Bauen

3,46 Millionen Euro wurden in die Sanierung investiert. (Foto: Verwaltungsgemeinschaft Geisenfeld)

13.01.2012

Ökologie ist Trumpf

Energetische Sanierung der Grund- und Mittelschule Geisenfeld

Mit Schreiben der Regierung von Oberbayern vom 6. Mai 2009 wurde mitgeteilt, dass der Schulverband Geisenfeld mit dem Projekt „Volksschule Geisenfeld“ in das Förderprogramm (Konjunkturpaket I) aufgenommen wurde. Auch wurde die Zustimmung zum förderunschädlichen Maßnahmenbeginn hier bereits erteilt. Durch die energetische Sanierung wurde die Außenhülle des Gebäudes so saniert, dass diese einem Neubaustandard entspricht. Maßnahmenbeginn war im April 2010 und im September 2011 wurde die energetische Sanierung der Grund- und Mittelschule abgeschlossen. Mit der Planung beauftragt waren Eichenseher Ingenieure aus Pfaffenhofen/Ilm. Die Sanierungskosten beliefen sich auf rund 3,46 Millionen Euro. Davon betragen die Mittel aus dem Konjunkturpaket knapp drei Millionen Euro.
Das 1974 errichtete und in Betrieb gegangene Gebäude entsprach dem Standard des Erstbezugs und damit nicht mehr den derzeitigen Anforderungen. 2011 entstand ein Erweiterungsbau.
Bei der Sanierung wurde die vollständige Außenhülle des Gebäudes neu gedämmt (Außenwände, Dachflächen und erdberührte Bauteile), die Fenster und Sonnenschutzanlagen erneuert und zum Teil die Beleuchtungssysteme sowie die Elektroinstallation überarbeitet.
Das Schulgebäude besteht auf einer überbauten Fläche von rund 2800 Quadratmetern aus vier in Terrassen angeordneten Geschossen. Die Ausdehnung des Gebäudes beträgt in West-Ost-Richtung etwa 80 Meter und rund 35 Meter in Nord-Süd-Richtung. Insgesamt befinden sich im Altbau der Schule 43 Klassenräume mit insgesamt rund 620 Schülern. Im Untergeschoss befinden sich neben den Klassenräumen verschiedene Fachräume, die Technikzentrale und sonstige Neben- und Abstellräume.

Massivbau in Stahlbeton


Das Erdgeschoss umfasst die Eingangshalle und Klassenräume, das Zwischengeschoss, die Verwaltung und Bibliothek sowie das Obergeschoss die weiteren Klassenräume. Das Gebäude ist als Massivbau in Stahlbeton konzipiert und mit einer Stahlbetonfassade mit Kerndämmung bekleidet. Die Fenster waren als Aluminiumfenster mit Zweifachverglasung und das Flachdach als Kaltdach ausgeführt (Dämmung auf der obersten Geschossdecke). Ein hinterlüfteter Dachstuhl mit Abdichtung und Bekiesung bildete den horizontalen Gebäudeabschluss.
Bei der Sanierung wurden sämtliche Schwachstellen der Gebäudehülle beseitigt und im Neubaustandard hergestellt. Die Energieversorgung des Gebäudes erfolgt wie bisher über die erdgasbetriebene Zentralheizung (zwei Niedertemperaturkessel), die im Nahwärmeverbund das gesamte Schulzentrum versorgen (Volksschule, Realschule, Förderschule und die derzeit im Bau befindliche Mehrzweckhalle).
Die EnEV-Nachweise beziehen sich jeweils auf das aktuelle Heizsystem und werden mit diesem erfüllt. Die Nachweise wurden gemäß EnEV 2007 für Nichtwohngebäude geführt. Der Jahresprimärenergiebedarf des Gebäudes liegt demnach um 23 Prozent unter dem für Neubauten erforderlichen Wert. Die Transmissionswärmeverluste liegen etwa 59 Prozent unter den im Neubaustandard zulässigen Werten. Berechneter Energiebedarf des Gebäudes vor der Sanierung 419,0 kWh(m2 Jahr), nach der Sanierung 169,9 kWh (m2 Jahr).
Der Schulverband Geisenfeld beabsichtigt zur weiteren Reduzierung der CO2-Emissionen in einem nächsten Schritt das gesamte Schulzentrum an ein mit Bioerdgas betriebenes Blockheizkraftwerk mit Wärmekopplung anzuschließen. Die Umsetzung der Maßnahme ist für dieses Jahr geplant und ist unabhängig von der aktuellen Fördermaßnahme.
Die alten Fenster zeigten zum Teil Kondensatanfall im Fensterzwischenraum und genügten weder in puncto Dichtheit noch Wärmedurchgang den aktuellen Anforderungen. Die Fenster wurden deshalb vollständig durch Aluminiumfenster mit Dreifachverglasung ersetzt und die Anschlüsse an die abgehängten Decken und Böden wieder hergestellt. Ferner wurden elektrisch betriebene Oberlichte eingebaut, die eine automatische Nachtauskühlung durch Ansteuerung der Oberlichte ermöglichen. Die vorhandenen Sonnenschutzanlagen an der Südseite wurden durch elektrisch betriebene, außenliegende Raffstore-Lamellen ersetzt.

Fassade wurde gedämmt


Die Außenwände waren als Stahlbetonwände mit Kerndämmung ausgeführt und unterschritten die Anforderungen des Mindestwärmeschutzes bei weitem. Die freien Deckenuntersichten waren praktisch ungedämmt und die durch die Fassade dringenden Stahlbetonbauteile thermisch nicht getrennt. Die Fassade wurde daher im Zuge der Maßnahme mit einem Wärmedämmverbundsystem bekleidet.
Das Untergeschoss ist zum Teil erdberührt, jedoch waren die aufgehenden Bauteile nicht gedämmt. Der erdberührte Bereich wurde deshalb freigelegt, abgedichtet und gedämmt. Vorhandene Drainagen wurden gewartet, instandgesetzt beziehungsweise fehlende ergänzt. Durch die fehlende Zugänglichkeit konnte unter der Bodenplatte nicht gedämmt werden, erklären Eichenseher Ingenieure.
Den oberen Abschluss des Gebäudes bildet das Flachdach. Die vorhandene Bekiesung, Abdichtung, Schalung und der Dachstuhl wurden entfernt und das Flachdach als Warmdach auf der obersten Geschossdecke neu aufgebaut. Die Dämmung wurde laut Planungsbüro als Gefälledämmung ausgeführt. Der mittlere U-Wert der Konstruktion beträgt 0,13 W/m2K. Zusätzlich wurde umlaufend die Attika gedämmt, neu verblecht und das Entwässerungssystem instandgesetzt.
Die Lichtkuppeln wurden inklusive der Lichtkuppelschächte und Aufsatzkränze vollständig ersetzt. Zusätzlich wurden Notüberläufe in ausreichender Leistungsfähigkeit und Anzahl ergänzt und die Blitzschutzanlage erneuert, erklärt das Pfaffenhofener Planungsbüro.
Die bestehenden Heizungsrohre und Heizkörper mussten aufgrund der Erneuerung der Fensterfassaden teilweise umgelegt und neu erstellt werden. Ein hydraulischer Abgleich hierfür wurde durchgeführt.
Die vorhandenen Leuchten wurden in Teilbereichen gegen energieeffizientere Leuchten und Leuchtensysteme ausgetauscht. Medienkanäle mit Telefon- und Netzwerkanbindung wurden installiert. (FHH)

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