Bauen

Das Traineeprogramm schließt die Lücke zwischen Theorie und Praxis. (Foto: bayika)

03.07.2015

Qualität durch Fortbildung

Serie: 25 Jahre Bayerische Ingenieurekammer-Bau (6)

Kürzlich wurde im fünften Teil der Serie über die Arbeit der Vertreterversammlung der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau und ihrer verschiedenen Ausschüsse berichtet. Einer der 14 Ausschüsse der Kammer ist der Akademieausschuss. Er nimmt eine Sonderrolle unter den Ausschüssen der Kammer ein. Während allen anderen Ausschüssen nur Mitglieder der Vertreterversammlung angehören können, steht im Akademieausschuss die Mitarbeit auch anderen Kammermitgliedern offen. Aufgabe des Akademieausschusses ist es, die Informations-, Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen der Ingenieurakademie Bayern zu entwickeln und durchzuführen.
Durch die „Ingenieurakademie Bayern Günter Scholz Fortbildungswerk der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau“ kommt die Kammer einer ihrer zentralen gesetzlichen Pflichten nach, die berufliche Ausbildung der bayerischen Ingenieure im Bauwesen zu fördern und für ihre berufliche Fort- und Weiterbildung zu sorgen.
Um ein inhaltlich ausgewogenes Programm sicherstellen zu können, ist der Akademieausschuss sehr heterogen zusammengesetzt. Seine Mitglieder sind also in unterschiedlichen Feldern des Bauwesens aktiv und können so ihr Fachwissen aus den verschiedenen Berufsfeldern einbringen. Die Ingenieurakademie Bayern bietet Seminare aus den Bereichen Recht und Honorar, Technische Ausrüstung, Konstruktiver Ingenieurbau – Hochbau –, Geotechnik, Vermessung – Geoinformatik, Projektmanagement – Objektmanagement – Baubetrieb sowie rechtliche und allgemeine Themen wie Controlling an. Das Programm ist online nachzulesen unter www.ingenieurakademie-bayern.de.
Durch die Teilnahme an diesen Fortbildungen erweitern und vertiefen die Mitglieder der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau ihr Wissen. Denn um im Beruf die beste Leistung bringen zu können, ist lebenslanges Lernen unerlässlich. Nur so bleiben die Ingenieure am Puls der Zeit und auf dem aktuellen Wissensstand, der sich gerade in technischen Berufen sehr schnell verändert. Ingenieure nehmen mit hohem Verantwortungsbewusstsein komplexe Berufsaufgaben wahr. Hohe fachliche Kompetenz, die die Grundlage für das Vertrauen in die Ingenieurleistung bildet, ist deshalb unerlässlich.
Die kontinuierliche Bewahrung und Erweiterung der persönlichen beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten sind die Grundlage für die Sicherung der Qualität von Ingenieurdienstleistungen und dauerhaft erfolgreiche Berufsausübung. Der Gesetzgeber hat die Bedeutung der Qualitätssicherung im Zusammenhang mit der Erbringung von Ingenieurleistungen durch die Verankerung der Fortbildungspflicht im Baukammerngesetz (BauKaG) besonders hervorgehoben.
Diese Verpflichtung findet sich im Leitbild der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau wieder und wird mit Förderung der Weiterbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Mitglieder unterstrichen. Mit dem Nachweis der erfüllten Fortbildungspflicht erhalten Kammermitglieder nach jedem Kalenderjahr das Fortbildungszertifikat „IQ – Ingenieurqualität durch Fortbildung“ von der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau. Damit dokumentieren sie, dass sie sich auch in diesem Jahr wieder weitergebildet haben und über die neuesten Entwicklungen der Branche informiert sind. Auftraggebern signalisiert das Fortbildungszertifikat, dass sie bei der Beauftragung dieses Ingenieurs mit größtmöglicher Qualität rechnen können. Deswegen spielt das IQ-Siegel auch bei der Auftragsvergabe immer häufiger eine gewichtige Rolle.
Für Ingenieure ist es deshalb sinnvoll, sich jedes Jahr neu bescheinigen zu lassen, dass sie ihrer Fortbildungspflicht nachgekommen sind. So können sie ihr Know-how lückenlos dokumentieren. Am besten beginnt man hiermit schon direkt nach dem Hochschulabschluss. Als erste Stufe des Lernprozesses, der mit dem Studium keineswegs abschlossen ist, bietet die Ingenieurakademie Bayern ab dem 15. Oktober 2015 ein deutschlandweit einzigartiges Traineeprogramm an. In neun Monaten werden die Teilnehmer fit für die Berufspraxis gemacht.

