert“ und wird Biogas erzeugt. Noch im Oktober 2011 wurde erstmals Biogas auf Bioerdgasqualität gereinigt und über die Biogaseinspeiseanlage in das Erdgasnetz eingespeist. Nach abschließenden Bauarbeiten war der Betrieb der Anlage unter Volllast für Februar 2012 geplant.
Die Anlage mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 14 Millionen Euro und einer Gesamtgasleistung von 7,5 Megawatt soll jährlich 60 000 Megawattstunden Bioerdgas erzeugen. Dies entspricht der Erdgasmenge, die etwa 3500 Dreipersonenhaushalte pro Jahr verbrauchen.
Das Bioerdgas soll primär in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen eingesetzt werden. Dabei nutzt ein Blockheizkraftwerk (BHKW) das Bioerdgas als Energieträger und setzt es in Strom und Wärme um. Das Blockheizkraftwerk kommt dort zum Einsatz, wo die Wärme genutzt wird; der erzeugte Strom wird in das Stromnetz eingespeist.
Rund 100 Landwirte aus Gollhofen und dem Umkreis beliefern die Bioerdgasanlage mit jährlich 50 000 Tonnen Substrat. Das Substrat stammt zu 70 Prozent aus dem Maisanbau, die restlichen 30 Prozent bestehen aus Luzerne, Gras, Grünroggen und auch vereinzelt aus Wildpflanzen. Der Pflanzenanbau für die Substratlieferung erfolgt nach einem nachhaltigen und für die Landwirte vorteilhaften Anbau- und Fruchtfolgekonzept.

Langfristige
Lieferverträge


Die Gollipp Bioerdgas GmbH & Co. KG als Betreiber der Anlage schloss mit den Landwirten langfristige Lieferverträge, die den Partnern aus der Landwirtschaft zusätzliche und sichere Einnahmen gewährleisten. Zusätzlich nutzen die Landwirte das bei der Vergärung anfallende Nebenprodukt. Denn bei der Vergärung in der Biogasanlage fällt hochwertiger Dünger an, der sogar die Anforderungen an Biolandwirte erfüllt. Diese jährlich rund 36 000 Tonnen hochwertigen flüssigen und festen Düngers werden von den Vertragslandwirten auf den Anbauflächen ausgebracht, um den Rohstoffkreislauf zu schließen.
Da im Landkreis Neustadt an der Aisch – Bad Windsheim, in dem Gollhofen liegt, rund drei Viertel der landwirtschaftlich genutzten Flächen mit Wintergerste, Grünland und Winterweizen bebaut werden und Silomais auch unter Einbeziehung der Bioerdgasanlage lediglich 20 Prozent einnimmt, wird die Flächennutzung dort auch künftig ausgewogen sein.
Die Umsetzung des Projekts Bioerdgasanlage Gollhofen erfolgte in einer Kooperation von Eon Bayern Wärme GmbH und N-ergie AG. Beide Partner sind zu 50 Prozent an der im September 2009 gegründeten Gollipp Bioerdgas GmbH & Co. KG als Bauherr und Betreiber der Anlage beteiligt und nutzen jeweils die Hälfte des erzeugten Bioerdgases.
Schmack Biogas übernahm als Generalunternehmer den Bau der Anlage sowie die Betriebsführung und das Rohstoffmanagement für Gollipp Bioerdgas. „Die Bioerdgasanlage von Gollhofen ist für die N-ergie ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum grünen Dienstleister. „Die Bioerdgasanlage Gollhofen ist ein schönes Beispiel für nachhaltige Energieerzeugung, von der die gesamte Region profitieren wird“, erklärte Josef Hasler, Vorsitzender des Vorstands der N-ergie Aktiengesellschaft. Zur Wertschöpfung in der Region tragen auch bis zu vier zusätzliche und dauerhafte Arbeitsplätze in der Bioerdgasanlage Gollhofen bei.
„Wir werden als Eon Bayern die Energiewende aktiv und konstruktiv begleiten“, unterstrich Werner Dehmel, Geschäftsführer der Eon Bayern Wärme GmbH, die Rolle des Energieunternehmens. „Ein Schwerpunkt der Energieversorgung der Zukunft sind regionale, effiziente und regenerative Energiesysteme. Und damit sind wir mitten bei dieser Bioerdgasanlage in Gollhofen.“ Das gemeinsame Projekt der Eon Bayern Wärme mit der N-ergie und den Partnern aus der Landwirtschaft sei ein gutes Zeichen für die Region. (BSZ)

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

Die Frage der Woche

Frage der Woche KW 33 (2017)

Soll die elektronische Gesundheitskarte abgeschafft werden?

Umfrage Bild
 

Lesen Sie dazu in der Bayerischen ­Staatszeitung vom 18. August 2017 auch die Standpunkte unserer Diskutanten:


Wieland Dietrich,
Vorsitzender der Freien Ärzteschaft e.V.

(JA)


Melanie Huml (CSU), bayerische Gesundheitsministerin

(NEIN)

arrow
Facebook
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

Shopping
Anzeigen Mediadaten
eaper
E-Paper
ePaper
zum ePaper
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.