Bauen

Die renovierte Sandsteinfassade des Schlosses. (Foto: Schweinfurth)

02.03.2012

Öko Royal

Energetische Sanierung von Schloss Burgfarrnbach

Das Hauptgebäude des Schlosses Burgfarrnbach wird als Stätte der Bildung und Begegnung genutzt. Es beherbergt einen zentralen Festsaal für Empfänge und Tagungen, angegliedert ist ein Veranstaltungsbereich. Weiter befinden sich in dem Gebäude eine Bibliothek mit Lesesaal sowie Ausstellungsflächen. Das Stadtarchiv und eine Werksdienstwohnung sind ebenfalls in dem Gebäude untergebracht. Im 2. Obergeschoss sind Räume für ein generationsübergreifendes kulturpädagogisches Angebot vorhanden.
Das Schlossgebäude wurde zusammen mit verschiedenen Nebengebäuden in den Jahren 1830 bis 1834 durch die Grafen von Pückler-Limburg erbaut und ist eine der stattlichsten klassizistischen Schlossanlagen überhaupt. Das Schloss wurde als langgestreckter, dreigeschossiger Monumentalbau mit kurzen Seitenflügeln in Sandstein errichtet. Das Schloss ist denkmalgeschützt.
Mittelfristig ist eine Sanierung des gesamten Schlossareales mit einer Umstrukturierung im Schlossgebäude geplant. Das kulturelle Angebot soll noch erweitert werden. Der Veranstaltungsbereich um den repräsentativen Festsaal im 1. Obergeschoss wird erweitert und die Nebenräume entsprechend den Nutzungsanforderungen angepasst. Im 2. Obergeschoss werden zusätzliche Räume für eine Erweiterung des generationsübergreifenden kulturpädagogischen Angebots eingerichtet.
Zunächst war jedoch eine energetische Sanierung der Gebäudehülle des Schlosses im Rahmen des Konjunkturpakets II mit einer dringend erforderlichen Instandsetzung des Dachtragwerks (unter anderem Pilzbefall) nötig. Mit der Planung beauftragt war Keim Architekten aus Fürth. Ausgeführt wurden Dämmmaßnahmen an der obersten Geschossdecke zum nicht ausgebauten Dachgeschoss, an den Dachflächen und den Kellerdecken sowie der Austausch der Fensterkonstruktionen und der Einbau einer Pellet-Heizung. Sämtliche Maßnahmen wurden von „außen“, bei laufendem Betrieb durchgeführt. Daher können zunächst keine Arbeiten von innen an den sandsteinsichtigen Außenwänden erfolgen. Hier soll im Zuge der mittelfristigen Sanierungsmaßnahmen noch eine Innendämmung in Form eines Dämmputzes aufgebracht werden.


Dämmdicke erhöht

Die Ausführung der Dämmung als Einblasdämmung hat sich als sinnvoll herausgestellt (Vermeidung von Hohlräumen) als die zunächst vorgesehene Dämmung mit Mineralfaser. Um den niederigeren Wärmewert zu kompensieren, wurde die Dämmdicke erhöht und zusätzlich oberhalb der Mauerwerkskrone das Dreieck zwischen Sparren, Aufschiebling und Mauerlatte voll ausgedämmt. Gerade dieser Dachrand mit dem Sandsteingesims ist ein Bauteil, der eine Wärmebrücke darstellen kann, wenn er dämmtechnisch nicht behandelt wird. Mit der Maßnahme kann die Wärmeabstrahlung im Randbereich verbessert, überdies die gegen Feuchtigkeit sensible Einblasdämmung vom Dachrand getrennt werden. Die ausgeführte Detaillierung in „Dämmschichtsäcken“ ermöglicht die spätere Kontrolle des schadensanfälligen Dachrandbereichs und damit den künftigen Bauunterhalt.
Die Sandsteinkonstruktionen im Kellerbereich sind, da ohne heute übliche Feuchtigkeitssperren ausgeführt, dauerhaft der Feuchte ausgesetzt. Zudem ist in dem Kellerraum aufgrund der historischen Baukonstruktion dauerhaft mit einem viel höheren Feuchtigkeitsanfall zu rechnen als bei einem modernen Kellerraum. Es galt daher, einen feuchteunempfindlichen Putz zu finden, der überdies auch gut Wasser aus der Konstruktion abgeben kann. Nur so kann dauerhaft die Wirkungsweise eines Dämmputzes gewährleitst werden.
Aufgrund der hohen gestalterischen Anforderungen des Einzeldenkmals wurde zunächst ein Musterfenster nach dem Vorbild einer erhaltenen Fensterkonstruktion ausgeführt, das sowohl den Anforderungen der Denkmalpflege wie auch der Sachversicherer gerecht werden musste. Der Einbau der Fenster erfolgte im laufenden Betrieb.
Die bestehende Dachkonstruktion wurde instandgesetzt und in einigen Bereichen verstärkt. Hierbei wurde unterschieden in Maßnahmen an den Zerrbalken, die aufgrund der energetischen Sanierung erforderlich wurden und den Arbeiten an den Sparren und Kehlbalken sowie Stuhlkonstruktionen des Kaltdachs. Im Verlauf der Maßnahme wurde ein Schaden an den Deckenbalken durch Hausschwamm entdeckt, der beseitigt werden musste. Die Deckenbalken wurden in diesem Bereich erneuert, die Mauerkrone und die umgebenden Hölzer durch Borsalz geschützt.

Mangelhafte Ziegel

Bei der Instandsetzung des Gebäudes in den 1970er Jahren waren zum Teil Ziegel einer damals üblichen, jedoch nach heutigen Kriterien mangelhaften Qualität verwendet worden, die erneuert wurden. Auf der nördlichen Dachfläche des Hauptflügels über dem Eingang waren historische Dachziegel unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Schnitte verwendet worden. Die Ziegel waren ohne regensicheres Unterdach verlegt worden und entsprachen nicht den Anforderungen an eine dichte Deckung. Das Material war zum größten Teil abgewittert. Da eine neuerliche Umdeckung des historischen Materials nicht mehr infrage kam, wurde dieser Bereich nach Abstimmung mit der Denkmalpflege mit neuem Ziegelmaterial eingedeckt, um die Dachdämmung nicht zu gefährden.
Die Sandsteinfassade wurde in den Bereichen der oberen Stockwerke behutsam instandgesetzt. Neben der Wiederherstellung der Fugen zu den Fensterkonstruktionen wurden unter anderem auch Fehlstellen in der Fassade geschlossen. (BSZ)

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

Die Frage der Woche

Frage der Woche KW 33 (2017)

Soll die elektronische Gesundheitskarte abgeschafft werden?

Umfrage Bild
 

Lesen Sie dazu in der Bayerischen ­Staatszeitung vom 18. August 2017 auch die Standpunkte unserer Diskutanten:


Wieland Dietrich,
Vorsitzender der Freien Ärzteschaft e.V.

(JA)


Melanie Huml (CSU), bayerische Gesundheitsministerin

(NEIN)

arrow
Facebook
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

Shopping
Anzeigen Mediadaten
eaper
E-Paper
ePaper
zum ePaper
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.