Praxistage
auf Baustellen


Das Traineeprogramm wird berufsbegleitend absolviert und umfasst Präsenzveranstaltungen sowie Praxistage auf Baustellen ebenso wie ein Selbststudium durch Webinare. Es richtet sich an Ingenieure in der ersten Berufsphase, die Verantwortung übernehmen und sich weiter entwickeln wollen sowie an Ingenieurbüros, Bauunternehmen und Verwaltungen, die ihre neuen Mitarbeiter gezielt und praxisgerecht fördern möchten. Ziel des Traineeprogramms ist es, die Nachwuchskräfte bei einem schnellen, optimalen Einstieg ins Berufsleben zu unterstützen. Gleichzeitig entlastet es die Arbeitgeber, da sich die Einarbeitungsphase durch Kollegen und Vorgesetzte deutlich reduziert.
Für die Teilnehmer bietet das Programm ein an den praktischen Berufsanforderungen orientiertes Training und optimale Entwicklungsmöglichkeiten. Durch den Fokus auf den Praxisbezug werden sie schnell und intensiv eingearbeitet und für die Übernahme künftiger Fach- und Führungsaufgaben qualifiziert.
Die Dozenten verfügen über langjährige Praxiserfahrung und können so den Teilnehmern ideal vermitteln, wie sie ihr an der Hochschule erworbenes Wissen konkret bei ihren Bauprojekten umsetzen können. So schließt das Traineeprogramm die Lücke zwischen Theorie und Praxis. Die starken Kooperationspartner des Programms sind die Oberste Baubehörde (OBB) und der Bayerische Bauindustrieverband.
Die Teilnehmer werden in vier praxisbezogenen und aufeinander abgestimmten Modulen effektiv und individuell eingearbeitet. Die Module vermitteln Praxiswissen aus den Bereichen „Vernetztes Planen und Steuern“, „Tragwerksplanung“, „Planungs- und Bauordnungsrecht“ sowie „Planen – Ausschreiben – Baustelle“. Außerdem werden zwei Zusatzmodule angeboten: „Gelungene Kommunikation in Projekten“ und „Zielgruppengerechtes Schreiben für Ingenieure“.
Für die Entwicklung dieser umfassenden Fortbildung wurde eigens der Arbeitskreis Traineeprogramm ins Leben gerufen. Die Arbeitskreismitglieder haben langjährige Praxiserfahrung auf unterschiedlichen Gebieten. Unterstützt werden sie bei der Konzeption von fünf Gästen, die auch Ansprechpartner für die einzelnen Module sind.
Ausführliche Informationen über die Inhalte des Traineeprogramms und einen genauen Ablaufplan hat die Bayerische Ingenieurekammer-Bau im Internet unter www.bayika.de/de/trainee bereitgestellt. Interessierte können sich dort auch direkt anmelden. Noch bis zum 31. Juli gewährt die Kammer einen Frühbucherrabatt. (Sonja Amtmann)

(Einige Mitglieder des Akademieausschusses, von links oben nach rechts unten: Jürgen Feix, Oliver Fischer, Gerhard Braunmiller, Friedrich Hornik, Ulrich Scholz (Vorsitzender) und Karl Wiebel (stellvertretender Vorsitzender) - Fotos: bayika) 

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