Bauen

Der neue Bürokomplex "arabeska" im Münchner Arabellapark. (Foto: Zooey Braun)

29.10.2015

Organische Architektursprache

Der Bürokomplex „arabeska“ im Münchner Arabellapark mit Wohnturm und Kita

Was bereits im Jahr 2007 mit einem Architektenwettbewerb begann, konnte im Juni dieses Jahres nach drei Jahren Bauzeit feierlich eingeweiht werden: Das Büro h4a Gessert + Randecker Architekten plante den modernen Bürokomplex „arabeska“ mit benachbartem Wohnhochhaus und Kita im Arabellapark München. Unter dem Leitbild „Arbeiten und Wohnen im Grünen“ fügen sich die beiden organisch geformten Baukörper mit einer fließenden Bewegung locker in die umgebende Bebauung ein.
Bauherrin und Investorin ist die Bayerische Ärzteversorgung, eines der zwölf Versorgungswerke der Bayerischen Versorgungskammer. Als größte öffentlich-rechtliche Versorgungsgruppe Deutschlands führt die Bayerische Versorgungskammer die Geschäfte von zwölf rechtlich selbstständigen berufsständischen und kommunalen Altersversorgungseinrichtungen mit insgesamt rund zwei Millionen Versicherten und Versorgungsempfängern. Sie managt für alle Einrichtungen zusammen ein Kapitalanlagevolumen von derzeit etwa 62 Milliarden Euro (Buchwert). In der Vermögensverwaltung liegt ein besonderer Fokus auf Immobilien; derzeit umfasst der Direktbestand etwa 12 500 Wohneinheiten und rund 500 000 Quadratmeter Gewerbefläche.
Der Arabellapark wurde in München-Bogenhausen seit den 1960er Jahren als eines der größten Stadterweiterungsprojekte der Nachkriegszeit geplant und gebaut. Mit dem Anspruch der Verzahnung von Wohnen und Arbeiten entstand ein neuer Stadtteil mit vornehmlich Büro-, Laden-, und Wohngebäuden, wenigen kleinen Straßen und einem Wegenetz, das überwiegend Fußgängern vorbehalten ist.
An der Arabellastraße 30 stand bis zu seinem Abriss im Jahr 2010 das „Scheibenhaus“, eines der frühen Bürogebäude des Arabellaparks. Das 14-stöckige Bürohochhaus konnte mit den ökonomischen und ökologischen Maßstäben moderner Bürogebäude nicht mehr Schritt halten und wurde stockwerksweise abgetragen.
Auf dem frei gewordenen Baufeld mit teilweise altem Baumbestand errichtete die Bayerische Ärzteversorgung ein Gebäudeensemble mit sechsgeschossigem Bürogebäude und separatem Wohnturm mit 28 Ein- bis Vierzimmerwohnungen sowie einer Kita im Erdgeschoss. Das Bürogebäude ist von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) mit der Goldmedaille vorzertifiziert.
Der Bürokomplex steht inmitten des parkartig angelegten Geländes und verschmilzt durch seine organische Architektursprache zu einer formalen Einheit mit seiner Umgebung. Über einem zurückgesetzt angeordneten Sockelgeschoss erheben sich vier Büroebenen, die von filigranen Stützen getragen werden. Dabei verleiht die spielerische Bewegung der vor- und zurückschwingenden Fassade dem Neubau eine angenehme Leichtigkeit und Dynamik, was durch einen wechselnden Rhythmus von Glas- und Aluminiumflächen der horizontalen Fassadenbänder gestärkt wird.
Die parkseitige Fassade ist mit raumhohen Fensterflächen und öffenbaren Alupanelen ausgeführt, die innenhofseitige Fassade verfügt zusätzlich über eine mit Aluminium verkleidete Betonbrüstung. Der Farbton der oberen Geschosse ist in einem hellen, silbernen Farbton gehalten, was die Leichtigkeit des Gebäudes stärkt und es zusätzlich von der dunkleren, soliden Sockelzone absetzt.
Das Gelände ist durchzogen von einem öffentlichen Weg, der durch den zweigeschossigen, glasgedeckten Innenhofbereich des Gebäudes führt. Begrenzt wird er von zwei unterschiedlich großen Gebäudeteilen mit ebenfalls eindrucksvoll vor- und zurückschwingenden Fassaden. Wasserbecken und Holzdecks umspielen die verglaste Sockelzone und sorgen für eine großzügige Atmosphäre. Im Innenhof finden sich neben einem Restaurant und Loungebereich verschiedene Ausstellungs- und Versammlungsräume sowie Konferenzflächen und Schulungsräume. Zusammen mit den Büroflächen der Obergeschosse bietet der Neubau den Mietern über 26 500 Quadratmeter Nutzfläche an.
Die einzelnen Büroebenen sind so gegliedert, dass sie in bis zu acht unabhängige Bereiche unterteilt vermietet werden können. Neben den oberirdischen Geschossen verfügt das Gebäude zusätzlich über drei Untergeschosse mit Stellplätzen für Pkws, Technikflächen und Kellerräume.
Sechs Kerne mit Aufzügen und Treppenanlagen führen von der Foyerzone in die vier Büroebenen. Stege dienen in jedem Geschoss als Verbindungsbrücken zwischen den Gebäudeteilen und sorgen für kurze Wege. Der freie Grundriss der Architektur ermöglicht eine Vielzahl an Büroformen und fast grenzenlose Möglichkeiten der Flächengestaltung. Moderne, offene Bürolandschaften in hochwertigem Ausbaustandard bieten flexible Sharing-Arbeitsplätze und lassen Team- und Projektarbeit genauso zu wie konzentriertes Arbeiten in Rückzugsräumen. Die verschiedenen Unternehmen konnten im Vorfeld ganz individuell bestimmen, wie die künftigen Mietflächen aussehen sollen.
Ein gemeinsames Konferenzzentrum der Mietparteien umfasst insgesamt rund 400 Quadratmeter und bietet Platz für bis zu 200 Gäste. Loungebereiche laden zum gemeinsamen Arbeiten und zu Gesprächen ein. > BSZ

(Der lichtdurchflutete Eingangsbereich und der Blick in einen Sitzungsraum - Fotos; Zooey Braun)

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