Bauen

Ein Wettbewerbsbeispiel: Energieeffizienter Wohnungsbau "Am Sterngrund" in Marktredwitz. (Simulation: OBB)

04.03.2011

Optimale Lösung für den Bau

Ausstellung in der Obersten Baubehörde: "Architektenwettbewerbe in Bayern 2006 - 2009"

Die staatliche Bauverwaltung in Bayern setzt jährlich ein enormes Volumen um. Im Jahr 2010 waren es über sechs Milliarden Euro, sagte Innenminister Joachim Herrmann im Rahmen der Eröffnung der Ausstellung „Architektenwettbewerbe in Bayern 2006 – 2009“ in der Obersten Baubehörde (OBB). Durch dieses kontinuierlich hohe Bauvolumen werden trotz wechselhafter Konjunktur Arbeitsplätze in Planungsbüros und bei Firmen gesichert. Der Freistaat ist deshalb laut Herrmann ist ein nicht zu unterschätzender Motor der Bauwirtschaft. „Wir sind ein wichtiger und zuverlässiger Auftraggeber mit fairen Vergabeverfahren. Und dazu gehören auch Architektenwettbewerbe.“
Planungswettbewerbe bieten laut Herrmann eine sehr gute Möglichkeit, aus einem großen Spektrum an Lösungsvorschlägen die passenden auszuwählen. In einem transparenten Verfahren können sich Planer mit einem für die konkrete Projektaufgabe herausragenden Entwurf qualifizieren. Die staatliche Bauverwaltung führe deshalb bei allen geeigneten Maßnahmen konsequent Wettbewerbe durch. „Und wir unterstützen Bauherren, mit denen wir zusammenarbeiten, bei der Durchführung von Wettbewerben.“
In Wettbewerben werden Lösungen erarbeitet, wie die bauliche Infrastruktur unseres Landes künftig gestaltet werden soll, so der Minister. Wettbewerbe seien gleichzeitig ein wichtiges Instrument, um schon in einer frühen Planungsphase zur Förderung der Baukultur beizutragen. Denn Baukultur sei weder Selbstzweck noch entbehrlicher Luxus – auch nicht in Zeiten knapper Kassen, betonte Herrmann. „Baukultur ist vielmehr eine Frage des eigenen Anspruchs. Baukultur betrifft uns alle. Wir begegnen ihr täglich – beim Wohnen und Arbeiten, in Kultur-, Bildungs- und sozialen Einrichtungen.“
Baukultur umfasst für den Minister sehr viele Facetten. Dazu gehöre auch energieeffizientes Bauen. Vor dem Hintergrund von Klimawandel und hohen Energiepreisen komme diesem Aspekt in allen Bereichen des Bauens eine verstärkte Bedeutung zu. Dies zeige sich auch bei zahlreichen Projekten, die in der Ausstellung zu sehen sind.
Seit vielen Jahren unterstütze der Freistaat innovative Konzepte und Wettbewerbe mit Zuschüssen für städtebauliche Planungen, sagte Herrmann. Dabei forciere man besonders die Entwicklung umweltorientierter und energieeffizienter Siedlungskonzepte, die Flächenmanagement und Innenentwicklung als feste Bestandteile in sich vereinen.

Hohe Architekturqualität


Die in dieser Ausstellung gezeigten Wettbewerbe aus dem Modellvorhaben „Energieeffizienter Wohnungsbau“ zeichnen sich nach den Worten des Ministers nicht nur durch hohe Architekturqualität aus, sondern auch durch konzeptionelle und technische Innovation. Im Bereich experimenteller Wohnungsbau seien in den Jahren 2006 bis 2009 23 solcher Wettbewerbs- oder Gutachterverfahren initiiert worden.
Auch mit Finanzhilfen der Städtebauförderung würden seit jeher städtebauliche Wettbewerbe und Architekturwettbewerbe unterstützt, mit denen die Baukultur in Bayern gefördert wird, sagte Herrmann. Die Ausstellung zeige aus diesem Bereich über 40 Beispiele.
Staatliche Bauprojekte stehen immer besonders im Blickfeld der Öffentlichkeit. Wie zu allen Zeiten prägen diese Bauten das Gesicht der bayerischen Städte entscheidend mit. „Gelebte Baukultur spielt für uns im staatlichen Hochbau daher eine zentrale Rolle. Die Durchführung von Wettbewerben ist dafür eine wichtige Basis“, betonte der Minister.
Die Ausstellung wurde von der Bayerischen Architektenkammer zusammengestellt. Architekten und Ingenieure, so Josef Poxleitner, Leiter der Obersten Baubehörde, seien es, die mit den Rohstoffen „Geist“, „Kreativität“ und „Kunstsinn“ die Zukunft planen und gestalten. „All diese Eigenschaften bündeln Architektenwettbewerbe.“
Für den Präsidenten der Bayerischen Architektenkammer, Lutz Heese, sind Architektenwettbewerbe ein Erfolgsmodell. Er freute sich darüber, dass gerade die öffentliche Hand als Auslober verstärkt den Nutzen von Wettbewerben erkannt hat und dieses Optimierungsverfahren vielfältig einsetzt. „Optimierung deshalb, weil man auf diesem Weg nicht nur Ausschau nach dem geeigneten Büro, sondern auch nach der besten Planung hält.“
Der Wettbewerb stellt für Heese aber auch ein rechtssicheres Vergabeinstrument dar. Die Zahl der Einsprüche gegen Wettbewerbe in Bayern gehe schon seit Jahren gegen Null. Bemerkenswert sei es ebenfalls, dass auch kleinere Planungsaufgaben der Kommunen inzwischen mithilfe von Wettbewerben gelöst werden. Im städtebaulichen Bereich werden laut Heese die Verfahren von den Regierungen nicht nur erheblich gefordert, sondern auch finanziell und ideell gefördert. Einen weiteren Grund für die vielen Wettbewerbe sieht der Kammerpräsident auch im überaus hohen Anteil an privaten Auslobern.  (Friedrich H. Hettler)
Die Ausstellung ist noch bis zum 31. März in der Obersten Baubehörde – Franz-Josef-Strauß-Ring 4 – zu sehen. Anschließend geht die Ausstellung auf Wanderschaft.

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