Bauen

Zwischenraum zwischen den Baukörpern. (Visualisierung: Maier.Neuberger.Architekten)

09.12.2015

Prägnante Form und Fassade

GEWOFAG baut in München-Neuperlach 327 neue Wohnungen

Die Bagger sind schon angerollt: In diesen Tagen beginnt die GEWOFAG mit dem Bau von 327 Wohnungen an der Carl-Wery-Straße in Neuperlach. Das Bauvorhaben umfasst zwei Bauabschnitte. Geplant sind auch eine Kinderkrippe mit vier Gruppen sowie zwei Tiefgaragen. Insgesamt investiert die GEWOFAG rund 100 Millionen Euro in das Bauvorhaben.
Die GEWOFAG startet im ersten Bauabschnitt mit dem südlichen der beiden Baukörper (WA 2). Dort entstehen insgesamt 205 Wohnungen, davon 117 Wohnungen im Fördermodell KMB (Konzeptioneller Mietwohnungsbau), 42 Wohnungen im München-Modell-Miete und 46 einkommensorientiert geförderte Wohnungen. Die Fertigstellung ist für Juni 2018 geplant. Für Anfang 2016 ist der Baubeginn des nördlichen Gebäudes (WA 1) geplant. Hier baut die GEWOFAG insgesamt 122 Wohnungen, davon 59 im Fördermodell KMB, 12 im Fördermodell München-Modell-Miete, 23 einkommensorientiert geförderte Wohnungen, 28 Wohneinheiten im Fördermodell KomPro/B und eine Kinderkrippe mit vier Gruppen. Die Fertigstellung ist für Dezember 2018 geplant. „Auch in diesem Quartier wird es eine gute Mischung mit einer Streuung von verschiedenen Einkommensgruppen geben: Hier werden in ein paar Jahren rund 1000 Menschen mit geringem bis mittlerem Einkommen gut leben“, sagt Klaus-Michael Dengler, Sprecher der Geschäftsführung der GEWOFAG.
Der Entwurf stammt vom Architekturbüro MAIER.NEUBERGER.ARCHITEKTEN, den Städtebau mit der prägnanten Form der Gebäude hat das Architekturbüro Von Ballmoos Krucker Architekten AG entworfen. Vorgesehen sind zwei schlangenförmige Gebäude mit sechs Geschossen und Flachdach. Rundherum wird es private und öffentliche Grünflächen geben. Die Form der Gebäude schafft grüne Höfe, zu denen auch die Hauseingänge hin orientiert sind und Zwischenräume mit hoher Aufenthaltsqualität für die zukünftigen Mieterinnen und Mieter. Die Baukörper und die „gefalteten“ Fassaden mit Loggien, ziegelrotem Kratzputz und Klinkersockel nehmen Elemente der umliegenden Bebauung auf. Sie erinnern außerdem daran, dass es in dieser Gegend einmal Lehmabbau und Ziegelherstellung gab.
Das Bauvorhaben der GEWOFAG ist eines von vier Pilotprojekten der Landeshauptstadt München zum neuen Modell des „konzeptionellen Mietwohnungsbaus“. Für die KMB-Wohnungen gelten keine Einkommensgrenzen. „Dieses Modell der Landeshauptstadt München sieht vor, dass die Wohnungen über lange Zeit verhältnismäßig günstig vermietet werden, um Druck aus dem Wohnungsmarkt zu nehmen“, erläutert Dengler. „Wir können hier erstmalig einen großen Anteil an Wohnungen bauen, deren Vermietung nicht an Einkommensgrenzen gebunden ist. Das Angebot richtet sich zum Beispiel an ‚Normalverdiener‘, die keine München-Modell-Förderung erhalten. Auch diese Wohnungen brauchen wir natürlich in München.“ Im Rahmen dieses Modells verpflichtet sich die GEWOFAG, die Miete der KMB-Wohnungen 60 Jahre lang nur im Rahmen der Anpassung an den Verbraucherpreisindex zu erhöhen. Der Mietpreis ist an den Münchner Mietspiegel gekoppelt.
Für beide Bauabschnitte errichtet die GEWOFAG eine Tiefgarage mit rund 270 Stellplätzen. Die geplante Kinderkrippe mit vier Gruppen wird den Bedarf der Neubauten wie auch den der umliegenden Wohnbebauung decken. Die Planungen entsprechen dem Energiestandard des KfW-Effizienzhauses 70. Das Baugebiet wird im Osten von der Carl-Wery-Straße, im Norden von der Therese-Giehse-Allee, im Westen von einem weiteren Wohngebiet und im Süden von einer Grünfläche begrenzt. Das Quartier liegt in direkter Nähe zum U- und S-Bahnhof Neuperlach Süd sowie zur Buslinie 196 und ist damit sehr gut an das öffentliche Nahverkehrsnetz angeschlossen. (BSZ)

(Blick nach Süden; Lageplan und Gestaltungskonzept - Visualisierung/Grafiken: Maier.Neuberger.Architekten)

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